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Haus aus der Jugend

Keine Bewerber gefunden: Stadt Waldkraiburg übergibt Streetworkerarbeit ans Landratsamt

Wie es mit dem Haus der Jugend weitergeht, darüber ist noch keine Vorentscheidung gefallen. Doch mangels Personal übergibt die Stadt Waldkraiburg nun die Streetwork-Arbeit in die Fachaufsicht des Landratsamts.
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Wie es mit dem Haus der Jugend weitergeht, darüber ist noch keine Vorentscheidung gefallen. Doch mangels Personal übergibt die Stadt Waldkraiburg nun die Streetwork-Arbeit in die Fachaufsicht des Landratsamts.
  • Raphaela Lohmann
    VonRaphaela Lohmann
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Ein Neuanfang im Haus der Jugend sollte es werden, aber nur ein Jahr später ist der frische Wind abgeflaut und die Stadt erneut auf der Suche nach einem Streetworker. Die Idee, die Streetworkerarbeit in die Fachaufsicht des Landratsamtes zu stellen, hat im Haupt- und Finanzausschuss nicht jeden überzeugt.

Waldkraiburg – Mit zwei neuen Gesichtern im Haus der Jugend hatten die Verantwortlichen im Rathaus eine Neuausrichtung bei der offenen Jugendarbeit erwartet. Es war eine bewusste Entscheidung, dass den Aufbau der Streetwork-Arbeit Jahr keine Sozialpädagogen übernommen haben.

Mittlerweile haben beide das Haus der Jugend verlassen, die Stadt ist auf der Suche nach Jugendpflegern. Ohne Erfolg. „Wir haben das Personal nicht gefunden“, erklärte Bürgermeister Robert Pötzsch (UWG) im Haupt- und Finanzausschuss.

Zielgenauer und effektiver arbeiten

Für die Stadt bietet sich stattdessen die Möglichkeit, die Streetwork-Arbeit vollständig der Fachaufsicht des Landratsamtes zu unterstellen. Dazu sollen drei 0,7-Stellen für Sozialpädagogen am Landratsamt geschaffen werden, die dann die Streetwork-Arbeit in Waldkraiburg übernehmen sollen. Damit könnte zielgenauer und effektiver in der Jugendarbeit agiert werden. Vorstellbar sei auch, dass die Jugendlichen stärker eingebunden werden, wie sie sich ein Angebot vorstellen könnten.

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Ein weiterer Vorteil wäre, dass sich beim Landratsamt angesiedelte Förderprogramme besser mit der Jugendpflege vernetzen ließe. Eine Vorentscheidung über die Zukunft des Haus der Jugend soll mit der Übergabe der Streetwork-Arbeit aber nicht getroffen werden.

Die Jugendarbeit in externe Hände zu geben, davon war nicht jeder überzeugt. „Externe kennen die Brennpunkte unserer Stadt nicht“, sagte Stephanie Pollmann. Es sei schwierig, das Vertrauen der Jugendlichen zu gewinnen. Stattdessen sollen der Jugendreferent und die zuständige Abteilung im Rathaus erarbeiten, was sich die Jugend vorstelle. Dazu sollte man auch die Jugendlichen vom Skateplatz mit einbeziehen. Erst dann sollen Externe hinzugeholt werden.

Mehr nötig als nur Freizeitbeschäftigung

Die Jugendlichen würden mehr brauchen als nur Freizeitbeschäftigung. Für Fred Schelp, Abteilungsleiter für Kultur- und Generationenangebote, braucht es daher kompetente Personen, die die Jugendlichen ins Gespräch holen und ihnen Hilfe bietet. Es gehe um Themen wie Kindsgewalt oder Drogenmissbrauch. Dazu müssten die Mitarbeiter geschützt und entsprechend weitergebildet werden.

Das Landratsamt hat im Gegensatz zur Stadt nach Aussage von Schelp ganz andere Möglichkeiten, die Stellen zu besetzen. Auch bessere Entwicklungsperspektiven beim Landratsamt könnten dabei eine Rolle spielen. „Das Personal wird exklusiv für Waldkraiburg eingesetzt“, betonte Schelp.

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Dennoch war Franz Belkot (UWG) der Ansicht, dass die Stadt weiter versuchen sollte, die Stellen zu schaffen und die Jugendarbeit selbst zu organisieren. Doch Bürgermeister Pötzsch und Fred Schelp winkten ab angesichts fehlender Bewerber. „Wir haben keine andere Wahl und brauchen deshalb einen anderen Weg“, sagte Schelp.

Befristet auf zwei Jahre

Befristet ist die Maßnahme auf zwei Jahre, sodass eine Bewertung der Arbeit möglich sei. Der zeitlichen Befristung konnte Tatjana Zapp (AfD) aber nichts abgewinnen: „Es sollte nicht nach zwei Jahren einen Wechsel geben. Gerade dann, wenn sich die Leute eingearbeitet und das Vertrauen der Jugendlichen gewonnen haben.“

Die Jugendsozialarbeit vorerst aus den Händen zu geben, darüber ist Michael Steindl (UWG) „mehr als unglücklich“. „Schade, dass wir keine eigene Jugendsozialarbeit leisten können.“ Wenn es die Stadt nicht schaffe, wieso sollte dann das Landratsamt besseren Zugriff auf die Jugendlichen haben.

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Der Haupt- und Finanzausschuss lässt es auf einen Versuch ankommen: Mit einer Gegenstimme soll die Stadt die drei 0,7 Stellen für Sozialpädagogen am Landratsamt finanzieren. Außerdem soll eine externe Prozessbegleitung stattfinden. Die Kosten hierfür sind auf 40 000 Euro gedeckelt.

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