Bürgermeisterkandidat der Sozialdemokraten

Kein Wadlbeißer, kein Softie für die Kommunalwahl: SPD Waldkraiburg nominiert Richard Fischer

Gibt sich kämpferisch und will mit Inhalten im Wahlkampf punkten: Richard Fischer kandidiert für die SPD als Bürgermeister. Huckemeyer

Die Waldkraiburger SPD schickt Richard Fischer in das Rennen um das Bürgermeisteramt. 31 der 33 Mitglieder gaben ihm bei der Nominierungsversammlung ihre Stimme.

Waldkraiburg – Wie im Wilden Westen ging die Nominierung bei der SPD nun wirklich nicht über die Bühne, obwohl Jo Werner mit Cowboyhut und Gitarre die Veranstaltung auf musikalische Country-Art eröffnete. Vielmehr zeigten die Genossen beinahe Geschlossenheit, als es bei der Aufstellungsversammlung darum ging, ihren Bürgermeisterkandidaten zu küren.

In der Taverne Korfu konnte der Ortsvorsitzende Bernd Wegmann 33 stimmberechtigte Mitglieder begrüßen. Die erste Wahl wurde rasch absolviert und Wahlleiter Werner Schreiber verkündete das Ergebnis: Mit 31 Ja- Stimmen und zwei Nein-Stimmen wird Richard Fischer ins Rennen um den Bürgermeistersitz geschickt.

Imaginäre Fahrt durch die Stadt

Vor dieser Wahl sprachen SPD-Urgestein Günther Knoblauch sowie die SPD-Landratskandidatin Angelika Kölbl kurze Grußworte. Schwungvoll und agil trat anschließend Fischer vor sein Publikum und hielt eine Bewerbungsrede, welche die Liebe zu Waldkraiburg und seinen Bürgern zum Inhalt hatte. In einer imaginären Busreise nahm Fischer die Anwesenden mit auf eine Fahrt durch die Stadt. Die Fahrgäste treffen sich am Rathaus und hier geht es schon los mit der Frage: abreißen oder sanieren. „Die SPD steht einer städtebaulichen Entwicklung natürlich nicht im Wege.

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Doch geben wir zu bedenken, dass der Neubau des Rathauses 24,5 Millionen Euro verschlingen würde, während die gesamte Renovierung plus Tiefgarage mit 19,5 Millionen zu bewerkstelligen wäre.“

Fischer wirbt für bezahlbares Wohnen in Waldkraiburg

Nach Fischers Meinung muss der neugewählte Stadtrat sich nächstes Jahr mit der Variante Sanierung gründlich auseinandersetzen. Der Bus fährt weiter und hält beim nächsten Problemfall Waldbad. Hier tritt Fischer für die Sanierung des Waldbades ein. Bei einem weiteren Halt im imaginären Bus werden Neubauten besichtigt und zwar für Menschen mit gut gefülltem Geldbeutel, wie es Fischer ausdrückt.

Sein Plädoyer: „Wir von der SPD sind nicht gegen diese Bauten, aber im gleichen Maße muss auch der soziale Wohnungsbau gefördert werden. Wohnen muss in Waldkraiburg bezahlbar sein und zwar für jedes Budget.“

Zentrale Punkte bei der Tour

Der Bus rollt weiter in Richtung Freiraum 36. An diesem Halt sieht der Bürgermeisterkandidat großes Nutzerpotential und sagt: „Dieses Haus soll auf Dauer den Vereinen zur Verfügung stehen.“ Als weitere zentrale Punkte bei der Tour durch die Stadt nannte der 64-Jährige die Renovierung und Erweiterung an den Grundschulen sowie ausreichende Betreuungsplätze für Kinder und zwar von der Kindertagesstätte bis hin zum Kindergarten. Fischer sieht sich als absoluter Kenner der Stadt, da er bereits seit seiner Kinderzeit hier lebt, zwölf Jahre dem Stadtrat angehört und seit sechs Jahren als stellvertretender Bürgermeister tätig ist.

Politik, die machbar ist

Zum Schluss seiner Rede betonte er: „Die SPD und ich konzentrieren uns auf Politik, die machbar ist. Wir müssen mit beiden Beinen auf dem Boden bleiben. Wir brauchen weder Wadlbeißer noch unentschlossene Softies. Mit den Gegebenheiten muss man klar kommen“.

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Später stand die Wahl der Stadtratskandidaten auf der Tagesordnung. 30 Anwärter wären möglich gewesen. Es stellten sich aber nur 20 Personen zur Verfügung, die auch alle von den anwesenden Parteimitgliedern gewählt wurden.

Mit 28 Ja-Stimmen und fünf ungültigen Stimmen ist die gesamte Liste bestätigt worden. Weil die SPD keine 30 Kandidaten aufgestellt hatte, werden ab Platz 10 die Namen doppelt genannt. Als Nachrückerin wurde Barbara König bestellt. Auf diesen Umstand reagierte Jürgen Zabelt mit Unverständnis. Er war der Meinung, dass man Barbara König doch gleich auf die Liste hätte setzen können. Bei einer nicht vollständigen Liste eine Nachrückerin zu benennen sei im ersten Moment nicht unbedingt einleuchtend.

1. Richard Fischer, 64 Jahre, stellvertretender Bürgermeister
2. Christine Blaschek, 70 Jahre, Referentin für Arbeit und Soziales
3. Alexander Will, 66 Jahre, Betriebsleiter
4. Anneliese Will, 59 Jahre, Altenpflegerin
5. Hüseyin Cabuk, 38 Jahre, Projektleiter
6. Martina Arnusch-Haselwarter, 53 Jahre, Fußpflegerin
7. Fritz Stamp, 57 Jahre, Hausmeister
8. Andrea Langstein, 41 Jahre, Betriebswirtin
9. Markus Sedlaczek, 46 Jahre, IT-Branche
10. Heidi Janka, 49 Jahre, Angestellte
11. Christian Hinkelmann-Lang, 43 Jahre, Betriebsratsvorsitzender
12. Susan Laerm, 32 Jahre, Hausfrau
13. Kurt Dobrauer, 59 Jahre, Betriebsratsvorsitzender
14. Ernst Hradek, 58 Jahre, Angestellter
15. Wolfgang Rakowitz, 41 Jahre, Rettungssanitäter
16. Jürgen Zabelt, 57 Jahre, Krankenpfleger
17. Muhammed Yigit, 27 Jahre, Produktionsplaner
18. Raphael Fackelmann, 20 Jahre, selbstständig
19. Herbert Cszapo, 58 Jahre, Busfahrer
20. Markus Laerm, Industriemechaniker.

Zur Nachrückerin wurde Barbara König, 40 Jahre, Pädagogin, gewählt.

Zur Person von Richard Fischer:

Richard Fischer wurde am 12. Dezember 1954 geboren. Seit zwölf Jahren ist der gelernte Maschinenschlosser im Stadtrat und im Kreistag, seit sechs Jahren zweiter Bürgermeister. Seit seinem 16. Lebensjahr ist er in der Gewerkschaft aktiv, war Betriebsrat, hat an der Akademie der Arbeit in Frankfurt studiert, war Gewerkschaftssekretär bei der IG Bauen-Agrar-Umwelt, später dort auch Geschäftsführer. Seit 46 Jahren ist er SPD-Mitglied. In der Freizeit ist er beim Bergwandern und Walken unterwegs.

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