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Neustart nach Corona-Pause

Der Kasperl bleibt mutig: Klick-Klack-Theater startet wieder im Waldkraiburger Haus der Kultur

Die Fäden hinter den Puppen ziehen Silvia und Stefan Beyrer. Rebecca (3) durfte sich schon mal im Figurenspeicher vom Klick-Klack-Theater umschauen.
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Die Fäden hinter den Puppen ziehen Silvia und Stefan Beyrer. Rebecca (3) durfte sich schon mal im Figurenspeicher vom Klick-Klack-Theater umschauen.
  • VonUrsula Huckemeyer
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Tritratralla – der Kasperl ist wieder da. Auch wenn es pandemiebedingt ruhig geworden ist um den lustigen Gesellen, nach der langen Pause ist auch das Klick-Klack-Theater wieder zurück im Haus der Kultur in Waldkraiburg. Rechtzeitig zum Jubiläum: Denn vor 30 Jahren haben Silvia und Stefan Beyrer mit ihrem Puppentheater Premiere gefeiert.

Waldkraiburg/Niederbergkirchen – Ein Kasperl lässt sich niemals unterkriegen. Das ist so klar wie dicke Kloßbrühe. Auch der Kasperl aus dem Klick-Klack-Theater macht da keine Ausnahme. Er blickt trotz Corona-Krise mutig in die Zukunft. Langeweile und Trägheit kennt er nicht. Mit seinen Besitzern Silvia und Stefan Beyrer packte der Kasperl daher während der langen Wintermonate das lustige Theaterstück „Tritratrallala“ in eine farbenfrohe neue Kulisse.

Wie für alle Kunstschaffenden ging die Pandemie auch an den Betreibern des mobilen Theaters nicht spurlos vorüber. Der letzte Vorhang fiel sinnigerweise am Freitag, 13. März 2020. „Jetzt schauen wir aber nach vorne“, betont das Niederbergkirchener Ehepaar.

Erste Vorstellung war ausverkauft

Seit Januar 2021 hält Silvia Beyrer das Zepter in der Hand, weil Gatte Stefan in den Ruhestand ging. Allerdings passt bei dem 64-Jährigen der Begriff „Unruhezustand“ besser, denn er beteiligt sich nach wie vor an Vielem, was das Klick-Klack-Theater anbelangt. Zum Auftakt der diesjährigen Herbst-/Wintersaison in Waldkraiburg spielten die Beyrers bereits am 26. September vor ausverkauftem Haus den Froschkönig.

Weil die Jüngsten noch nicht geimpft werden können, hält sich das Haus der Kultur genau an die Hygienevorschriften wie Alexandra Lausmann unterstreicht. „Wir achten auf die 1,5 Meter Abstand zwischen den Reihen und den Besuchern. Natürlich verkaufen wir dadurch weniger Eintrittskarten, wie es sonst bei Kinderveranstaltungen üblich ist. Zudem ist eine Lüftungsanlage dauerhaft in Betrieb.“

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Erwachsene, die die Kinder begleiten, unterliegen der 3-G-Regelung. „Diese Vorschrift kontrollieren wir bereits beim Eintritt in unser Haus“, erklärt Lausmann. Maskenpflicht besteht bis zum gekauften Sitzplatz. Allerdings würden es die Verantwortlichen des Kulturamts gerne sehen, wenn die Erwachsenen bei den Kinderveranstaltungen die Masken auflassen, zumal die Veranstaltungsdauer gering sei.

Silvia und Stefan Beyrer achten ebenfalls auf Hygieneregeln. „Wir sind natürlich beide zweimal geimpft“, hebt die Theaterbetreiberin hervor. Die fade Phase ohne Auftritte von November 2020 bis zu den diesjährigen Pfingstferien überstanden die Beyrers samt ihrer Puppen-Menagerie mal besser und mal schlechter.

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Stefan Beyrer, ein gelernter Holzbildhauer, verzog sich immer wieder in seine Werkstatt. Schließlich stellt er alle Puppen selber her. Fremdaufträge von anderen Theatern für verschiedene Figuren waren vor Corona an der Tagesordnung. Jetzt sind Bestellungen rar geworden. „Jeder in der Theaterwelt kämpft sich halt durch diese seltsame Zeit“, sagt der 64-Jährige.

In den Sommermonaten Juni und Juli setzte sich das Klick-Klack Theater erfreulicherweise wieder häufiger in Bewegung. Was das Künstlerpaar gesteht: „Wir haben vor den ersten Auftritten daheim geprobt, was wir sonst nie machen. Aber nach den Monaten der Abstinenz erschien uns das Proben wichtig, damit bei den Vorstellungen alles klappt.“

Aschenputtel als Familienmusical

Das Ehepaar arbeitete in der aufgezwungenen spielfreien Zeit an einem neuen Stück. „Hase und Igel“ soll bald auf der Handpuppenbühne zu sehen sein. Ein bisschen Skepsis schwingt mit, wenn Silvia Beyrer über Buchungen in Kindergärten oder Büchereien spricht. „Die Veranstalter sind teils noch zurückhaltend“, beobachtet die 58-Jährige die Lage und ergänzt: „Niemand weiß, wie sich Corona in den kommenden Wochen und Monaten entwickelt.“

In Waldkraiburg darf das mobile Theater nach derzeitigem Erkenntnisstand regelmäßig Vorstellungen geben. Selbstverständlich geht auch der Kasperl mit auf die Reise.

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Am Sonntag, 10. Oktober, landet er um 15 Uhr mit dem Stück „Kasperl als Nachtwächter“ im Haus der Kultur. Alexander Lausmann kündigt an, dass voraussichtlich im November das Familienmusical „Aschenputtel“ im großen Saal aufgeführt wird. „Außerdem“, so Lausmann weiter, prüfe das Kulturamt momentan mehrere Anfragen im Hinblick auf Einmietungen in Sachen Kindermusical.

Wenn die Beyrers im Oktober daheim ein Gläschen Sekt trinken, dann geschieht dies nicht ohne Grund: Ihr Klick-Klack Theater wird nämlich 30 Jahre alt. Eine Geburtstagsfeier ist aber nicht geplant. „Unsere Premiere feierten wir mit Räuber Hotzenplotz an der Schule in Niederbergkirchen“, erinnern sich die Puppenspieler. Mittlerweile blicken sie auf rund 4800 Aufführungen zurück. Und ein Ende ist noch lange nicht in Sicht, dafür sorgt alleine schon der Kasperl.

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