Corona: So rüsten sich Waldkraiburger Schulen und Kitas

Wo ansonsten vormittags Schüler auf dem Pausenhof sind, herrscht nun Leere. Bis zum Ende der Osterferien sind Schulen und Kitas geschlossen, Eltern müssen die Betreuung der Kinder größtenteils anders regeln. Grundner
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Wo ansonsten vormittags Schüler auf dem Pausenhof sind, herrscht nun Leere. Bis zum Ende der Osterferien sind Schulen und Kitas geschlossen, Eltern müssen die Betreuung der Kinder größtenteils anders regeln. Grundner

Kinderzimmer statt Klassenzimmer: Wegen der Corona-Pandemie sind bayernweit Schulen und Kinderbetreuungseinrichtungen bis zum Ende der Osterferien geschlossen. Eltern, die in systemrelevanten Berufen tätig sind, können auf eine Notbetreuung an Schulen und Kitas zurückgreifen.

Waldkraiburg – Ein Angebot, das in der ersten Woche aber kaum genutzt wurde. Doch es könnten mehr werden. An den Schulen arbeitet man daran, die Prozesse für das Lernen daheim zu vereinfachen.

Im Kindergarten Maria Schutz wird aktuell ein Kind betreut. Leiterin Charlotte Konrad schließt aber nicht aus, dass während der Corona-bedingten Schließung noch weitere Kinder hinzukommen können. Obwohl die Gruppenräume leer sind, geht die Arbeit im Kindergarten weiter. Konzeptionsarbeiten oder Dokumentation würden die Mitarbeiterinnen nun auch zum Teil von daheim erledigen. „Die Sicherheit geht vor, deshalb hat das Personal nur wenig gegenseitigen Kontakt“, erklärt Charlotte Konrad.

Mit mehr Anfragen wird gerechnet

Die erste Woche haben noch alle Eltern der Kinder in der Kindertagesstätte Christkönig selbst ihre Kinder betreuen können. Doch das könnte sich auch bald ändern, vermutet Leiterin Tamara Tusche. „Es gibt bereits erste Anfragen. Es haben nun mehr Eltern Anspruch darauf als noch zu Beginn.“ Vergangene Woche gab es nämlich eine neue Verfügung, der zufolge weitere Berufsgruppen als systemrelevant aufgenommen worden sind. Außerdem reicht es nun aus, wenn nur ein Elternteil in einem systemrelevanten Beruf tätig ist.

Auf Abruf bereit steht das Personal im Käthe-Luther-Kindertagesstätte. Dort rechnet Leiterin Cornelia Cordes-Jacobskötter, dass ab nächste Woche ein Kind betreut werden soll. Für betroffene Eltern sei sie jederzeit erreichbar, um kurzfristig eine Betreuung zu gewährleisten. Cornelia Cordes-Jacobskötter hält die Stellung im Kindergarten, die Mitarbeiterinnen arbeiten im Homeoffice. „Es gibt für alle viel zu tun.“ Dies sei zwar anfangs eine Umstellung gewesen, aber es klappe erstaunlich gut.

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Während Kindergartenkinder sich über die unerwarteten Ferien freuen können, geht für die Schulkinder der Unterricht trotz Corona weiter. Wenn auch eingeschränkt und in anderer Form. Eine Situation, die für Schüler und Lehrer gleichermaßen neu ist. „Die Schüler werden auf mehreren Wegen mit Arbeitsaufträgen versorgt“, erklärt Helmut Wittmann, Schulleiter am Gymnasium, wo vergangene Woche eine Schülerin betreut worden ist. Der direkteste Weg läuft über Email. Zusätzlich wurde das Elternportal umfunktioniert, damit die Lehrer auf diesem Weg eine weitere Möglichkeit haben, um mit ihren Schülern Kontakt aufzunehmen. Erste Anlaufschwierigkeiten hätte man in der ersten Woche beheben können. Er schätzt den großen Einsatz von Lehrern und Eltern. Rückmeldungen sollen dabei helfen, die Prozesse für die verbleibende Zeit zu verbessern.

In Corona-Zeiten Herausforderung für alle Seiten

Als dritte Möglichkeit nennt Wittmann Mebis, eine bayernweite Lernplattform für alle Schularten. „Die Kapazitäten hierfür wurden zwar ausgebaut, aber die Stabilität ist bei so vielen Anfragen schwierig“, sagt Wittmann. Doch viel mehr ärgert er sich darüber, dass die Lernplattform masiv von Hackern angegriffen worden sei.

An der Realschule ist es ebenfalls ruhig. Die erste Woche hat kein Schüler hier das Angebot der Notbetreuung in Anspruch genommen, im Schulhaus ist daher nur jemand aus der Schulleitung. „Wir wechseln uns gegenseitig ab, um uns aus dem Weg zu gehen.“ Rektor Werner Groß nennt es in Corona-Zeiten als Herausforderung für alle Seiten, dass der Unterricht weitergeht. Gerade in den niedrigeren Klassenstufen seien die Kinder per Email oft nur über die Eltern zu erreichen, nicht in jedem Haushalt gebe es einen Drucker. „Gerade anfangs gab es Schwierigkeiten, weil jede Klasse von mehreren Lehrern Arbeitsaufträge bekommen hat.“ Deshalb sollte dies in der Anfangszeit auf die Lern- und Profilfächer reduziert werden, damit der Unterricht zuhause in Ruhe anlaufen könne.

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„Es ist schwierig, im Unterrichtsstoff weiterzumachen. Das ist nicht überall gleich möglich.“ Zu einem späteren Zeitpunkt müsse dies im regulären Unterricht wieder aufgeholt werden. Und das hat an anderer Stelle Folgen: „Wenn wir so viel Zeit zum Lernen verlieren, dann bleibt keine Zeit mehr für Klassenfahrten“, erklärt Groß. Aber auch andere Veranstaltungen wie zum Beispiel der Tanzkurz würden abgesagt werden.

Am meisten betroffen sind die Abschlussschüler. Eltern seien verunsichert, die Angst wegen des Notendrucks da. Dass der Termin für die Abschlussprüfung verschoben worden ist, gebe einen Aufschub.

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