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Geständnis vor Gericht

„Keine Tötungsabsicht“: Nach Messerattacke sagt 38-jährige Angeklagte am Landgericht aus

Mit einem Hubschrauber kam eine 34-jährige Frau nach einer Messerattacke in ein Münchner Krankenhaus, wo eine Notoperation ihr Leben rettete.
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Mit einem Hubschrauber kam eine 34-jährige Frau nach einer Messerattacke in ein Münchner Krankenhaus, wo eine Notoperation ihr Leben rettete.
  • VonMonika Kretzmer-Diepold
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Das Zerwürfnis zweier ehemaliger Freundinnen ist im vergangenen Jahr in einer Messerattacke gegipfelt. Eine 34-Jahre alte Frau hat den Angriff nur knapp überlebt. Am zweiten Prozesstag hat die 38-jährige Angeklagte nun über ihre Anwälte die Tat eingeräumt.

Waldkraiburg/Traunstein – Eine sechsjährige gute Freundschaft unter zwei Frauen in Waldkraiburg endete nach Bildern auf Facebook mit einem Zerwürfnis. Der Streit gipfelte in einer körperlichen Attacke. Eine 38-Jährige versetzte der vier Jahre jüngeren Frau einen Messerstich in den Bauch. Diese Woche ist der Prozess am Landgericht Traunstein gestartet.

Vor der Siebten Strafkammer am Landgericht Traunstein mit Vorsitzender Richterin Christina Braune ließ die Angeklagte am Freitag (13. Mai) über ihre Verteidiger die Tat einräumen. Eine Tötungsabsicht habe ihre Mandantin jedoch nie gehabt, betonten die Anwälte. Der Prozess geht am 23. Mai, 13. Juni, 4., 18. und 25. Juli sowie am 1. August jeweils um 9.15 Uhr, weiter.

Angeblich Kinder vernachlässigt

Die beiden Freundinnen verstanden sich bis Herbst 2020 gut. Danach kam es nach Worten der Vorsitzenden Richterin über private Dinge zu einem „Kleinkrieg“ zwischen den Frauen und einer regelrechten Lagerbildung im Freundeskreis. Unter anderem sollte das Kreisjugendamt anonym informiert worden sein über eine angebliche Vernachlässigung von Kindern. Bislang haben sich die einstigen Freundinnen nicht wieder versöhnt.

Negativer Höhepunkt der schwierigen Beziehung unter den Frauen war der Vorfall mit dem Messer am Nachmittag des 24. Februar 2021. Die Nebenklägerin war mit ihrem Lebensgefährten zum Haus der Angeklagten gegangen. Das Gespräch im Garten entwickelte sich zu einer heftigen Debatte. Dabei holte die 38-Jährige aus ihrer Handtasche ein aufklappbares Messer mit zehn Zentimeter langer Klinge und stach zu.

Die Wahlverteidiger Sewarion Kirkitadse aus München und Hubertus Werner aus Landshut – der dritte Anwalt ließ sich gestern entpflichten – sprachen in ihrer Erklärung von „einem dynamischen Geschehen“. Alles sei sehr schnell abgelaufen. Keinesfalls habe die 38-Jährige die Jüngere töten wollen. Einen Schadensersatzanspruch der Geschädigten erkenne die Angeklagte „dem Grunde nach“ an, so die Anwälte. Zur Höhe eines eventuellen Schmerzensgeldes äußerten sie sich nicht.

Der Stich in den Bauch, nach Staatsanwältin Stephanie Windhorst eine „gefährliche Körperverletzung“, traf den Dünndarm damals an drei Stellen. Viel Blut gelangte in den Bauchraum. Die 38-jährige Täterin selbst sorgte per Notruf dafür, dass Rettungskräfte schnell professionelle Hilfe leisten konnten. Im Klinikum München-Großhadern entfernten Ärzte der 34-Jährigen in einer Notoperation ein 30 Zentimeter langes Teilstück des Dünndarms. Zur Gefährlichkeit des Stichs wird der Rechtsmediziner Dr. Fritz Priemer aus Wonneberg noch Näheres berichten.

Die 38-Jährige beantwortete über die Einlassung ihrer Anwälte hinaus am Freitag viele Fragen, auch zu privaten Details. Fragen der Nebenklagevertreterin Kerstin Zinke aus Traunreut lehnten die Verteidiger ab. Rückblickend auf die Tat meinte die Angeklagte wörtlich: „Es war ein sehr schrecklicher Tag. Ich bin froh, dass die Beamten so schnell gekommen sind.“ „Woran haben Sie erkannt, dass die Frau rasch medizinische Hilfe benötigt?“

Geschrien vor Schmerzen

Auf diese Frage des Sachverständigen Dr. Fritz Priemer erwiderte die 38-Jährige: „Sie hat geschrien und sich den Bauch gehalten.“ Sie selbst habe gezittert und Angst gehabt.

Die 34-jährige Geschädigte sollte eigentlich gestern in den Zeugenstand treten. Die Prozessbeteiligten waren sich einig, die umfangreiche Aussage zum Sachverhalt der Anklage auf den nächsten Termin am 23. Mai zu verschieben. Die Nebenklägerin wurde nur kurz zu einem Randthema angehört.

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