Um jeden Quadratmeter

Die Erweiterung des Gewerbegebiets nördlich der Daimlerstraße ist ein Ringen um die weitere Entwicklung der Stadt: Auf der einen Seite das Gewerbe, das weitere Flächen braucht, auf der anderen Seite die Bürger, die gerne weiterhin im Grünen leben wollen.

Die Stadt hat die Kritik der Bürger verstanden, ist zwei Schritte auf sie zugegangen: der Verzicht auf eine eigene Stichstraße und eine Verbreiterung des Waldstreifens östlich der Schilcherlinie. Vielleicht hätte die Stadt diesen Schritt aber viel früher gehen und ein eindeutiges Signal senden müssen.

Die Stadt muss alle Interessen berücksichtigen: die der Industrie und der Bürger. Beide unter einen Hut zu bekommen, ist schwierig, wenn die eine Seite Stillstand von der anderen Seite fordert. Eine Forderung, auf die sich der Stadtrat nicht einlassen konnte. Hätte sie es doch gemaht, wäre das einer Selbstblockade gleichgekommen. Denn an jeder Ecke kämpft die Stadt um jeden Quadratmeter Grund für eine weitere Entwicklung.

Aber die Bürgerinitiative hat gezeigt, dass es sich lohnt zu kämpfen. Denn ohne Widerstand würde es keine Kompromisslösung geben. Die Stadt bleibt hoffentlich dabei, auch in Zukunft den Dialog mit den Bürgern zu suchen.

Die Industrie kann sicherlich mit der Kompromisslösung leben. Doch können es auch die Bürger? Nach den vielen Wochen wichtiger Überzeugungsarbeit will man bei der Bürgerinitiative erst einmal etwas durchatmen. Im Januar soll darüber entschieden werden, ob und wie es weitergeht. Eins ist jetzt schon sicher: Mit der Kompromisslösung haben sie auf alle Fälle einen Erfolg erreicht.

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