Kraiburg: Besinnliche Kirchweih mit Josef Brandl

Mit einem stimmungsvollen Programm unterhielt Josef Brandl in der Kirche in Maximilian. Ihm zur Seite stand Annette Brandl. sutherland

Geschichten über die Einwohner und das Leben in Maximilian gab Josef Brandl zum Besten. Bei einer besinnlichen Kirchweih erzählte er Geschichten, in denen er auch weltpolitische Ereignisse mit denen in Maximilian verwob.

Maximilian – Ein mit Kerzen gesäumter Weg führte zur kleinen Kirche St. Maximilian. Das Kirchlein selbst, ein Kleinod und barock geschmückt, war bis auf den letzten Platz gefüllt. Die Kirta in Maxloh, wie die Einwohner den Ort Maximilian nennen, fand im festlichen Rahmen statt.

Der Maxlohner Josef Brandl unterhielt mit einem stimmungsvollen Programm. Er las aus seinem Geschichtenschatz selbst geschriebener, heimatlicher Geschichten über die Einwohner und das Leben in Maxloh. Begleitet wurde er vom Fischer Dreigesang und dem Saitenvierer. Annette Brandl stand ihm zur Seite, indem sie die Rolle des Großvaters las. Die Orgel spielte Helmut Wagner.

Immer wieder bezog Josef Brandl in seine Erzählungen weltpolitische Ereignisse ein und verwob sie mit den Ereignissen in Maxloh. So erzählte er zum Beispiel, in Anlehnung an John F. Kennedys berühmtes Zitat, „Ich bin ein Berliner“, warum er von sich mit Stolz sagen könne, „dass i Maxlohner bin“.

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Die drei Zithern und eine Kontragitarre der Saitenvierer unterstützten den Fischer Dreigesang in ihrem Landler „Wisst’s wo mei Hoamad is“. Mit Musik und Geschichten wurde eine ruhige, besinnliche und anheimelnde Atmosphäre geschaffen. Die Zuhörer lauschten andächtig, murmelten Zustimmung oder ein begeistertes, „des war toll“.

Lacher zum „Früher und Heit“

Überraschte Lacher rief hervor, als Brandl von „Früher und Heit“ sprach. Er bedankte sich bei „de Oidn, de do sitzn und des Heit aufbaut ham“. Er betrachtete, wie sich mit dem Einsatz künstlicher Intelligenz die Arbeit am Hof verändert hat und sprach den Menschen Mut zu. In seiner Geschichte „Am Millebange“, in der Zeit des dritten Reichs, erzählte er anrührend von einem ukrainischen Jungen, der die Sprache nicht sprach und den es nach Maxloh verschlagen hatte. Sie beide waren acht Jahre alt, begegneten sich am Milchbankerl und schlossen Freundschaft. „Heit nennt ma des Integration“, sagte er und mahnte, „der Hass hat uns no nia guat do!“

Der anschließende Jodler des Dreigesangs ummantelte die nachdenkliche Stimmung, die entstanden war. Dass sein Großvater ein toller Mensch und die „geistige und kommunale Schoitzentrale“ war, der ihn inspirierte, kam in der Geschichte von „Mesner Vater“ hervor.

Josef Brandl erzählte gut formuliert und in lebendigen Bildern. Sorgsam hatte er das Programm für den Abend zusammengestellt. Ein Orgelstück zum Mitsingen beschloss die Feier. Abschließend applaudierten die Leute lange im Stehen. sn

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