Kultur ohne Maske: Warum die Lockerung für das Waldkraiburger Haus der Kultur nichts bringt

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Bei Kulturveranstaltungen in Bayern soll keine Maskenpflicht mehr gelten.
  • Hans Grundner
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Waldkraiburg – Kultur ohne Maske – auf das Kulturprogramm in Waldkraiburg wirkt sich diese Ankündigung nicht aus, erklärt Alexandra Lausmann. Die Leiterin der Allgemeinen Kulturverwaltung im Haus der Kultur fürchtet, dass selbst am Herbstprogramm weitere Abstriche gemacht werden müssen. Denn nicht die Maskenpflicht ist das Problem.

Was verändert der Wegfall der Maskenpflicht bei Kulturaufführungen für das Haus der Kultur in Waldkraiburg?

Alexandra Lausmann: Der Wegfall der Maskenpflicht macht für uns leider keinen Unterschied. Das ist nicht unser Problem. Wir sind mit dem Lüftungssystem im Haus, das Frischluft in den Saal saugt, gut aufgestellt.

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Bleibt es also beim angekündigten Saisonstart im Herbst?

Lausmann: Daran wird sich nichts ändern. Es bleibt dabei: Die Saison beginnt im September. Denn nach wie vor gilt die Beschränkung auf 100 Personen. Und: Unser Problem ist vor allem der Mindestabstand, der ja unverändert gilt. Selbst wenn wir alle Möglichkeiten ausschöpfen, bringen wir unter diesen Bedingungen in den Großen Saal maximal 130 Personen rein, inklusive Ensemble.

Das hört sich so an, als stünde das vor zwei Monaten angekündigte Programm mit einigen größeren Tourneetheatergastspielen erneut auf dem Prüfstand. Denn wie sollte ein größeres Bühnenstück oder gar eine Oper unter diesen Bedingungen möglich sein?

Lausmann: Eine Opernaufführung wie „Nabucco“ mit 80 Akteuren, Musikern, Sängern geht tatsächlich nicht. Leider. Denn die Abstände sind auch auf und hinter der Bühne einzuhalten. Und die Sicherheitsabstände wirken sich natürlich auch auf die Kosten aus. So große Tournee-Ensembles reisen nicht mit einem, sondern mit vier Bussen an. Diese Kosten können die Veranstalter, die wegen Corona auch noch deutlich weniger Publikum haben, nicht mehr übernehmen. Kultur trägt sich nie selbst. Aber das würde die Veranstalter völlig überfordern.

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Alexandra Lausmann: Eine Oper mit 80 Mitwirkenden geht nicht.

Wie geht die städtische Kulturabteilung damit um?

Lausmann: Wir fahren mit angezogener Handbremse. Wir planen kleinere Veranstaltungen. Und wir machen weniger. Dennoch wollen wir unserem Publikum ja nach wie vor etwas bieten, im Rahmen der Möglichkeiten. Wir werden jeden Monat ein Klassikkonzert anbieten, außerdem Kleinkunst und kleinere Theaterstücke, zum Beispiel ein Vier-Personen-Stück mit Manon Strache, das geht.

„Langsam verzweifeln wir an dieser Planungsunsicherheit“

Wie lange bleibt die Handbremse angezogen?

Lausmann: Ich weiß es nicht. Langsam verzweifeln wir an dieser Planungsunsicherheit. So etwas haben wir noch nie erlebt. Wir müssen aber damit rechnen, dass es bis Jahresende beim Mindestabstand bleibt. Um wieder größere Veranstaltungen anbieten zu können, bräuchte es eine Öffnung für mehr Besucher.

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