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Appell vom Landratsamt

Kampf gegen explodierende Inzidenzwerte: Waldkraiburger Firmen begrüßen Schnelltest-Offensive

So soll es sein: Der Corona-Test ist negativ. Seit kurzem sind Betriebe dazu verpflichtet, ihren Mitarbeiter regelmäßig Coronatests anzubieten. Viele Betriebe in Waldkraiburg haben dies schon vor Wochen umgesetzt.
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So soll es sein: Der Corona-Test ist negativ. Seit kurzem sind Betriebe dazu verpflichtet, ihren Mitarbeiter regelmäßig Coronatests anzubieten. Viele Betriebe in Waldkraiburg haben dies schon vor Wochen umgesetzt.
  • Raphaela Lohmann
    VonRaphaela Lohmann
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Firmen müssen ihren Angestellten regelmäßig einen Corona-Test anbieten. Jetzt hat Landrat Max Heimerl die Waldkraiburger Betriebe explizit zu einer Test-Offensive aufgerufen. Die Idee kommt gut an, zeigt aber auch: Viele Firmen brauchten keinen politischen Anstoß, sie bieten schon seit Wochen Tests für ihre Mitarbeiter an.

Waldkraiburg – Im Kampf gegen die hohen Corona-Infektionszahlen hat die Bundesregierung eine Testpflicht für Unternehmen eingeführt. Denn nach dem privaten Bereich ist es gerade das berufliche Umfeld, in dem es häufig zu Ansteckungen kommen kann.

Angesichts des hohen Inzidenzwerts in Waldkraiburg von über 600 hat das Landratsamt mit den Industrie- und Gewerbeverbänden in der Stadt zu einer Testoffensive aufgerufen. Neben den Homeoffice-Möglichkeiten ein zweiter, wichtiger Baustein im Kampf gegen die Corona-Pandemie.

Impfungen als einzige Alternative

Der Appell kommt in der Stadt gut an, aber es gibt auch kritische Stimmen. „Wir haben keine besondere Offensive gebraucht“, sagt beispielsweise Jörg Bornemann. Der Geschäftsführer von Dickow Pumpen erklärt, dass das Unternehmen schon seit längerem auf freiwillige Tests setze – lange bevor die Politik einen Entschluss dazu gefasst habe.

Nach den Weihnachtsferien hatte der Betrieb alle Mitarbeiter getestet (Plus-Artikel OVB-Online), um mögliche Infektionen aufzudecken. Das Angebot würden die Mitarbeiter auch annehmen. Viel wichtiger als Tests sei aber ein Impfangebot für alle.

Eigeninteresse der Inhaber

Impfungen sieht auch Joachim Mayer, Geschäftsführer bei Haldenwanger und IGW-Vorsitzender, als einzige Alternative. Er würde begrüßen, wenn Betriebsärzte mögliche Astrazeneca-Restbestände impfen könnten. „Das würde sicherlich helfen.“

Viele IGW-Betriebe würden schon länger ihren Mitarbeitern Corona-Tests anbieten. „Jeder Inhaber hat ein großes Eigeninteresse daran, zumal trotz der Coronakrise eine große Auslastung herrscht.“ Etwa 95 Prozent der Mitarbeiter bei Haldenwanger würden das Testangebot annehmen, schätzt Mayer.

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Auch wenn nicht alle Mitglieder von den Tests begeistert sind, für Willi Engelmann, Vorsitzender der Aktionsgemeinschaft Handel und Handwerk, ist es der richtige Weg. „Auch wenn Leute keine Symptome haben, können sie schnell viele andere anstecken.“ Corona-Tests seien ein gutes Mittel, um Betriebe Corona-frei zu halten.

Auch die kleineren Betriebe bieten längst ihren Mitarbeitern kostenlose Tests an. Mit unterschiedlicher Resonanz: Einerseits würden Mitarbeiter das kostenlose Angebot schätzen, in anderen Betrieben hingegen würden sie die Tests nicht annehmen oder nur dazu, um unklare Situationen bewerten zu können, wie eine Umfrage bei den Mitgliedsbetrieben zeige. Kehrseite der Medaille: Die Regierung wälze die Kosten auf die Firmen ab.

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Kritiker sehen in der Testoffensive nur einen Weg darin, die Zahlen hochzuhalten. Mehr Tests würden automatisch höhere Infektionszahlen ergeben. „Gesunde Menschen müssten ständig ihre Gesundheit beweisen“, sagt Andi Plucinsky, der als Caterer deutschlandweit unterwegs ist.

Weitere Lockerungen in Verbindung mit einem Corona-Test könnten auch abschreckend sein. „Der Einzelhandel und die Gastronomie leben von der Laufkundschaft werden darunter leiden, wenn man für alles einen negativen Test braucht.“ Er befürchtet eine große Pleitewelle. Von der Politik hatte er sich nach einem Jahr Corona-Pandemie mehr erhofft.

Er vermisse andere Konzepte als Schließungen und Berufsverbote. „Die Maßnahmen müssen verhältnismäßig sein und ein normales Leben ermöglichen.“

Viele Maßnahmen kombinieren

Die Tests wiederum sieht Andreas Holzapfel, Vorsitzender des Gewerbeverbands, als einen Baustein, um bald Lockerungen möglich zu machen. Für Genesene, Geimpfte und negativ Getestete. „Damit wäre das Risiko so weit reduziert, dass Beschränkungen wegfallen könnten und die Wirtschaft wieder loslegen kann.“

Wo sich viele Menschen aufhalten, seien Tests sinnvoll. Aber: „Den einen großen Wurf, der alle Probleme beseitigt, wird es nicht geben. Also können wir nur viele Maßnahmen kombinieren, um die Zahlen zu reduzieren.“ Das sei das Entscheidende, um wieder Leben in die Geschäfte zu bringen. Jede durch einen Test früh erkannte Infektion verhindere weitere Infektionen in der Folgezeit, sagt er.

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