Jetzt als FC Waldkraiburg auf Torjagd

Die beiden Vorsitzenden Mustafa Karatepe (links) und Hakan Kilic (rechts) präsentieren das neue Logo.
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Die beiden Vorsitzenden Mustafa Karatepe (links) und Hakan Kilic (rechts) präsentieren das neue Logo.

Waldkraiburg - Nach jahrelangen Versuchen ist es jetzt perfekt: Die beiden türkischen Vereine Türkspor und Ayyildiz Waldkraiburg haben fusioniert und greifen ab sofort als FC Waldkraiburg ins Fußballgeschehen ein.

Richard Fischer, der stellvertretende Vorsitzende der SPD-Fraktion, nannte es "einen Meilenstein in Sachen Integration", Waldkraiburgs Sportreferent Dietmar Heller ist froh, dass die Fusion endlich gelungen ist und Günther Manz, der seit vielen Jahren intensiv bei Türkspor Waldkraiburg mitarbeitete, hatte schon beinahe nicht mehr daran geglaubt.

Doch am Sonntagnachmittag war es soweit: In der Schenkerhalle wurde die Fusion der beiden türkischen Vereine Türkspor und Ayyildiz Waldkraiburg offiziell bekannt gegeben. Als äußeres Zeichen enthüllten die beiden neuen Vorsitzenden Mustafa Karatepe und Hakan Kilic das Logo des neuen Vereins; des FC Waldkraiburg. Unter diesem Namen werden die Fußballer in Zukunft auf Torjagd gehen.

Das Logo zeigt mit den beiden Linien die beiden Vereine, mit dem türkischen Halbmond die enge Verbundenheit zur Heimat und mit dem Fußball die Sportart, die hier betrieben wird.

In der Vergangenheit waren bereits einige Versuche unternommen worden, dass sich beide Vereine zusammenschließen. Doch bisher immer vergebens. Nach dem Motto "Neue Männer braucht das Land" sei es jetzt aber endlich gelungen, freute sich Günther Manz.

Gleichzeitig blickte er noch einmal auf die Geschichte beider Vereine zurück. Türkspor wurde vor 25 Jahren gegründet. Damals wollten die türkischen Mitbürger über den sportlichen Erfolg gesellschaftliche Anerkennung bekommen. Der Erfolg stellte sich zwar nicht gleich ein, doch die kontinuierliche Arbeit trug dann doch Früchte und die Fußballer schafften es bis in die Kreisliga.

Der Erfolg, so Manz, wurde aber im Jahr 2000, als mit Ayyildiz Waldkraiburg ein zweiter türkischer Verein gegründet wurde, in Gefahr gebracht. Manz machte auch keinen Hehl daraus, dass er bis heute die Beweggründe für die Ayyildiz-Gründung nicht verstehe. Überhaupt gab er, der sich bereits seit etwa 30 Jahren um die Integration der türkischen Mitbürger bemüht, den deutschen Gästen einen kleinen Einblick in die türkische Seele. So werden manche Dinge anders gewichtet, die "für uns Deutsche ganz alltäglich sind".

Eine Videoprojektion zeigte die Geschichte beider Vereine auch noch bildlich. Zudem wurde der Filmausschnitt aus dem BR-Magazin "La Vita" gezeigt, der den Verein Türkspor Waldkraiburg als gelungenes Beispiel von Integration würdigte.

Gerade die Integration in die Stadt Waldkraiburg ist etwas, was die beiden türkischen Vereine dokumentieren wollten, als sie fusionierten und sich jetzt FC Waldkraiburg nennen. Das bekräftigten auch die beiden Vorsitzenden Mustafa Karatepe und Hakan Kilic in ihrer Antrittsrede. In gleiche Horn stieß Richard Fischer, der den Sport als wichtigen Bestandteil der Integration sieht. Sportreferent Dietmar Heller verbindet mit dem Namen die Hoffnung, dass es zum einen sportlich für den FC Waldkraiburg wieder nach oben geht und die Sportler damit den Namen Waldkraiburg positiv nach außen tragen. "Dann fällt es der Stadt auch leichter, dem Verein unterstützend zur Seite zu stehen", deutete er an, da der Vorsitzende der islamischen Gemeinde, Tastan Gökay, mit der Fusion die Erwartung verknüpft hat, dass sie gleichberechtigt von der Stadt behandelt werden. Dritter Bürgermeister Reinhard Babiak sagte zu, dass die Stadt im Rahmen ihrer Möglichkeiten helfen werde. Gleichzeitig äußerte er den Wunsch, dass beim FC Waldkraiburg auch Jugendarbeit betrieben werden solle.

Ein langjähriger Wegbegleiter des türkischen Fußballs in Waldkraiburg ist Heinz Lechner. Er war viele Jahre als Trainer aktiv und ist jetzt noch im Hintergrund aktiv. Lechner wünschte sich, dass der neue Verein "gehegt und gepflegt werden" soll. Zudem ermahnte er die neue Vorstandschaft, möglichst schnell die Trainerfrage zu klären. "Es wäre jammerschade, wenn der neue Verein durch unterschiedliche persönliche Auffassungen gefährdet werden würde". Den guten Wünschen für die Zukunft schlossen sich auch der Vorbeter der Moschee, Halil Baschari, und die Deutschlehrerin Neven Akcay an.

Nach dem offiziellen Teil konnten sich alle Gäste an einem reichhaltigen türkischen Buffet stärken.

hsc/Waldkraiburger Nachrichten

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