Zwei Meter Abstand zu Oma: So läuft Muttertag in Corona-Zeiten in Waldkraiburger Seniorenheim

Die Brüder Albin (Mitte) und Erhard Höll probten schon mal die neue Möglichkeit des Angehörigen-Besuches – wenn auch noch durch einen Zaun getrennt. Monika Michl, Mitarbeiter im Adalbert-Stifter-Heim, freut sich, dass die Bewohner wieder ihre Angehörigen sehen können. Andrea Engelmann

Über Wochen war der Besuch in Alten- und Pflegeheimen aufgrund der Coronakrise nicht möglich. Doch das hat ein Ende: Die Regierung hat  Lockerungen auf den Weg gebracht. Genau rechtzeitig zum Muttertag, auf den die Mitarbeiter im Adalbert-Stifter-Heim in Waldkraiburg vorbereitet sind.

Waldkraiburg – Duften kann ein virtueller Blumenstrauß zwar nicht, dennoch bringt er den Bewohnern des Adalbert-Stifter-Heims viel Freude, wenn sie via Skype mit ihrer Familie verbunden sind, die dann auch noch schöne Frühlingsblumen in die Kamera halten. „Seit der Corona-Krise skypen wir. Und das klappt ganz hervorragend“, berichtet Angela Maier-Denk, die das Dienstleistungs-Management im Hause leitet.

Die älteren Herrschaften blühen richtig auf, wenn sie mithilfe des Personals und der modernen Technik ein bisschen mit Kindern und Enkelkindern plaudern und darüber hinaus noch in die vertrauten Gesichter schauen können. Diese neue Art der Kommunikation kam bei „Oma“ und „Opa“ recht gut an, denn persönliche Kontakte waren aufgrund der Ansteckungsgefahr mit dem Corona-Virus in den vergangenen Wochen strikt verboten.

Kontakte gelockert in Altenheimen

Diese Durststrecke dürfte nun der Vergangenheit angehören, da die Regierung bezüglich Kontakte in Alten- und Pflegeheimen Lockerungsmaßnahmen auf den Weg gebracht hat. Angela Maier-Denk weiß, das Wohlbefinden der ihr anvertrauten Menschen hängt nicht zuletzt mit sozialen und persönlichen Begegnungen zusammen. Das Tablet leistet hierbei durchaus Hilfe. Ab sofort dürfen die älteren Herrschaften jedoch richtig aufatmen, denn in enger Absprache mit dem Landratsamt Mühldorf schuf das Adalbert-Stifter-Heim bereits ab Montag wieder Besuchsmöglichkeiten für die Angehörigen.

Für den bevorstehenden Muttertag, 10. Mai, sind Heimleitung und Bewohner also bestens gerüstet. Das Konzept des Hauses wird an allen Besuchstagen und selbstverständlich auch am Muttertag umgesetzt. Wie Angela Maier-Denk erklärt, steht die Sicherheit der Bewohner an oberster Stelle. Aus diesem Grund wurden sogenannte Begegnungszonen geschaffen, die sich im Freien befinden. „Strömenden Regen haben wir allerdings nicht einkalkuliert“, gibt die Leiterin zu.

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Für das Muttertags-Wochenende stehen bereits mehr als 20 Angehörige auf der Besucherliste. Die Heimbewohner können natürlich nicht nur am Muttertag, sondern nun wieder täglich zwischen 9 und 11 sowie zwischen 14 und 16 Uhr Gäste empfangen. Die Besucher müssen sich allerdings vorher anmelden und dürfen das Haus nicht betreten.

Ist ein Bewohner bettlägerig oder liegt er gar im Sterben, so ist es einem Verwandten erlaubt, mit Schutzanzug das Zimmer der betreffenden Person aufzusuchen.

Kontakte vorerst nur im Freien

Abgesehen von diesen Sonderfällen spielen sich die Kontakte bis auf Weiteres nur im Außenbereich ab. Und dort gilt: Zwei Meter Abstand zu Oma und Opa halten. Auch ein Mundschutz ist verpflichtend. Um die Infektionsgefahr zusätzlich zu minimieren, soll der Besuch nicht länger als 20 Minuten dauern. Und über einen echten, duftenden Blumenstrauß darf sich die eine oder andere Großmutter bestimmt auch noch freuen, sodass die Besuche am Muttertag oder an jedem anderen Tag sicher ein Erfolg für alle Beteiligten werden.

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Grund zur Freude hat momentan auch Angela Maier-Denk. Bei den Bewohnern sind bisher nämlich keine Corona-Fälle aufgetreten. „Ich kann natürlich nur den momentanen Stand angeben“, betont sie. Der einzige Mitarbeiter des Hauses, der aktuell positiv auf Corona getestet wurde, ist jetzt schon in der sechsten Woche zu Hause.

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