Keine Bienen übers Internet kaufen

Jungimker mit Zertifikat:Vorsitzende Josefa Fill, Monika Sax, Frieda Fischer, Thomas Maier, Maria Mayerhofer, Zweiter Vorsitzender Ferdinand Kaltner und Franz Fischer (von links). fill

Taufkirchen – Wer gerne ein eigenes Bienenvolk haben möchte, sollte sich das gut überlegen.

Und auf jeden Fall keinen Schnellkauf übers Internet machen. Eine entsprechende Warnung gab Josefa Fill, Vorsitzende des Imkervereins Taufkirchen, bei der Jahreshauptversammlung.

Ein besonderes Augenmerk legte sie auf die immer wieder auftretende amerikanische Faulbrut und auf schädliche Insekten, die aus dem Ausland in die Region kommen. Sie warnte davor, Bienenvölker über das Internet zu kaufen, vor allem aus Italien. Dort gebe es bereits den kleinen Beutekäfer. Ein Bienenparasit, der bei Massenbefall ein ganzes Volk innerhalb kürzester Zeit vernichten kann. Bislang ist der kleine Beutekäfer nur jenseits der Alpen aufgetaucht, doch mit Bienenimporten aus Italien könne sich das schnell ändern.

Wesentlich aktueller sei noch die bereits in umliegenden Landkreisen immer wieder auftretende amerikanische Faulbrut. Die Krankheit ist anzeigepflichtig, das Veterinäramt muss informiert werden. Wird die Seuche festgestellt, wird ein Sperrbezirk eingerichtet, um diese für Bienen hoch ansteckende Seuche zu bekämpfen. Für Menschen ist die amerikanische Faulbrut ungefährlich. Sollten Bienenvölker befallen sein, müssen diese entweder abgetötet oder saniert werden. Sanieren bedeute, dass die Bienen auf komplett neues Wabenmaterial in neuen Kästen gesetzt werden müssen.

Josefa Fill hatte noch eine Bitte auch an alle Nicht-Imker: „Leere Honiggläser vor der Entsorgung sauber auswaschen!“ Honig, speziell aus „Nicht-EU-Ländern“ könne Faulbrutsporen enthalten. Die Bienen riechen den Resthonig in den Glascontainern, und holen sich diesen. Die möglicherweise darin enthaltenen Sporen sind bis zu zehn Jahre haltbar.

Der Verein mit 63 aktiven und 15 passiven Mitgliedern blickte auf ein sehr aktives Jahr zurück: gut besuchte Imkerstammtische, ein Ausflug ins Alpbachtal oder die Standschau bei der Familie Emmer in Au am Inn. Für alle Jungimker gab es während des Jahres wertvolle Tipps von Hajo Helms.

Bürgermeister Jakob Bichlmaier dankte dem Verein. „Der Verein ist ein Gewinn für die Gemeinde und es ist schön, dass besonders mit dem Umland ein gutes Miteinander herrscht.“

Anschließend dankte Fill Frieda Fischer für 20 Jahre, Albert Hager für 35 Jahre und Georg Lackner für 25 Jahre Mitgliedschaft. Das Zertifikat über die Ausbildung als Jungimker erhielten Maria Mayerhofer, Monika Sax, Thomas Maier, Frieda und Franz Fischer.

Bevor ein Diavortrag das abgelaufene Imkerjahr Revue passieren ließ, gab Toni Erl eine Rückschau auf das vergangene Bienenjahr aus der Sicht eines Imkers. fim

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