Badeunfall eines Buben (2) im Waldkraiburger Waldbad: Helfer der Wasserwacht berichtet

Bub (2) bewusstlos Waldbad
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Ein Hubschrauber brachte einen 2-Jährigen vom Waldkraiburger Waldbad in eine Klinik. Das Kind war bewusstlos in einem Nichtschwimmerbecken gefunden worden.
  • Raphaela Lohmann
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Schreckliche Momente im Waldkraiburger Waldbad: Ein 2-Jähriges Kind trieb leblos in einem Becken. Ein Badegast beatmete es noch im Wasser.

Update 12. August, 18.45 Uhr

Waldkraiburg – Ein glückliches Ende nahm der Ausflug ins Waldbad für einen zweijährigen Buben: Er wurde am Dienstag bewusstlos aus dem Nichtschwimmerbecken gezogen und musste reanimiert werden. Der Bub lebt. 

Nur kurz geriet der Zweijährige im Nichtschwimmerbecken unter Wasser, trotzdem wurde er bewusstlos. Eine Verwandte, die als Begleitperson mit dem Kind im Wasser war, schätzte die Situation kurz nach 15 Uhr gleich richtig ein. „Sie hat sofort richtig reagiert“, sagt Robert Kratzenberg, Bereichsleiter Sportanlagen bei den Stadtwerken. 

Begleiterin reagiert sofort und richtig

Sie habe den Kopf des Kindes über Wasser gezogen und noch im Becken mit der ersten Beatmung begonnen, wie die Stadtwerke am Mittwoch in einer Pressemitteilung informiert haben. Schnell reagiert hat auch Jürgen Szczuka von der Wasseraufsicht, der in diesem Moment in der Nähe stand. 

Er übernahm sofort das Kind am Beckenrand und setzte die Reanimation weiter fort. Erfolgreich. Nach nur wenigen Wiederholungen hat der Bub wieder selbstständig geatmet und sein Bewusstsein erlangt. Jürgen Szczuka macht seit mehr als 35 Jahren Dienst im Waldbad, war früher auch ehrenamtlich im Rettungsdienst tätig. 

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Unklar, wie der Bub in die Notsituation geriet

Zwei weitere Mitglieder der Wasseraufsicht kamen ebenfalls hinzu und halfen, den Bub in den Erste-Hilfe-Raum zu bringen. Die verständigten Rettungskräfte samt Notarzt kümmerten sich im weiteren Verlauf um das Kind, bevor es mit einem Elternteil mit einem Hubschrauber in eine Klinik zur weiteren Untersuchung geflogen wurde. 

Unter welchen Umständen der Bub in die Notsituation gekommen ist, konnte Kratzenberg nicht sagen. Fest steht, dass der Junge zuvor immer wieder versucht haben soll, sich die Schwimmflügel von den Armen abzustreifen, seine Eltern ihn immer wieder daran hinderten. 

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Schwimmflügel kein 100-prozentiger Schutz

Als der Unfall allerdings passierte, trug der Zweijährige aus Waldkraiburg keine Schwimmflügel. Doch auch Schwimmflügel bieten keine Sicherheit vorm Ertrinken. Eltern sollten daher ihre Kinder immer im Blick behalten. Nicht immer sei es einfach, eine Notsituation zu erkennen. 

Es sei vom Spielen oft nur sehr schwer zu unterscheiden, ob jemand darum kämpfe, den Kopf über Wasser zu bekommen. „Als Beobachter muss man unterscheiden können, wie lange ist jemand unter Wasser und wie lange ist der Kopf wieder über Wasser“, sagt Kratzenberg. Badeunfälle würden sich zum Glück nur sehr selten im Waldbad ereignen. Der Letzte liege schon einige Jahre zurück.

Vorsicht auch nach glimpflich ausgegangenem Badeunfall

Eine tückische Gefahr: Wasser in der Lunge Auch wenn ein Badeunfall mit einem Kleinkind zunächst glimpflich ausgegangen ist, sollten Eltern die nächsten Tage vorsichtig bleiben. Denn es besteht die Gefahr des sekundären Ertrinkens – ein extrem seltenes Phänomen. 

Gemeint sind damit Beschwerden nach dem Baden, verursacht durch Wasser in der Lunge. Und dazu reicht meist eine geringe Menge aus. Wasser gelangt dabei in die Lunge, wenn Kinder oder auch Erwachsene es einatmen. Dazu reicht es bereits aus, sich zum Beispiel beim Untertauchen zu erschrecken. Nur in den seltensten Fällen gelangt dabei zu viel Wasser in die Lunge. Entzündungsreaktionen und Ödeme können die Folge sein, die Lunge reagiert aber erst später. 

Spätfolgen bis zu 24 Stunden nach Badeunfall

Erst bis zu 24 Stunden später können Anzeichen auftreten, dass sich zu viel Wasser in der Lunge befindet. Wichtig ist es dabei allerdings, dass Eltern mögliche Symptome richtig einschätzen: Atembeschwerden, Husten, Erbrechen, Fieber oder Schmerzen im Brustkorb können ein Indiz dafür sein, dass zuviel Wasser in der Lunge ist. Eltern sollten dann mit ihrem Kind umgehend einen Arzt aufsuchen. Bei Kindern gilt immer: Niemals unbeaufsichtigt im Wasser lassen.

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Erstmeldung

Waldkraiburg - In einer Pressemitteilung haben die Stadtwerke Waldkraiburg darüber informiert, dass am Dienstag (11. August) ein Kind im Waldkraiburger Waldbad reanimiert werden musste. Das Kind trieb Bewusstlos in einem Nichtschwimmerbecken.

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Ein Bekannter des Buben beatmete ihn noch im Wasser. Am Beckenrand übernahm laut Stadtwerke Waldkraiburg eine Wasseraufsicht die weitere Versorgung und setzte die Reanimationfort. Dabei fing der 2-Jährige wieder an zu atmen und kam wieder zu Bewusstsein.

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Mit dem Hubschrauber in die Klinik

In einem Erste-Hilfe-Raum des Waldbades, wohin das Kind getragen wurde, konnten die Rettungskräfte und ein Notarzt die weitere medizinische Betreuung übernehmen. In Begleitung eines Elternteils wurde der Bub mit dem Hubschrauber in eine Klinik gebracht.

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