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Das spart eine Million Kilowattstunden pro Jahr

Klimaschutz mit neuem Licht: Waldkraiburg rüstet 2350 Straßenleuchten auf LED-Technik um

Zehn verschiedene Typen, acht unterschiedliche Wattagen: Die Straßenleuchten in Waldkraiburg sind sehr unterschiedlich. Jetzt sollen 2350 Leuchten auf LED-Technik umgerüstet werden.
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Zehn verschiedene Typen, acht unterschiedliche Wattagen: Die Straßenleuchten in Waldkraiburg sind sehr unterschiedlich. Jetzt sollen 2350 Leuchten auf LED-Technik umgerüstet werden.
  • Raphaela Lohmann
    VonRaphaela Lohmann
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Straßenleuchten mit alter Technik sollen schon bald in Waldkraiburg ausgetauscht werden. Rund 2350 Stück sollen auf LED-Technik umgerüstet werden. Damit spart die Stadt viel Energie ein: Pro Jahr sind das rund eine Millionen Kilowattstunden.

Waldkraiburg – Sie stehen in Parks, an Spazierwegen und an Straßenrändern, mal eher schlicht gehalten, ein anderes mal dekorativer: Gemeint sind die 2595 Straßenleuchten im Stadtgebiet. Weil es sie in unterschiedlichen Ausführungen gibt und größtenteils noch mit alter Technik betrieben werden, hat die Stadt ein Ingenieurbüro mit einem Straßenbeleuchtungskonzept beauftragt. Das Ergebnis wurde nun im Stadtentwicklungsausschuss vorgestellt.

Jeder grüne Punkt auf dem Stadtplan markiert eine Leuchte im Stadtgebiet. Mal stehen sie enger zusammen, mal weiter. Jeden Straßenzug ist das Ingenieurbüro HPE abgegangen und hat jede Leuchte notiert. Insgesamt gibt es zehn verschiedene Leuchttypen mit acht unterschiedlichen Wattagen. „Die Werte entsprechen zwar nicht der DIN-Norm, sind aber ausreichend“, erklärte Matthias Maier vom Ingenieurbüro. Ziel des Konzepts sei es, für jeden Standort eine optimierte Leuchte in LED-Technik zu finden. Die Masten würden bleiben, defekte allerdings ausgetauscht werden.

Förderung für beide Varianten

Zwei Varianten schlug er bei der Umrüstung auf LED-Technik dem Gremium vor: Sämtliche Leuchten würden gegen technische Leuchten ausgetauscht werden, die in der Anschaffung deutlich günstiger wären als dekorative Leuchten. Variante 2 sieht hingegen vor, dass bisher technische Leuchten gegen technische Leuchten ausgetauscht werden. Wo jetzt dekorative Leuchten verbaut sind, sollen auch künftig wieder welche verbaut werden. Sie sind etwas teurer in der Anschaffung und ihre Effizienz pro Watt ist etwas schlechter.

„Für beide Varianten gibt es Förderprogramme“, erklärte Maier. Der Austausch gegen technische LEDs koste rund 988 000 Euro, der Austausch in technische und dekorative LEDs beläuft sich auf etwa 1,317 Millionen Euro. Die Kosten könnten mit bis zu 90 Prozent gefördert werden, sodass sich die Umrüstung bereits nach 0,89 Jahren beziehungsweise 1,54 Jahren amortisiert.

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90 Prozent Förderung – für Anton Sterr (CSU) klang das erst einmal „gut“. Aber: „Wie sicher ist das? Das wäre wichtig für die Amortisation.“ In der Hinsicht hat Maier keine Bedenken. Für ihre Kunden stellen sie auch Förderanträge, bislang sei keiner abgelehnt worden. Das Konzept ist Voraussetzung für die Förderung, wie Bauamtsleiter Carsten Schwunck erklärte. Erst dann würde man in die Feinplanung gehen. „Man sollte sich für die Variante 2 entscheiden, damit man nicht an die technischen Leuchten gebunden ist“, erklärte Schwunck.

Die Beleuchtung zeitweise komplett abschalten?

Für Wolfgang Hintereder spielten Aspekte wie Energieeinsparung, Unterhalt und Lichtverschmutzung eine wichtige Rolle. „Die Leuchten sollten insektenfreundlich sein.“ Deshalb schlug er eine differenziertere Vorgehensweise vor, wonach die maximale Lichtfarbe von 3000K nur auf öffentlichen Plätzen eingesetzt werden soll. In diesem Zusammenhang solle auch geprüft werden, ob außerorts „so viel Licht benötigt“ wird. „Jeden Straßenzug schaut man sich bei der Planung genau an“, erklärte Bürgermeister Robert Pötzsch (UWG).

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Dabei werden auch die entsprechenden Anforderungen berücksichtigt. „Wir wollen aber auch harmonisieren, um nicht wieder zu viele verschiedene Leuchten im Stadtgebiet zu haben“, erklärte Maier. Das Dimmen der Leuchten sei Voraussetzung für die Förderung und auch im Angebotspreis enthalten. Die Leuchten teilweise komplett abzuschalten, das werde Diskussionen nach sich ziehen.

25 Jahre Leuchtdauer mit Energiespareffekt

„Haben LEDs auch Nachteile?“, wollte Ulli Maier (UWG) wissen. LEDs brauchen zwar weniger Strom und haben längere Laufzeiten. Aber: „LEDs sind so konzipiert, dass man sie nicht so wechseln kann wie herkömmliche Leuchtmittel. Dann sind sie kaputt.“ Leuchten mit alter Technik werden im Schnitt nach fünf Jahren ausgetauscht, nach einer Laufzeit von rund 20.000 Stunden. Bei LEDs geht man von einer Leuchtdauer von rund 100.000 Stunden aus. Das entspricht 25 Jahren. „Die Energie- und CO2-Einsparung ist groß, und wir sollten den Einstieg schaffen“, sagte Pötzsch. Das sah auch das Gremium so und stimmte einstimmig dafür, dass sämtliche Leuchten auf technische und dekorative LED-Leuchten umgerüstet werden sollen.

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Sparsam im Verbrauch sind die wenigsten Straßenleuchten in Waldkraiburg. Rund 1,3 Millionen Kilowattstunden pro Jahr verbrauchen die rund 2600 Leuchten. Das macht allein knapp 330.000 Euro für den Stromverbrauch aus, zusätzlich 89.000 Euro für den technischen Unterhalt. „Werden die Leuchten auf LED-Technik umgestellt, lässt sich viel Strom einsparen und der Wartungsaufwand reduziert sich“, fasst Matthias Maier vom Ingenieurbüro HPE zusammen. Die Umrüstung von rund 2350 Leuchten auf LED-Technik spart pro Jahr rund eine Millionen Kilowattstunden ein. Eine Stromkostenersparnis von 240.000 Euro. Möglich sei auch, dass Steuerung der Leuchten optimiert werde, sodass sie nicht durchgängig mit voller Leistung leuchten.

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