Zu klein oder sanierungsbedürftig: So löst die Stadt Waldkraiburg die großen Schulfragen

Die Diesel-Grundschulebraucht zusätzliche Räume und wird erweitert. Statt einer Aufstockung soll ein Anbau den Raumbedarf decken. LOhmann

Der Waldkraiburger Schullandschaft stehen viele Veränderungen bevor. Die Dieselschule und die Förderschule brauchen mehr Platz, die Franz-Liszt-Schule ist sanierungsbedürftig. Die aktuellen Entwicklungen skizzierte Bürgermeister Robert Pötzsch im Stadtrat.

Waldkraiburg – Eine Machbarkeitsstudie hat die bestmöglichen Optionen für eine Optimierung der Schullandschaft herausgearbeitet. „Wir haben die Trends bereits früh erkannt und entsprechend reagiert“, erklärt Bürgermeister Robert Pötzsch (UWG) und fügt hinzu: „Wir sind mitten in den umfassenden Planungen für die Verbesserung unserer Schullandschaft.“

Teil der Planungen ist auch die Grundschule an der Dieselstraße. Die Schülerzahlen sind in den vergangenen Jahren gestiegen und damit auch der Platzbedarf. Mehr Platz braucht aber nicht nur die Schule, sondern auch der Hort. Der soll weiter vergrößert und ins Schulgebäude einziehen. Die ebenfalls dort bestehende Mittagsbetreuung soll nach Fertigstellung des Hortes in diesen integriert werden. Bis dahin sei die Betreuung der in der Mittagsbetreuung angemeldeten Kinder sichergestellt.

6,250 Millionen für den Anbau

Zunächst stand als Variaante eine Aufstockung des Schulgebäudes im Raum, die auch technisch möglich gewesen wäre. Aber es ist eine Frage des Geldes. „Die Kosten sind ins Uferlose gestiegen, deshalb ist jetzt ein Anbau geplant“, erklärte Pötzsch im Stadtrat. Diese Variante ist nämlich rund 1,4 Millionen Euro billiger – bei gleicher Quadratmeterzahl.

Der zweigeschossige Anbau soll vor den bestehenden Eingang im Norden gesetzt werden. Zusätzlich ist ein Geschoss geplant, das auf Ständern über den überdachten Verbindungsgang gesetzt wird. Das Raumprogramm berücksichtigt nicht nur neue Klassenzimmer, sondern auch vier Räume für den Hort. Die Kosten werden auf rund 6,250 Millionen Euro, nach Abzug der Förderungen muss die Stadt noch etwa 3,4 Millionen Euro leisten.

Ein weit umfangreicheres Projekt ist der geplante Schultausch der Franz-Liszt-Mittelschule und der Förderschule. Die Mittelschule braucht eine Generalsanierung, die Förderschule mehr Platz,die darüber hinaus mit der Außenstelle Starkheim zusammengelegt werden soll, heißt es in einer Mitteilung der Stadt.

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Der Schultausch biete für Bürgermeister Robert Pötzsch eine große Chance, um auch Synergien zu schaffen. Gemeinsam mit dem Landkreis wurde an einer Lösung gearbeitet, deren Vertragsverhandlungen sich bereits relativ fortgeschritten sind.

Ein erster Planungsschritt sieht vor, dass die Schüler der Franz-Liszt-Mittelschule in eine Modulschule ziehen. Noch ist ein Planungsbüro auf der Suche nach einem geeigneten Standort, mehrere Optionen werden aktuell geprüft.

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Nach der Sanierung der Franz-Liszt-Mittelschule ziehen die Schüler der Förderschule ein. Im nächsten Schritt können nun die Sanierungsarbeiten an der Förderschule beginnen. Sobald diese abgeschlossen sind, ziehen dort die Mittelschüler ein.

Die Franz-Liszt-Mittelschule und die Diesel-Mittelschule werden mit diesem Schritt an einen Standort zusammengelegt, bleiben aber zwei eigenständige Schule in getrennten Gebäuden. „Wir erhoffen uns, dass sich durch die Konzentrierung auf einen Standort Synergieeffekte für beide Schulen ergeben zum Beispiel in der Nutzung gemeinsamer Räumlichkeiten, die ansonsten aufgrund von Platzproblemen nicht möglich wären“, sagt Bürgermeister Pötzsch.

Verkehrssituation wird entlastet

Die Vorteile für diese Maßnahmen liegen für ihn auf der Hand: Durch die Verlagerung der Franz-Liszt-Mittelschule an den Standort Waldkraiburg Mitte wird die Verkehrssituation in Waldkraiburg Süd entlastet, da für die Förderschulnutzung kein relevanter Fahrservice der Eltern entsteht. Ein neues Verkehrskonzept berücksichtigt auch den dadurch entstehenden zusätzlichen Verkehr am Standort Waldkraiburg Mitte, sodass dieser wesentlich reduziert wird.

Modulschule für die Franz-Liszt-Schüler

Des Weiteren ergäbe sich auch eine klare räumliche Trennung der Schulstandorte in Stadt- und Landkreisnutzung. „Ich freue mich, dass wir nach vielen Gesprächen eine Lösung gefunden haben, die von allen Beteiligten getragen wird und wir zeitnah die Planungsphase verlassen und in die Umsetzungsphase starten können“, sagt der Bürgermeister.

Drei bis fünf Jahre soll es dauern, bis alles abgeschlossen ist, sagte Pötzsch im Stadtrat.

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