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AUS DEM AMTSGERICH

Kein anderer Ausweg: Waldkraiburger Supermarktleiter unterschlägt 12.110 Euro

Weil er für sich keinen anderen Ausweg mehr sah, hat ein 29-Jähriger die Einnahmen eines Supermarkts von zwei Tagen nicht vorschriftsmäßig im Tresor verstaut.
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Weil er für sich keinen anderen Ausweg mehr sah, hat ein 29-Jähriger die Einnahmen eines Supermarkts von zwei Tagen nicht vorschriftsmäßig im Tresor verstaut.

Zu viele Schulden hatte ein 29-Jähriger angehäuft und deshalb Geld bei seinem Arbeitgeber unterschlagen. Vor dem Mühldorfer Amtsgericht schilderte er, warum es so weit gekommen war.

Mühldorf/Waldkraiburg – Weil ihm seine Schulden über den Kopf gewachsen waren, hat sich der Leiter eines Supermarktes in Waldkraiburg kurzerhand bei seinem Arbeitgeber bedient. Statt die Einnahmen von zwei Tagen im vergangenen November vorschriftsmäßig im Tresor zu verwahren, nahm er sie mit nach Hause. Wegen Unterschlagung von 12 110 Euro verurteilte ihn das Amtsgericht Mühldorf deshalb zu einer Freiheitsstrafe von sieben Monaten auf Bewährung.

Der Angeklagte, ein 29-jähriger Waldkraiburger, war zur Verhandlung ohne Verteidiger erschienen. Freimütig bekannte er auf die Frage von Richter Dr. Christoph Warga, ob die in der Anklageschrift verlesenen Vorwürfe zuträfen: „Es stimmt.“ Er habe keinen anderen Ausweg aus seinem Schlamassel mehr gesehen.

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Offenbar hatte er sich mit seiner Wohnung und seinem Auto bei einem Monatseinkommen von höchstens 2400 Euro gehörig übernommen. Bei einer Bank habe er 41 000 Euro Schulden, abzuzahlen in monatlichen 600-Euro-Raten. Dem Richter versicherte er, dass er sich das Geld des Supermarktes „nur kurz ausleihen“ und mit einem neuen Kredit zurückzahlen wollte. Doch der Handelskonzern bemerkte das Fehlen der Einnahmen schnell, kündigte dem leitenden Mitarbeiter fristlos und stellte einen Strafantrag.

Die Staatsanwältin plädierte neben einer siebenmonatigen Freiheitsstrafe, ausgesetzt zur Bewährung, für eine Geldauflage oder alternativ für 100 Stunden gemeinnützige Arbeit, die der Angeklagte leisten solle. Amtsrichter Dr. Warga sah beim Strafmaß von Zusatzauflagen ab.

Besuch bei der Schuldnerberatung

Zum einen habe der inzwischen beschäftigungslose Waldkraiburger ohnehin kein Geld. „Wenn Sie das mit Ihren Schulden alles auf die Reihe bekommen, haben Sie viel geschafft“, sagte er.

Zum anderen verzichte er lieber auf das Verhängen eines Arbeitseinsatzes. Dr. Warga hat viele Jugendstrafsachen auf dem Tisch. Wegen der Corona-Pandemie habe man es schon sehr schwer, Arbeitsstellen für junge Delinquenten zu finden. „Altersheime sind zurzeit nicht der Hit für Sozialstunden.“ Dem ehemaligen Supermarkt-Leiter empfahl er einen Besuch bei der Schuldnerberatung. nem

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