60 Jahre das musikalische Aushängeschild in Waldkraiburg: Karin Bösner geht nach Nürnberg

Bescheidene Frau mit enormen musikalischen Fähigkeiten: Karin Bösner (im Vordergrund), langjährige Organistin, Solo- und Chorsängerin, haben Pfarrer Simon Stritar (von links im Hintergrund), Pfarrer Lars Schmidt, Gabi Nieszczery, Marianne Pawel vom Kirchenvorstand dr evangelischen Kirchengemeinde mit den besten Wünschen verabschiedet. Bösner zieht nach Nürnberg um.
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Bescheidene Frau mit enormen musikalischen Fähigkeiten: Karin Bösner (im Vordergrund), langjährige Organistin, Solo- und Chorsängerin, haben Pfarrer Simon Stritar (von links im Hintergrund), Pfarrer Lars Schmidt, Gabi Nieszczery, Marianne Pawel vom Kirchenvorstand dr evangelischen Kirchengemeinde mit den besten Wünschen verabschiedet. Bösner zieht nach Nürnberg um.

Das Gerücht ging seit Monaten von Mund zu Mund und keiner wollte es so recht wahrhaben: Karin Bösner verlässt die Stadt Waldkraiburg und zieht nach Nürnberg. Nicht nur für die evangelische Kirchengemeinde war sie musikalisches Aushängeschild.

Waldkraiburg – Seit über 60 Jahren gestaltete sie das Musikleben in Waldkraiburg und im Umkreis mit. Dabei begann für sie das Ganze mit einem Sprung ins kalte Wasser: Nach einer professionellen Stimmausbildung und einigen Klavierstunden half sie vor 40 Jahren als Pianistin für einen verhinderten Organisten in einem Gottesdienst bei Pfarrer Herbert Wirth aus.

Pfarrer Wirth hat sie „angeschubst“

Der musste sie zwar ein wenig anschubsen, doch „irgendwie bekam ich es auch hin“, meint Karin Bösner zurückblickend. „Ich spielte einfach Klavier auf der Orgel.“ So wurde sie dann vor 35 Jahren eine der ersten Schülerinnen der städtischen Musikschule und nahm bei Matthias Milde als 38-Jährige Stunden an der Orgel in der Martin-Luther- Kirche: „Er war mein Meister, der mir sehr viel beigebracht hat.“ Sie wolle bei diesem Instrument bleiben, so lange es gehe, meinte sie damals und spielte schließlich als nebenamtliche Organistin bei Taufen, Beerdigungen und Gottesdiensten in einigen umliegenden Gemeinden, so zum Beispiel als „Reservistin“ in Aschau.

Seit 60 Jahren Solo- und Chorsängerin

Noch länger dauerte ihr Mitwirken als Solo- und Chorsängerin: Es begann vor 60 Jahren im Kirchenchor von Martin-Luther, dem Bachchor. Aus ihm ging die VHS-Singgemeinschaft hervor, der die heute 75-Jährige jahrzehntelang unter verschiedenen Dirigenten von Gerhard Mankowski über Matthias Hippe bis Andreas Miecke nicht nur angehörte, sondern führende und tragende Stimme in Sopran und Alt wurde, ab und zu sogar im Tenor.

Auch nach dem Berufsleben der Kirchenmusik treu

Als sie 2010 mit Erreichen der Altersgrenze offiziell aus ihrem Amt als Kirchensängerin und Organistin in der Martin-Luther-Kirche verabschiedet wurde, verkündete Pfarrerin Gerhild Peiser zur allgemeinen Freude: „Karin bliebt unserer evangelischen Gemeinde kirchenmusikalisch erhalten!“ „Und dieses Zusammenspiel hielt bis heute an“, so Marianne Pawel, stellvertretende Vertrauensfrau des Kirchenvorstands in ihren Dankesworten beim Abschiedsgottesdienst. „Deine herzliche, unbeschwerte Art wird uns fehlen!“ Gabi Nieszczery erinnerte daran, wie sich Karin Bösner zumBeispiel im Hauskreis einbrachte, und an die vielen kleinen Dienste, die sie für die Kirchengemeinde erledigte. Die Pfarrer Simon Stritar und Lars Schmidt sprachen für alle: „Und bis wir uns wiedersehen, halte Gott dich fest in seiner Hand!“

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