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Natur besser erleben

Klassenzimmer zum Spüren und Fühlen: Waldkraiburger Grundschule legt Natur-Lernraum an

Mit Spaten und viel Muskelkraft heben die Viertklässler der Grundschule an der Beethovenstraße die Löcher für Himbeern, Johannisbeeren und Heidelbeeren aus. Stadtgärtner Christian Stöckl packt mit an.
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Mit Spaten und viel Muskelkraft heben die Viertklässler der Grundschule an der Beethovenstraße die Löcher für Himbeern, Johannisbeeren und Heidelbeeren aus. Stadtgärtner Christian Stöckl packt mit an.
  • Raphaela Lohmann
    VonRaphaela Lohmann
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Die Grundschule an der Beethovenstraße hat ein neues Klassenzimmer bekommen. Ein Klassenzimmer im Grünen. Denn die Grundschule mit Schulleiter Andreas Kraus hat in Zusammenarbeit der Stadt Waldkraiburg einen Natur-Lernraum geschaffen. Im grünen Klassenzimmer gab es am Freitag (16. April) die erste Unterrichtsstunde: Pflanzen setzen.

Waldkraiburg – Mit aller Kraft stechen die Schüler der Grundschule an der Beethovenstraße den Spaten in die Erde. Keine einfache Aufgabe, denn der Boden ist hart und steinig. Zentimeterweise geht es vorwärts, doch mit vereinten Kräften heben die Viertklässler in regelmäßigen Abständen Pflanzlöcher aus.

Die Bereiche sind klar eingeteilt: Im westlichen Bereich entsteht eine Hecke mit verschiedenen Sträuchern, südlich davon setzen die Schüler sechs Laubbäume in die Herde. Im östlichen Bereich pflanzen die Kinder mit Himbeeren, Johannisbeeren oder Heidelbeeren einen kleinen Naschgarten.

Ein Thema für jede Jahrgangsstufe

Ein paar Meter weiter kommen noch vier Nadelbäume in die Erde. Mit Spaten, Kraft und viel Eifer sind die Mädchen und Buben bei der Sache. Unterstützung braucht es an anderer Stelle, wenn der vierte Bereich umgesetzt werden soll: Bislang fehlt nämlich noch eine Blühwiese, für die es bei der Umsetzung aber mehr Geräte als nur Spaten braucht. Dann sind alle vier Themen des Natur-Lernraums an der Beethoven-Grundschule abgedeckt.

Blühwiese, Hecke, Nadel- und Laubbäume und ein Naschgarten – jeweils ein Thema für jede Jahrgangsstufe. „Das sind die Themen, welche die Lehrpläne von der ersten bis zur vierten Klasse vorsehen. Viele Inhalte können wir jetzt auf dem Grundstück umsetzen. Das ist ein Traum“, erklärt Schulleiter Andreas Kraus. Die Pflanzen, deren Wachstum und Veränderung im Jahreskreislauf, können die Schüler damit direkt vor Ort beobachten.

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Das Konzept hat der Schulleiter zuletzt auch mit Fred Schelp, Abteilungsleiter für Kultur- und Generationenangebote, entwickelt, der darin auch ein großes Potenzial gesehen hat. Denn mit dem Natur-Lernraum erschließt sich die Schule das gesamte Schulgelände. „Bislang diente nur der gepflasterte Bereich als Pausenhof. Zuletzt die Corona-Pandemie hat uns gezeigt, dass wir mehr Flächen benötigen“, sagt Kraus. Dem stimmt auch Fred Schelp zu. Sitzgelegenheiten würden zudem einen anschaulichen Unterricht im Freien möglich machen.

Auch Emma, Melih, Maria, Yanis und Vincent aus der vierten Klasse heben fleißig Löcher aus für die vielen Bäume und Sträucher. Stadtgärtner Christian Stöckl packt ebenfalls mit an, hilft beim Ausheben und erklärt, wo welche Pflanze in die Erde kommt. Somit nimmt der neue Natur-Lernraum schnell Form an.

„Endlich wird der Pausenhof verschönert und schön, dass hier bald mehr Blumen wachsen“, freut sich Emma. Ihre Mitschüler Maria und Melih arbeiten gerne in der Natur und im Garten, Yanis und Vincent hat es Spaß gemacht, mit der Schaufel die Löcher auszuheben. Neues Wissen nehmen sie auch mit nach außen: Die meisten Pflanzen kannten sie zwar, aber einige dann doch nicht wie die Mispel.

Anderer Bezug zu Pflanzen und Natur

Von Anfang an sind die Schüler damit in das Projekt eingebunden. Schulleiter Andreas Kraus bedauert es nur, dass das Projekt nicht so umgesetzt werden kann, wie es ursprünglich geplant war. Denn eigentlich sollte jede Jahrgangsstufe bei ihrem Naturprojekt selbst mit Hand anlegen. Angesichts der hohen Inzidenzwerte im Landkreis sind aktuell nur die Viertklässler und die Kinder der Notbetreuung in der Schule.

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Anfassen, spüren und fühlen: Bürgermeister Robert Pötzsch ist überzeugt, dass die Schülere mit dem Natur-Lernraum einen ganz anderen Bezug zu den Pflanzen und der Natur bekommen. „Wer die Arbeit und das Ergebnis sieht, sieht das alles in einem anderen Licht und läuft in der Natur nicht mehr blindlings darüber.“

Für den Natur-Lernraum gab es auch Unterstützung von außen. Die Meine Volksbank-Raiffeisenbank hat das Projekt mit 1000 Euro unterstützt, Peter Zinn überreichte den Spendenscheck.

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