Vorfreude beim Tierschutzverein

Kleines Paradies für Mensch und Tier: Spatenstich für Waldkraiburger Tierheim im Frühjahr

Wir haben alle Gutachten und Genehmigungen beieinander. Im Frühjahr ist Spatenstich.“ Manuelas Gyimes, Vorsitzende des Tierschutzvereins, kann es kaum noch erwarten, bis es mit dem Bau des neuen, großzügigen Tierheims los geht.
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Wir haben alle Gutachten und Genehmigungen beieinander. Im Frühjahr ist Spatenstich.“ Manuelas Gyimes, Vorsitzende des Tierschutzvereins, kann es kaum noch erwarten, bis es mit dem Bau des neuen, großzügigen Tierheims los geht.
  • Hans Grundner
    vonHans Grundner
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„Das wird schön, das wird richtig schön.“ Wenn sie vom neuen Tierheim spricht, kommt Manuela Gyimes, Vorsitzende des Tierschutzvereins Waldkraiburg und Umgebung, ins Schwärmen. Ein langer Kampf wird endlich belohnt. Es wird auch Zeit. Die alte Tierherberge verdient die Bezeichnung „Tierheim“ nicht mehr.

Waldkraiburg – Nahe dem Weiler Innthal wird ein kleines Paradies für Tier und Mensch entstehen. „Wir haben alle Genehmigungen und Gutachten beinander. Im Frühjahr ist Spatenstich“, sagt Manuela Gyimes, die froh ist, das alte Tierherberge in absehbarer Zeit hinter sich lassen zu können.

Alte Tierherberge marode und viel zu eng

„Wir sind ständig an die Kapazitätsgrenzen gestoßen, sollten Tiere nach Todes- oder bei Krankheitsfällen aufnehmen, konnten das aber eigentlich gar nicht mehr.“ Das Gelände ist herunter gekommen, viel zu eng. Und das Häuschen, in dem eigentlich die Tierheimleitung wohnen sollte, ist seit Langem gesperrt.

Großzügige Planung auf 2,5 Hektar großem Areal

Kein Vergleich zu den großzügigen Räumen, die auf dem 2,6 Hektar großen Areal entstehen sollen, das der Verein am Innkanal erworben hat. Im Hundetrakt sind fünf großzügige Zwinger geplant, vier davon für die Gruppenhaltung. Alle Räume haben mit einem Dach geschützte Vorplätze, einen Zugang zur Wiese. Selbstständig können die Tiere rein und raus. Nur während der Mittagsruhe und abends ab 22 Uhr ist zu. Damit die Anwohner in Innthal und in Pürten nicht gestört werden. Die Hundeausläufe werden mit Lärmschutz-Hecken bepflanzt. „Wir wollen alles tun, damit es keinen Ärger mit dem Umfeld gibt“, sagt Gyimes. Auch viele Auflagen in Sachen Naturschutz müssen umgesetzt werden. Vorbereitende Arbeiten seien zum Teil schon in diesem Herbst erledigt worden.

Planung in enger Abstimmung mit Veterinäramt

In Abstimmung mit dem Veterinäramt werden Innenausstattung und Detailpläne entwickelt. Eine strikte Trennung der Quarantäne-Bereiche, wie sie die Behörde vorgibt, wird selbstverständlich eingehalten. Kranke Hunde werden auf einer separaten Station versorgt, es gibt einen Raum, in dem der Tierarzt arbeiten kann.

Für Katzen gibt es im zweiten Flügel des Gebäudes einen Quarantäne-Bereich mit Krankenstation. Gyimes: „Nur so kann man richtig arbeiten und die Ausbreitung von Krankheiten vermeiden.“

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Stadt übernimmt Erschließungskosten

Jedes der sieben Katzenzimmer hat einen eigenen Ausgang. Es gibt separate Hunde- und Katzenküchen, auch das eine Vorgabe vom Veterinäramt. Und die Mitarbeiter können sich in einem Personalraum umziehen und Pausen machen.

Auch für die Kleintiere ist ein großzügiger Bereich vorgesehen. Mit Schulklassen will der Verein im Vorgarten zeigen, wie diese Tiere gehalten werden sollten. Gyimes und ihr Vorstand haben sich fest vorgenommen, das Tierheim zu öffnen: für Vorträge und Veranstaltungen. Bei einem Kaffeetreffen wollen sie Senioren aus Altenheimen mit Tieren in Kontakt bringen.

Wohnhaus für Tierheimleitung und Mitarbeiter

Auf dem Gelände wird außerdem ein Wohnhaus entstehen, für die Tierheimleitung und eine Pflegekraft. „So können wir die Betreuung der Tiere rund um die Uhr sicherstellen.“

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1,5 Millionen Euro – so viel soll das Projekt kosten, inklusive Grundstück. Diese Zahl ist nicht mehr ganz neu. Trotzdem hofft Gyimes, mit diesem Budget hin zu kommen. Die Angebote, die der Verein von den Handwerken eingeholt hat, stimmen sie zuversichtlich. „Einige Firmen spenden das Material.“

Verein arbeitet an der Finanzierung

Wie viel Geld noch fehlt auf die nötige Summe, dazu will Gyimes nichts sagen. Der Verein darf mit 50 000 Euro Zuschuss vom Deutschen Naturschutzbund rechnen, 100 000 Euro Zuschuss sind vom Freistaat beantragt, einige Stiftungen kontaktiert. Private Spender und Firmen haben Geld überwiesen, andere Mittel zugesagt. Am Wochenmarkt hat der Verein einen Verkaufsstand, eine Haussammlung in Waldkraiburg und allen Orten, die ihre Fundtiere im Tierheim abgeben, ist geplant.

Mit Unterstützung der ehemaligen Stadträtinnen Eva Köhr und Susanne Engelmann sowie von Stadträtin Charlotte Konrad sammeln Gyimes und ihr Vorstand Spenden. .„Corona macht das nicht leichter.“ Einige Firmen seien im Moment verständlicherweise mit sich selbst beschäftigt.

Der Baubeginn 2021 werde aber nicht an den Finanzen scheitern. Sollte das Geld noch nicht reichen, wird man den Bau der Hundepension, die ebenfalls errichtet werden soll, noch einmal verschieben.

Zufahrt zahlt die Stadt

Die Erschließung des Grundstücks erfolgt über einen öffentlichen Feld- und Waldweg, 3.50 Meter breit plus Bankett, , den die Stadt auf ihre Kosten bis zum Beginn des Parkplatzes asphaltiert. Wann die Straße hergerichtet wird, stehe noch nicht fest, so Thomas Heigl von der Bauabteilung auf Anfrage. Das hänge vom Baubeginn des Tierheims ab und werde mit dem Tierschutzverein abgestimmt.

Heuer keine Jahreshauptversammlung

Aufgrund der Corona-Pandemie hält der Tierschutzverein Waldkraiburg und Umgebung in diesem Jahr im Dezember grade mit Rücksicht auf die älteren Mitglieder keine Jahreshauptversammlung ab. Das ist möglich, weil keine Vorstandswahlen anstehen. Mitglieder, die den Jahresbericht einsehen oder gerne nähere Informationen zum Sachstand beim neuen Tierheim haben wollen, können sich per Mail info@tierheim-waldkraiburg.de an die Vorsitzende wenden. hg

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