KASTRATIONSPFLICHT WÜRDE HELFEN

Katzenelend überschwemmt Tierheim Pürten

Das Elend wilder oder ausgesetzter Katzen bringt das Tierheim Pürten in Bedrängnis. Ohne Futter- und Geldspenden hätte der Tierschutzverein keine Chance, die Samtpfoten zu versorgen. Eine Kastrationspflicht, über die die Stadt entscheiden könnte, wür- de das Problem entschärfen, ist Felicitas von Roen- nebeck, Zweite Vereinsvorsitzende, überzeugt.

Waldkraiburg – Mit seinem Anliegen im Ferienausschuss, die Stadt möge eine Kastrationspflicht für freilaufende Katzen prüfen (wir berichteten), hat Stadtrat Done Brunnhuber beim örtlichen Tierschutzverein offene Türen eingerannt. Auch die beiden Vorsitzenden Felicitas von Roennebeck und Manuela Gyimes machen sich dafür stark.

„Die Bayerische Staatsregierung hat die Ermächtigung in Paragraf 13b des Tierschutzgesetzes schon seit längerer Zeit auf die Kreisverwaltungsbehörden übertragen“, weiß von Roennebeck, die als Anwältin arbeitet. Schon über 560 Städte und Gemeinden im Bundesgebiet haben das umgesetzt. Sie appelliert an die Stadt Waldkraiburg, hier tätig zu werden.

Laut der Bayerischen Landestierärztekammer ist eine Kastration neben der Verhinderung von Fortpflanzung aus mehreren Gründen sinnvoll, gerade bei Hauskatzen: „Die Kastration führt zu Verhaltungsänderungen, die auch dem Menschen sehr zugute kommen.“

Von Roennebeck erklärt, für Kater bedeutet die ganzjährige Suche nach Sexualpartnern über große Strecken hinweg enormer Stress. Ganz abgesehen von Gefahren, wie Verletzungen bei Kämpfen mit Artgenossen beim Durchqueren fremder Reviere oder Autounfälle sowie die Ansteckung mit Infektionskrankheiten bei anderen Katzen.

Und auch für die Weibchen ist die Rolligkeit eine Belastung, so die Tierschützerin. In dieser Phase ist die Katze extrem unruhig. „Sie rollen sich viel auf dem Boden und markieren auch in der Wohnung, schreien ausdauernd und fressen weniger.“ Einer Studie zufolge leben kastrierte Tiere deutlich länger als unkastrierte, so von Roennebeck.

Sie freut sich, in Brunnhuber und der Jägerschaft Mitstreiter für eine Kastrations- und Kennzeichnungspflicht zu haben. Denn nicht nur den Katzen würde dadurch viel Leid erspart werden. Auch für die Tierschutzvereine wäre eine Kastrations- und Kennzeichnungspflicht für frei lebende Katzen eine sehr große emotionale und finanzielle Entlastung.

„In den vergangenen Monaten hatten wir auch im Tierheim Pürten wieder eine außergewöhnlich hohe Anzahl Katzen und Katzenbabys von der Straße zu versorgen. Viele davon waren schwer krank. Sie hatten starken Parasitenbefall und viele schweren Katzenschnupfen“. Sie übersendet der Redaktion Bilder von ausgesetzten Katzenbabys am Innkanal, bei denen der Katzenschnupfen verheerenden Schaden angerichtet hat. Zweien musste ein Auge entfernt werden.

„All diese Katzen bekommen medizinische Versorgung, um zu verhindern, dass sie chronisch krank werden, ihr Augenlicht verlieren oder einen qualvollen Tod sterben müssen. Die dadurch entstehenden Tierarztkosten belasten unseren Tierschutzverein sehr.“ Der Verein musste bereits vor einigen Wochen in den sozialen Netzwerken um Spenden zur Versorgung der Kitten bitten. Gerade jetzt, wenn im anstehenden Herbst die Temperaturen sinken, müsse man in der Tierherberge mit weiteren sehr kranken „Herbstkätzchen“ rechnen. kla

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