„Die Kultur zu dem gemacht, was sie heute ist“

Waldkraiburg – Altbürgermeister Jochen Fischer ist im Alter von 87 Jahren gestorben.

Weggefährten erinnern sich.

Bürgermeister Robert Pötzsch: „Jochen Fischer war ein Bürgermeister für alle Bürger. Mich hat die Offenheit, die er auch mir gegenüber gezeigt hat, beeindruckt. Wir haben uns einige Male getroffen und uns sehr gut ausgetauscht. Er hat mir Tipps aus seinem Erfahrungsschatz gegeben.“

Landrat Georg Huber: „Mit Jochen Fischer verlieren wir einen Kommunalpolitiker und Menschen, der sich für die solidarische Gemeinschaft in Waldkraiburg und im Landkreis als Bürgermeister und Kreisrat eingesetzt hat. Ebenso war er überzeugter Europäer und Verfechter der europäischen Werte, der sich auch nach seiner aktiven politischen Zeit und in Ehrenämtern mit großer Tatkraft und aus tiefster Überzeugung um das Wohl der Menschen verdient gemacht hat.“

Landtagsabgeordneter Dr. Marcel Huber: „Ein großer Waldkraiburger ist von uns gegangen! Jochen Fischer war von seiner Biografie her ein typischer Waldkraiburger der ersten Jahre: Er hat selbst das Schicksal der Vertreibung und den Neuanfang in Waldkraiburg erlebt, er war beruflich der chemischen Industrie verbunden und hat als Bürgermeister die Stadt wesentlich mitgestaltet. Zum Beispiel hatte er an den beiden Leuchtturmprojekten, die Waldkraiburg in besonderem Maße charakterisieren, wesentlichen Anteil: das Haus der Kultur und die Tiefengeothermie.“

Anton Sterr, CSU-Fraktionsvorsitzender: „Wir waren politische Weggefährten, er war mein Mentor. Er war ein Visionär, der die Idee zur Geothermie hatte. Ihm war die Umwelt und Natur stets wichtig. Er war ein gutherziger Mensch, der ein offenes Ohr für die Jugend hatte.“

Siegfried Klika, Altbürgermeister: „Jochen Fischer war ein sehr offener Mann, der immer seine Meinung vertreten hat. 24 Jahre lange habe ich mit ihm im Stadtrat zusammengearbeitet, zuvor durch meine Arbeit bei der Kirchenstiftung und Caritas. Er hat geholfen, eine Möglichkeit für Kurzzeitpflege zu schaffen. Eine schwierige, aber weitreichende Entscheidung.“

Uli Lode, ehemaliger CSU-Landtagsabgeordneter: „Jochen Fischer war ein politischer Weggefährte, sachorientiert, der die Herausforderungen angegangen ist, der durch seine mitreißende Art motivieren und überzeugen konnte. Wenn das nicht ausreichte, dann wusste er seine Ziele dennoch durchzusetzen. Uns verband, für unser Waldkraiburg das Beste zu erreichen. Auf Jochen Fischer konnte ich mich verlassen, sein Wort galt.“

Hermann Karosser, ehemaliger Verwaltungsleiter: „Er war ein Chef, wie man ihn sich nur wünschen kann. Er trug Konflikte dort aus, wo sie hingehören: im Stadtrat und nicht auf dem Rücken von Beschäftigten. Als Teamplayer wischte er keine Idee vom Tisch, sondern förderte kreative Arbeit im Rathaus und in den städtischen Gesellschaften. Er war ein Macher, wie es nicht mehr viele gibt. Als Mittler zwischen Politik, Bürgern und Verwaltung, aber auch als hartnäckiger Bittsteller setzte er seine Schaffenskraft ein.“

Joachim Hellwig, ehemaliger Schulleiter am Gymnasium: „Jochen Fischer hat die Bedeutung von Bildung und Kultur stets hochgehalten. Mit seinem Einsatz hat er den Traum eines selbstständigen Gymnasiums Wirklichkeit werden lassen. Die Beschäftigung mit Vertreibung, Flucht und Neuansiedlung war ihm eine Herzensangelegenheit. Er weckte in mir das Interesse an der Stadtgeschichte und historischen Zusammenhängen. So war ich 2017 bereit, seine Nachfolge als Vorsitzender des Fördervereins Stadtmuseum anzutreten. Es ist uns wichtig, in Zukunft im Sinne von Jochen Fischer weiterzuarbeiten.“

Richard Fischer, Zweiter Bürgermeister:„Jochen Fischer hatte als Gewerkschafter immer ein Ohr für die sozialen Bereiche. Er war ein Bürgermeister zum Anfassen. Er ist auf die Bürger zugegangen und war immer ansprechbar. Als Kulturmensch hat er die Kultur in Waldkraiburg zu dem gemacht, was sie heute ist.“ hi/hg

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