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Modellprojekt an 15 bayerischen Schulen

Künstliche Intelligenz in Waldkraiburg: Was an der Mittelschule passiert

Künstliche Intelligenz soll an Schulen zur Normalität werden: Teil des Modellprojekts „KI@school“ ist auch die Franz-Liszt-Mittelschule, die bei der Vorstellung des Projekts durch Bertram Brossard (links) und Kultusstaatssekretärin Anna Stolz (Freie Wähler, rechts) von Daniel Diem (zweiter von links), Stefanie Nawrot und Schulleiter Alexander Ruß vertreten worden ist.
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Künstliche Intelligenz soll an Schulen zur Normalität werden: Teil des Modellprojekts „KI@school“ ist auch die Franz-Liszt-Mittelschule, die bei der Vorstellung des Projekts durch Bertram Brossard (links) und Kultusstaatssekretärin Anna Stolz (Freie Wähler, rechts) von Daniel Diem (zweiter von links), Stefanie Nawrot und Schulleiter Alexander Ruß vertreten worden ist.
  • Raphaela Lohmann
    VonRaphaela Lohmann
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Die Corona-Pandemie hat der Digitalisierung an Schulen einen gewaltigen Schub nach vorne gegeben. Mit einem Mehr an digitaler Souveränität soll in den nächsten fünf Jahren an 15 bayerischen Schulen künstliche Intelligenz eingesetzt werden. Die Franz-Liszt-Mittelschule aus Waldkraiburg ist eine davon.

Waldkraiburg – Ob bei Gesichtserkennung beim Autofahren oder bei Suchmaschinen im Internet – in vielen Bereichen des alltäglichen Lebens ist künstliche Intelligenz ein fester Bestandteil. Doch in Schulen hinkt dieser Bereich der digitalen Entwicklung noch hinterher. Das soll sich ändern. Mit 15 Schulen aus allen Regierungsbezirken hat der Freistaat Bayern vergangene Woche den Modellversuch „KI@school“ ins Leben gerufen. In den nächsten fünf Jahren sollen sie verschiedene Konzepte und Lernsettings entwickeln, in denen auf Komponenten der künstlichen Intelligenz zurückgegriffen wird.

Schülerlösung steht im Fokus

Kultusstaatssekretärin Anna Stolz unterstrich bei der Auftaktveranstaltung die Bedeutung des Modellversuchs: „Künstliche Intelligenz ist ein Schlüssel zur Welt von morgen. Wir alle nutzen sie, doch nur wenige wissen, wie sie eigentlich funktioniert.“ Schüler sollen beim Lernen und Lehren noch besser unterstützt werden, individuell gefördert und fit für die Welt von morgen gemacht werden. Auf dem Weg dorthin haben die Schulen alle Freiheiten, um Neues auszuprobieren.

Erste Programme hat die Waldkraiburger Franz-Liszt-Mittelschule bereits im Einsatz, doch mit Start des Modellprojekts sollen es mehr werden. „Wir wollen noch mehr auf Programme setzen, die eine Schülerlösung im Fokus haben“, erklärt Schulleiter Alexander Ruß. Programme, die sich an den Lernfortschritten der Schüler orientieren, Aufgaben an die entsprechenden Schwierigkeitslevel anpassen, gegebenenfalls nochmal einen Schritt zurückgehen und Lehrvideos zum besseren Verständnis anpassen.

An der Schule betreuen Stefanie Nawrot und Daniel Diem das Modellprojekt, die mit ihren Klassen neue digitale Wege gehen wollen. „Wir werden verschiedenes ausprobieren. Und dadurch wird sich zeigen, was sich bewährt, wo es weiter gehen kann“, sagt Stefanie Nawrot. Kleine Schritte, die immer weiter ausgedehnt werden und schließlich auch auf andere Klassen. „Langfristig sollen alle ins Boot geholt werden“, sagt Ruß. Damit über kurz oder lang alle von den Vorteilen profitieren können.

Denn das ist Teil des Projekts: Die Schulen haben bewusst den nötigen Freiraum bekommen. Können vieles ausprobieren, was möglich ist. Unterstützt werden die Schulen in Arbeitsforen, in denen sie sich austauschen können.

Ein Partner des Modellversuchs ist die Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft. „Künstliche Intelligenz (KI) ist im Zuge der digitalen Transformation eine Schlüsseltechnologie. Darum müssen wir sie im Bildungsbereich als Chance verstehen und ihre Möglichkeiten für das Lernen nutzen“, sagt deren Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt. Lernerfolge sollen sich dadurch steigern lassen und für mehr Bildungsgerechtigkeit sorgen.

KI-Anwendungen sollen individuell bei jedem Schüler ansetzen: schwächere Schüler unterstützen, stärkere Schüler mehr fordern. Wie sich das am Ende genau gestalten könnte, ist auch abhängig vom Angebot der Verlage. Die Auswahl an passenden Programmen ist bislang nicht groß, aber Verlage würden immer mehr Produkte auf den Markt bringen. „Hoffentlich auch an die entsprechenden Schularten angepasst. Denn im Gegensatz zu Arbeitsblättern und Büchern kann man als Lehrer hier nicht nacharbeiten“, sagt Ruß.

Bücher und Arbeitsblätter werden weiterhin ihren Platz im Unterricht haben. „Es wird ein Spagat, aber das Digitale ist keine Allzweckwaffe“, sagt Daniel Diem. Bislang hatte das Digitale schon einen großen Stellenwert an der Schule, bekam durch die Corona-Pandemie zusätzlichen Schwung.

Gute Basis vor dem Start schaffen

Schulleiter Alexander Ruß sieht in dem Modellprojekt ein „zukunftsorientiertes Thema“. „Wie kommen die Schüler voran? Wie lässt sich eine Lernüberforderung eindämmen“, sind Fragen für Ruß, die der Modellversuch in den Fokus nehmen müsse.

Ab September startet das Modellprojekt, bis dahin will sich die Franz-Liszt-Mittelschule eine gute Basis schaffen. „Um möglichst bald erste Erfahrungen zu machen“, erklärt Ruß. Die sind aber auch davon abhängig, mit welchen Programmen die Schule arbeiten wird. Weil die aber zum Teil teuer sind, würde man trotz Unterstützung von der Stadt als Schulaufwandsträger und dem Förderverein an die finanziellen Grenzen stoßen. „Ein Sponsor wäre eine große Stütze, würde unsere Arbeit erleichtern und schnellere Möglichkeiten bieten.“

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