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Harald Jungbauer als Redner am Mahnmal gegen die Vertreibung - Sudetendeutsche erinnern an den 4. März 1919

Keine Instrumentalisierung des Selbstbestimmungsrechtes

Ortsvorsitzender der Sudetendeutschen Landsmannschaft, Leonhard Schleich (links), und Festredner Harald Jungbauer am Mahnmal gegen die Vertreibung. Foto ng
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Ortsvorsitzender der Sudetendeutschen Landsmannschaft, Leonhard Schleich (links), und Festredner Harald Jungbauer am Mahnmal gegen die Vertreibung. Foto ng

Waldkraiburg - Mit ihrer traditionellen Veranstaltung vor dem Denkmal der Vertreibung erinnerte die Sudetendeutsche Landsmannschaft an den 4. März 1919.

Damals kamen bei den sudetendeutschen Demonstrationen für Freiheit und Selbstbestimmung in der neu gegründeten Tschechoslowakischen Republik durch Waffengewalt des Staates 54 Menschen ums Leben und rund 200 wurden verletzt. Unter den Toten waren 20 Frauen und Mädchen, ein 80-Jähriger und Buben im Alter von elf bis 14 Jahren. Anlass für die friedlichen Demonstrationen war, dass die von Deutschen bewohnten Gebiete einfach in den neu gegründeten Staat einverleibt wurden, während die Bevölkerung den Verbleib beim österreichischen Staat wollte.

Die Gedenkveranstaltung, zu der auch Bürgermeister Robert Pötzsch erschienen war, wurde musikalisch durch das Bläser-Sextett der Egerländer Blaskapelle umrahmt. Die Fahnen der Abordnungen der Heimatvereine senkten sich zum Lied vom "Guten Kameraden" und die Sudetendeutsche Landsmannschaft legte einen Kranz nieder.

Putin paradox

Dem Redner der Gedenkveranstaltung, Stadtrat Harald Jungbauer, gelang es in seiner Ansprache, einen Bogen von den Ereignissen 1919 in die heutige Wirklichkeit zu spannen. "Leider wird dieses Recht auf Selbstbestimmung immer wieder instrumentalisiert und als Vorwand missbraucht", so Jungbauer. In der Ukraine "wird dieses Recht ausgenutzt und den Schwächeren die Solidarität entzogen. Putin bezieht sich hier auf das Selbstbestimmungsrecht, das in seinem Land keine Gültigkeit hat. Dem Kosovo verweigert Putin die Anerkennung als selbstbestimmtes Land, fordert aber dieses Recht für die Krim ein - das ist paradox."

Jungbauer zu den aktuellen Entwicklungen der Asyl-Thematik: "Wir stehen nun vor dem Problem der Integration der Flüchtlinge und Vertriebenen", meinte der Redner. Man stünde vor Aufgaben, die nur gemeinsam bewältigt werden könnten. Dabei müsse es vermieden werden, dass es zu großen einseitigen Belastungen kommt. "Dies gilt auch für unseren Landkreis und ganz besonders für Waldkraiburg und ihre Bürgerschaft, die bisher großes bei der Aufnahme und Integration von Aussiedlern bis ins Jahr 2000 geleistet hat. Dieses junge Pflänzchen, genannt Waldkraiburg, mit Menschen aus 89 Staaten dieser Welt, muss zusammenwachsen. Deshalb muss die Last auf viele Schultern verteilt werden." Nur so sei es nach seiner Ansicht möglich, "dass wir den Menschen helfen, die gezeichnet sind durch traumatische Kriegserlebnisse, von Folter, Vergewaltigung, Verfolgung und Vertreibung." ng

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