Ilsetraut Eisenmann: Problem für Senioren

Keine Bahntickets mehr am Schalter

Ilsetraut Eisenmann ärgert sich darüber, dass Senioren in Waldkraiburg keine Möglichkeit mehr haben, Bahntickets am Schalter zu kaufen.
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Ilsetraut Eisenmann ärgert sich darüber, dass Senioren in Waldkraiburg keine Möglichkeit mehr haben, Bahntickets am Schalter zu kaufen.

Waldkraiburg - "Es kann doch nicht sein, dass wir in einer Stadt wie Waldkraiburg keine Möglichkeit mehr haben, Bahnfahrkarten am Schalter zu kaufen." Ilsetraut Eisenmann ärgert sich. Zweimal im Jahr fährt die 84-jährige Rentnerin mit dem Zug in die Augenklinik nach Rosenheim. Und heuer hat sie erstmals ein Problem an die Fahrkarte zu kommen.

Mit dem Fahrkartenautomaten der Bahn am Bahnhaltepunkt komme sie anders als mit dem ehemaligen Gerät nicht zurecht, erzählt die resolute Dame. Nicht nur Senioren haben damit ein Problem. Auch ein junger Mann habe ihr nicht helfen können, sagt Eisenmann. Der habe nur erklärt, das sei ihm auch zu kompliziert. Im vergangenen Jahr hatte sie sich das Ticket dann im Reisebüro Scheitzeneder besorgt. Doch diese Möglichkeit gibt es seit einigen Monaten auch nicht mehr. Das Unternehmen hat den Service aufgegeben (wir berichteten).

Und jetzt ist guter Rat für Ilsetraut Eisenmann teuer. Der Auskunft eines netten Lokführers, sie solle sich doch bei ihm im Führerhaus melden, damit er ihr eine Karte ausstellen kann, will sie nicht recht trauen. "Ich kann ja auch mal an einen weniger netten geraten."

Sie sei im Übrigen nicht die einzige, die dieses Problem hat, sagt die Waldkraiburgerin. Eine Bekannte habe nach Hannover reisen wollen, und - weil sie umsteigen musste - eine Beratung gebraucht. Die Frau habe die Fahrt dann erst gar nicht angetreten.

Auch Stadträtin Christine Blaschek hatte in der März- Sitzung darauf hingewiesen, dass Senioren bedauern, dass es in Waldkraiburg außer dem Automaten keine Stelle mehr gibt, an Bahntickets zu kommen. Blascheks Vorschlag, diesen Service solle das Servicebüro im Rathaus übernehmen, hält Bürgermeister Siegfried Klika für keine Lösung. Allerdings sagte er zu, das Thema bei einem Treffen mit Vertretern der Südostbayernbahn anzusprechen. hg

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