Ab 1. Juli gibt es beim Frauennotruf Waldkraiburg wieder Beratungsgespräche

Ein paar Häuser weiter gezogen ist der Frauennotruf vom Verein „Frauen helfen Frauen“. Ab 1. Juli ist die Beratungsstelle am Stadtplatz 5 anzutreffen.
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Ein paar Häuser weiter gezogen ist der Frauennotruf vom Verein „Frauen helfen Frauen“. Ab 1. Juli ist die Beratungsstelle am Stadtplatz 5 anzutreffen.

Noch sind nicht alles Umzugskartons ausgepackt und nicht alle Schränke montiert. Aber einen ersten Eindruck über die neuen und größeren Räumlichkeiten für den Verein „Frauen helfen Frauen“ am Stadtplatz gewinnt man schnell. Ab 1. Juli sind hier wieder die ersten Beratungsgespräche möglich.

Waldkraiburg – Die Räume sind hell und freundlich, von der früheren beengten Situation ist nichts mehr geblieben. Wer künftig aus dem Fenster des Beratungszimmers blickt, sieht zwar immer noch das Rathaus, hat nun aber auch einen schönen Blick über den Stadtplatz. Ab 1. Juli kann hier die Beratungsstelle vom Verein „Frauen helfen Frauen“wieder die persönliche Arbeit aufnehmen. „Während der Corona-Krise und auch nach den ersten Lockerungen konnten wir keine persönliche Beratung anbieten, weil wir in den vorherigen Räumen den Abstand nicht einhalten hätten können“, sagt Manuela Christ-Gerlsbeck. Sie übernimmt auch nicht länger allein die Beratungsarbeit beim Frauennotruf.

Frauennotruf bekommt Förderzusage

Ende vergangenen Jahres hat der Verein die Zusage bekommen, dass die Regierung die Kosten für zwei Vollzeitstellen fördert. Seit April schöpft die Beratungsstelle das Stundenkontingent komplett aus. 41,5 Stunden ist die Beratungsstelle in der Woche besetzt, zuvor waren es gerade einmal sechs Stunden.

Einschnitte gibt es allerdings bei der Präventionsarbeit. „Wir haben die Stunden um zwei Drittel reduziert: Zum einen trägt hierfür der Verein der Kosten, zum anderen ist wegen Corona nicht mit einer entsprechenden Nachfrage zu rechnen.“ Bei Bedarf seien aber auch kurzfristig mehr Stunden möglich. Gekürzt sind aktuell auch die Geschäftsführerstunden.

Frauennotruf Waldkraiburg ist auf Spenden und Zuschüsse angewiesen

Eine finanzielle Schieflage für den Verein befürchtet Manuela Christ-Gerlsbeck zwar nicht, dennoch rechnet sie mit Veränderungen. Denn der Verein ist auf Spenden und Zuschüsse angewiesen. Eine für Oktober geplante Benefizdisko ist bereits abgesagt, auch andere Aktionen können bislang nicht geplant werden. Auch die freiwilligen kommunalen Zuschüsse könnten in der Summe weniger werden.

Ganz ohne Einschränkungen startet die Arbeit beim Frauennotruf in Zeiten von Corona in den neuen Räumen allerdings nicht. „Der Beratungsbetrieb findet unter den geltenden Abstands- und Hygieneregeln statt“, klärt Manuela Christ-Gerlsbeck auf. Bei stark traumatisierten Frauen, die keine Maske tragen könnten, werde man sich dann entweder draußen treffen oder auf noch größere Abstände achten. „Wir haben auch Visiere für unsere Mitarbeiter bekommen.“

Vorerst nicht möglich seien anonyme Beratungen. Denn jede Person müsse – analog zu einem Besuch im Restaurant – einen Kontaktbogen ausfüllen. Nach zwei Wochen landen diese Bögen im Reißwolf. Wer dennoch eine anonyme Beratung wünscht, müsse bis auf Weiteres aufs Telefon zurückgreifen.

Fallzahlen beim Frauennotruf sind gestiegen

Nach den ersten Lockerungen während der Corona-Pandemie sind beim Frauennotruf die Fallzahlen zwar gestiegen, aber Manuela Christ-Gerlsbeck rechnet noch mit weiteren neuen Fällen. „Nach den Pfingstferien, als viele Kinder wieder zur Schule oder in den Kindergarten gehen durften, gingen die Zahlen eine Woche lang nach oben. Jetzt aber stagniert es wieder.“ Noch immer seien Frauen nicht greifbar, weil deren Täter sich weiter in Kurzarbeit befinden oder arbeitslos seien. „Wir sind noch viel zu weit weg von Normalität, weshalb für betroffene Frauen ein unbeachtetes Zeitfenster kaum möglich ist.“ Mit jedem Schritt Richtung Normalisierung werde es mehr Fälle geben, ist sie überzeugt.

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