„Die wollen wir hier nicht haben“

Kampfhunde sollen weiter draußen bleiben: Markt Kraiburg beschließt neue Hundesteuer-Satzung

Ob klein und dynamisch wie diese beiden Dackel oder groß und behäbig, die Hundesteuer ist für alle gleich. In Kraiburg fallen für den ersten Hund 50 Euro an. Wer mehr Hunde oder gar einen Kampfhund halten möchte, muss deutlich tiefer in die Tasche greifen. Steuernachlässe oder -ermäßigungen regelt die neue Satzung.
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Ob klein und dynamisch wie diese beiden Dackel oder groß und behäbig, die Hundesteuer ist für alle gleich. In Kraiburg fallen für den ersten Hund 50 Euro an. Wer mehr Hunde oder gar einen Kampfhund halten möchte, muss deutlich tiefer in die Tasche greifen. Steuernachlässe oder -ermäßigungen regelt die neue Satzung.
  • Hans Grundner
    vonHans Grundner
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252 Hunde sind im Markt Kraiburg nach Angaben der Gemeinde gemeldet. Für sie gilt ab 1. Januar 2021 eine neue Hundesteuersatzung, die der Gemeinderat einstimmig beschlossen hat.

Kraiburg – Weil die Mustersatzung verändert wurde, hat auch Kraiburg seine Satzung angepasst. Beim wichtigsten Punkt gibt es aber keine Änderung. Es bleibt bei einer Steuer von 50 Euro für den ersten Hund. 100 Euro werden beim zweiten, 150 beim dritten und 200 beim vierten Hund fällig.

Kampfhunde kosten tausend Euro

Wer glaubt, einen Kampfhund halten zu müssen, muss tief in die Tasche greifen. „Die wollen wir hier in Kraiburg nicht haben“, stellte Bürgermeisterin Petra Jackl (CSU) dazu klar. 1000 Euro werden für diese Hunde fällig, auch für Kampfhunde der Klasse 2 mit Negativzeugnis. Kampfhunde der Klasse 2 sind zum Beispiel American Bulldog, Mastiff, Bullterrier oder Rottweiler.

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Neu in der Satzung sind Steuerermäßigungen für Hunde, die in Einöden gehalten werden. Für diese Vierbeiner wird nur der halbe Steuersatz fällig. Gleiches gilt für die sieben Jagdhunde im Gemeindegebiet. Auch für sie fallen nur 25 Euro Jahressteuer an. Abweichend von der Mustersatzung fordert der Gemeinderat als Voraussetzung für die Steuerermäßigung nicht die Brauchbarkeitsprüfung für Jagdhunde. Es reicht, wenn der Hund von einem Jäger überwiegend als Jagdhund eingesetzt wird.

Erlass für Hunde aus Tierheim in Pürten

In einem weiteren Punkt folgt der Markt nicht der Mustersatzung. Diese sieht für alle Hunde, die aus einem inländischen Tierheim oder Tierasyl aufgenommen werden, im ersten Kalenderjahr einen Erlass der Hundesteuer vor. Die Gemeinde Kraiburg beschränkt diesen Steuererlass auf Hunde, die aus dem Tierheim Waldkraiburg in Pürten geholt werden. Dort gibt die Gemeinde ihre Fundtiere ab und zahlt dafür. Dieses Tierheim wolle man mit der Bestimmung fördern, so die Bürgermeisterin.

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Gemeinderat Adrian Hilge (SPD) war besonders wichtig, dass die Hunde der Rettungshundestaffel Inntal e. V. steuerbefreit sind. Das sieht die neue Satzung vor, ebenso wie für alle anderen Hunde, die im Zivil- oder Katastrophenschutz eingesetzt werden, für Blindenhunde oder Hunde, die Aufgaben bei sozialen Organisationen leisten.

Heuer 14 625 Euro Hundesteuer

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Insgesamt 14.625 Euro nimmt die Gemeinde Kraiburg in diesem Jahr aus der Hundesteuer ein. Der Löwenanteil entfällt auf die 210 Ersthunde mit 10.500 Euro. Für 28 Zweithunde werden 2800 Euro fällig, für fünf Dritthunde 750 Euro und für zwei Vierthunde 400 Euro. 175 Euro zahlen die Halter der sieben Jagdhunde. hg

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