EISERNE HOCHZEIT IM HAUSE KONDERLA

65 Jahre lang schlesisch-bayerisch

Zur eisernen Hochzeitgratulierte Dritte Bürgermeisterin Inge Schnabl (rechts) den Eheleuten Rudolf und Maria Konderla. Die beiden bilden seit 65 Jahren eine schlesisch-bayerische Gemeinschaft. fis
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Zur eisernen Hochzeitgratulierte Dritte Bürgermeisterin Inge Schnabl (rechts) den Eheleuten Rudolf und Maria Konderla. Die beiden bilden seit 65 Jahren eine schlesisch-bayerische Gemeinschaft. fis

„Man hat immer Mut und Zuversicht gebraucht, besonders in recht schwierigen Situationen, Mut vor allem auch mal zum Risiko.“ Das ist das Eherezept von Maria und Rudolf Konderla, die seit 65 Jahren verheiratet sind.

Waldkraiburg – Einen sonnigen Ostersonntag haben sich Rudolf und Maria Konderla für ihr 65-jähriges Hochzeitsjubiläum ausgesucht, und es war ein ebenso sonniger Tag, als sie sich 1951 das Ja-Wort gaben.

Der „eiserne Jubilar“ wurde am 17. Februar 1922 als jüngstes von drei Geschwistern in Oderberg/Oberschlesien geboren. Wegen des Berufs seines Vaters zog die Familie dann wieder in die ursprüngliche Heimatstadt Bielitz, sodass Rudolf Konderla seine Schulzeit bis 1937 dort absolvierte. Die Lehre als Maschinenschlosser schloss er 1940 mit der Gesellenprüfung ab. Im Zweiten Weltkrieg jedoch musste er als 18-Jähriger Anfang 1941 seine Wehrzeit antreten; die folgenden Jahre verbrachte er an der Ostfront, wurde zweimal verwundet und geriet in amerikanische Kriegsgefangenschaft. Schließlich wurde er nach Guttenburg bei Kraiburg entlassen. Dort lernte er über Wilhelm Schönhuber aus Taufkirchen dessen Schwester Maria kennen. Geboren am 27. November 1927 in Esling, wuchs sie zusammen mit ihrer Zwillingsschwester Franziska und dem Bruder auf dem elterlichen Hof auf. In Taufkirchen hatte sie die Schule besucht und es war für sie selbstverständlich, zu Hause fleißig mitzuhelfen.

Am 27. März 1951 feierten dann Rudolf und Maria zusammen mit ihrem Bruder und dessen Frau und 120 Gästen eine rauschende Doppelhochzeit. Das junge Paar zog mit dem 1956 geborenen Sohn Werner nach Waldkraiburg und schon 1960 ins eigene Haus.

Glaube gibt Halt

Bis zu seiner Rente war Rudolf Konderla in der Eisengießerei Klein beschäftigt; seine Frau Maria kümmerte sich mit Leidenschaft um die Familie, den Haushalt und war „Finanzministerin“.

Eifrig engagierte sie sich auch beim Katholischen Frauenbund. Ihr Mann wiederum nahm begeistert an sportlichen und kulturellen Veranstaltungen teil und ebenso gern verbrachte er viel Zeit im eigenen Garten.

Mit regem Interesse verfolgt das Jubelpaar bis heute alles, was in seinem Umkreis und in der Welt geschieht.

Befragt nach einem Rezept für 65 Jahre zufriedener Gemeinschaft meinen beide Eheleute übereinstimmend: „Man hat immer Mut und Zuversicht gebraucht, besonders in recht schwierigen Situationen, Mut vor allem auch mal zum Risiko.“

Eine andere gemeinsame Eigenschaft ist sicher die Freude an den kleinen Dingen des Lebens. War es die jährliche Fahrt nach Maria Eck, Schwimmen im Waginger See oder ein Ausflug in die Berge – beide genossen jede kleine Auflockerung des Alltags.

Vor allem aber gab ihnen ihr fester Glaube Halt und Sicherheit in schweren Zeiten. „Wir haben – so gut es ging – versucht, uns gegenseitig zu unterstützen - und das tun wir mit Gottes Hilfe auch heute noch.“ Ein wichtiger Halt ist für beide dabei Sohn Werner, der regelmäßig aus Tübingen anreist und sich fürsorglich um die Eltern kümmert. Groß war an ihrem Jubeltag die Freude über die Glückwünsche des Bundespräsidenten, über ein Buchpräsent des bayerischen Ministerpräsidenten und einen Blumenstrauß der Stadt, den Dritte Bürgermeisterin Inge Schnabl überreichte, und natürlich über eine Feier im Kreis der Familie.

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