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STÖRUNGEN IM NATURPARADIES

Jäger und Jagdgenossen appellieren: Schont die Hausinger Innauen bei Waldkraiburg

Wolfgang Hintereder, Stadtrat und Vorsitzender der Jagdgenossenschaft St. Erasmus, an einer Schranke bei Hausing, die wenigstens die motorisierten Besucher des Auwalds abhalten soll, nicht immer mit Erfolg.
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Wolfgang Hintereder, Stadtrat und Vorsitzender der Jagdgenossenschaft St. Erasmus, an einer Schranke bei Hausing, die wenigstens die motorisierten Besucher des Auwalds abhalten soll, nicht immer mit Erfolg.
  • Hans Grundner
    VonHans Grundner
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Sogar ein Betretungsverbot hatten die Jäger und Jagdgenossen für die Hausinger Innauen gefordert, weil immer mehr Menschen dort ihre Freizeit verbringen und die Tiere stören. Doch für einen solchen Schritt sind die Hürden hoch.

Waldkraiburg-St. Erasmus – Die Hausinger Innauen sind ein Naturparadies. Und das soll so bleiben, finden Jäger und Jagdgenossen, die seit Jahren auf eine Beruhigung des „Natura 2000“-FFH-Gebiets im Bereich zwischen St. Erasmus und Hausing drängen. Denn die Störungen des Auwaldes haben in den vergangenen Jahren zugenommen. Bis aus München kommen Leute, um Party zu machen, bringen Einweggrill und Biertragerl mit, machen Feuer, zelten, hinterlassen Mül l und stören Flora und Fauna.

Den Vogel hat ein auswärtiges Ehepaar abgeschossen

Den Vogel schoss ein Ehepaar ab. Als eine Schranke, die die Zufahrt zu den Innauen versperrt, vorübergehend wegen Forstarbeiten geöffnet war, fuhren die Herrschaften kurzerhand mit dem Auto ins Grüne, ignorierten alle Verbote und Hinweise und wunderten sich, dass sie später beim Zurückfahren vor einer geschlossenen Schranke standen. „ Das Gespür dafür, was ökologisch wertvoll ist, ist vielen Leuten verloren gegangen“, sagt Wolfgang Hintereder, der bei Stadt und Landratsamt auf Schutzmaßnahmen für das Gebiet gedrungen hatte.

„So schlimm wie früher auf der Ebinger Insel darf es nicht werden“

„So schlimm, wie vor Jahren auf der Ebinger Insel ist es zwar noch nicht“, meint der Vorsitzende der Jagdgenossenschaft St. Erasmus und Umweltreferent des Waldkraiburger Stadtrates. Doch so schlimm dürfe es auch nicht werden.

Weitere Schranken waren im Gespräch. Und sogar ein Betretungsverbot, wenigstens für die Brut- und Aufzuchtzeit vom 1. Mai bis zum 15. Juli, forderte die Jagdgenossenschaft, kam damit aber nicht durch.

Betretungsverbot? Es gibt ein Grundrecht, die Naturschönheiten zu genießen

Denn so hoch die Untere Naturschutzbehörde auch den ökologischen Wert des Gebietes einschätzt, ein solches Verbot kollidiert mit dem von der Bayerischen Verfassung garantierten Grundrecht, Naturschönheiten zu genießen und sich in der freien Natur zu erholen. Ein Betretungsverbot müsse einer gerichtlichen Prüfung standhalten, so die Argumentation des Landratsamtes.

Es könne daher nur in begründeten Ausnahmefällen ausgesprochen werden, für genau festgelegte Bereiche, wenn gesicherte Erkenntnisse über Störungen gefährdeter Tiere und Pflanzen vorliegen.

Bund Naturschutz: Vor den Toren Waldkraiburgs kann man Erholungssuchende nicht aussperren

Auch Dr. Andreas Zahn, Kreisvorsitzender des Bund Naturschutz ist skeptisch, „vor den Toren Waldkraiburgs die Erholungssuchenden auszusperren“. Er denkt auch an die prägende Erfahrung, die Kinder an einer Sandbank machen. Tolle Erlebnisse in der Natur könnten dazu beitragen, dass die Kinder später als Erwachsene den Schutz der Wildnis vor der Haustür unterstützen. Um Störungen der Tiere so gering wie mglich zu halten, köntnen auch Wegegebote ausreichen. „Spaziergänger, die auf dem Weg vorübergehen, stören weniger als ein einzelner Naturliebhaber, Fotograf oder Angler, der am Ufer aus Versehen länger nahe eines Brutplatzes bleibt und die Altvögel vom Füttern abhält.“

Info-Tafeln sollen Auwald-Besucher sensibilisieren

Kürzlich in der Jahreshauptversammlung der Jagdgenossenschaft, informierte der Vorsitzende über den Sachstand.

Die beiden Info-Tafeln, die die Genossenschaft ebenfalls beim Landratsamt beantragt hatte, werden aufgestellt. An den Zufahrten in Hausing und St. Erasmus sollen die Schilder die Menschen sensibilisieren, in diesem Gebiet achtsam mit den Tieren und der Natur umzugehen. Jäger und Jagdgenossen, die das Aufstellen der Tafeln übernehmen.

Sie verbinden damit auch die Hoffnung, dass das Gebiet nicht mehr so stark frequentiert und die Besucher besser gelenkt werden.

Die Innauen zwischen Hausing und St. Erasmus

 Die Innauen zwischen Hausing und St. Erasmus haben einen hohen ökologischen Wert, so die Untere Naturschutzbehörde im Landratsamt. Dieser Teilbereich des Inn sei die letzte freifließende Strecke des Flusses, der hier Restwasser führt, das nicht in den Kanal ausgeleitet wurde. Mit Einschränkung unterliege der Bereich der natürlichen Flussdynamik. Der Fluss und die angrenzenden Flächen gehören zum FFH-Gebiet „Innauen und Leitenwälder“.

Die den Inn begleitenden Flächen sind weitestgehend als Biotope geschützt. Insbesondere Auwälder, Röhrichte, Großeggenriede und Hochstaudenflure kommen hier vor, auch Lebensräume wie Kiesbänke und Steilufer.

Diese Lebensräume stellen wichtige Habitate für viele geschützte und zum Teil seltene Arten dar. Zwischen Hausing und St. Erasmus kommen unter anderem Arten wie Pirol, Zauneidechse, Haselmaus und verschiedene Amphibien vor, auch Flussregenpfeifer und Flussuferläufer können dort auftreten.

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