Junge Frau aus dem Innkanal gerettet: Ehepaar bekommt Ehrenurkunde der Stadt Waldkraiburg

Mutig und selbstlosgehandelt haben Ernst Hölzlhammer (Mitte) und Angela Barth-Hölzlhammer, als sie im Dezember eine junge Frau aus dem Innkanal gerettet haben. Dafür überreicht ihnen Bürgermeister Robert Pötzsch die Ehrenurkunde der Stadt. Grundner
  • Raphaela Lohmann
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Beim Versuch, ihren Hund zu retten, ist eine 20-jährige Frau im Dezember in den Innkanal gerutscht und musste gerettet werden. Ernst Hölzlhammer und seine Frau Angela Barth-Hölzlhammer eilen zu Hilfe. Für ihre mutige Tat hat die Stadt Waldkraiburg sie ausgezeichnet.

Waldkraiburg – Das Leben einer jungen Frau haben Ernst Hölzlhammer und seine Frau Angela Barth-Hölzlhammer gerettet. Die 20-Jährige war im Dezember in den Innkanal gerutscht und konnte sich nicht mehr selbst befreien. Für seinen selbstlosen Einsatz hat die Stadt das Ehepaar mit der Ehrenurkunde für die Rettung von Menschen in Not der Stadt Waldkraiburg ausgezeichnet.

Ernst Hölzlhammer kann sich noch gut erinnern an den 14. Dezember 2019. Es ist 16.30 Uhr Kurz zuvor haben er und seine Frau die Praxis für Physiotherapie in Kraiburg geschlossen und waren auf dem Heimweg nach Waldkraiburg. Dass sie an dem Tag den Weg über St. Erasmus nehmen, war Zufall. Als er über bei St. Erasmus über die Innkanalbrücke fährt, erkennt er trotz der einsetzenden Dämmerung etwa 300 Meter flussabwärts die junge Frau im Wasser. „Ich hab zu meiner Frau noch gesagt, dass da ein Mädchen im Innkanal ist“, erinnert er sich. Etwas war auf alle Fälle anders als sonst.

Bis zur Brust im eiskalten Wasser

Die beiden drehen um, stellen das Auto ab, schnappen sich das Abschleppseil aus dem Kofferraum und laufen zu der jungen Frau. Diese steht seit bereits seit etwa vier Minuten bis zur Brust im eiskalten Wasser. Sie war mit ihrem Hund spazieren, als dieser in den Innkanal gerutscht ist. Beim Versuch, ihn aus dem Wasser zu ziehen, rutscht sie selbst in den Kanal. Sie findet zwar an einem Vorsprung Halt, doch aus dem Wasser kann sie sich selbst nicht befreien. Der Innkanal führt zu diesem Zeitpunkt relativ wenig Wasser, eine der Rettungsleitern war für die junge Frau nicht zu erreichen, die Böschung zu steil.

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Ernst Hölzlhammer reagiert in Sekundenschnelle. „Ich habe nur noch überlegt, wie ich die Frau aus dem Wasser rauskriege, ohne dass mir selbst etwas passiert“ Er legt sich längs auf die Kante des Betonrands, während seine Frau seine Beine festhält. Ihre Fingerspitzen erreicht Ernst Hölzlhammer knapp, kann die junge Frau dadurch so weit zu sich heranziehen, dass er sie am Handgelenk zu fassen bekommt und aus dem Wasser ziehen kann. Er hat die Statur und die Kraft, dass er die junge Frau aus ihrer lebensbedrohlichen Situation retten kann.

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„Das Abschleppseil hätte nichts genutzt, denn sie hätte sich nicht daran festhalten können, weil sie schon so durchfroren war.“ Etwa zwei Minuten dauert es, bis er und seine Frau die 20-Jährige aus dem Wasser gezogen haben. Im Auto wickeln die beiden die Frau in trockene Kleidung und eine Decke ein, ein aufmerksamer Autofahrer bringt eine Rettungsdecke hinzu.

Zur richtigen Zeit am richtigen Ort

„Wir haben sie nach Hause gebracht und im Auto richtig die Heizung aufgedreht“, erzählt der Retter. Am nächsten Tag habe das Ehepaar die junge Frau besucht, auch heute noch stehen sie gelegentlich im Kontakt.

„Erst hinterher habe ich so wirklich realisiert, was ich da geleistet habe. Wahnsinn, was alles hätte passieren können. Ich war zur richtigen Zeit am richtigen Ort“, erzählt Ernst Hölzlhammer. Hätte er bei auf der Brücke in die andere Richtung geblickt oder hätte er nur etwas später die Stelle passiert, hätte er die Frau angesichts der Dämmerung womöglich nicht mehr wahrgenommen – wer weiß, ob alles gut ausgegangen wäre. „Es waren auch noch andere Autos unterwegs, aber die haben das gar nicht realisiert.“

Mit der Ehrenurkunde ausgezeichnet

Mitglieder der Feuerwehr bestätigen ihm später, dass er genau richtig gehandelt hätte. „Die Feuerwehr wäre vermutlich zu spät gekommen. Im eiskalten Wasser zählt jede Minute.“

Der Innkanal werde von vielen unterschätzt, meint Ernst Hölzlhammer. „Man sollte öfter auf die Gefahr hinweisen, dass die Leute besser aufpassen.“ Gerade wenn Eltern mit ihren Kindern dort spazieren gehen, die oft vorauslaufen. „Man hat keine Zeit zum Reagieren.“

Für die mutige und uneigennützige Tat hat Bürgermeister Robert Pötzsch (UWG) das Ehepaar im Stadtrat mit der Ehrenurkunde der Stadt Waldkraiburg ausgezeichnet. Außerdem ist es vorgeschlagen für die bayerische Rettungsmedaille.

Was ist aus dem Hund geworden? Der hatte sich selbst wieder aus dem Innkanal befreit und ist aufgeregt hin- und hergesprungen, während sein Frauchen aus dem kalten Wasser gezogen wurde.

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