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WAS MICH FREUT, WAS MICH ÄRGERT

„Innufer als Müllhalde und Party-Zone“

Ärgert sichüber das rücksichtslose Verhalten derer, die Party am Inn machen und ihren Dreck zurücklassen: Reinhard Graser.
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Ärgert sichüber das rücksichtslose Verhalten derer, die Party am Inn machen und ihren Dreck zurücklassen: Reinhard Graser.

Die Sauereien am Innufer gehen dem Kraiburger Reinhard Graser gehörig auf die Nerven. Immer wenn das Wetter schön ist, treffen sich bei der alten und auch der neuen Innbrücke Leute zum Party machen und lassen ihren Dreck zurück.

Kraiburg – Reinhard Graser aus Kraiburg ist nicht der Erste, der sich über die Müll-Ablagerungen ärgert, die Leute am Innufer hinterlassen, nachdem sie hier unerlaubterweise eine Grillparty gefeiert haben. Auch die Geografin Lucia Karrer, die Führungen in Ebing zum Fundort des Urelefanten anbietet, kritisiert dieses Verhalten. Oftmals werden sogar ganze Einweggrills und viele leere Bierflaschen zurückgelassen (wir berichteten).

Kürzlich musste in Kraiburg die Polizei – das war am letzten Augustwochenende – anrücken, weil die Partyleute eine Ruhestörung verursachten. Sie hörten laut Musik und erzeugten mittels Generator eine Lasershow. Die Beamten ermahnten sie zur Ordnung und kassierten außerdem den Zündschlüssel eines Besoffenen ein, der nahe der Brücke in seinem Wagen saß (wir berichteten).

„Wofür steht da das Schild ‚Zufahrt zum Inn gesperrt‘“, ärgert sich Reinhard Graser. Der Weg führt zwischen dem Kreisverkehr in Niederndorf und dem Damm beim Betonwerk runter zum Inn und zur neuen Brücke. Dort steht das nächste Schild – das verbietet hier offenes Feuer.

Graser beobachtet regelmäßig, wie beide Schilder ignoriert werden. So fahren die Störenfriede mit dem Auto unter die Brücke und packen ihren Grill aus oder machen ein Lagerfeuer. Das zeigen die verkohlten Stellen im Sand. Andere transportieren mit einem Handkarren ganze Biergarnituren und was man sonst noch braucht, zum Feiern, dorthin. Graser regt sich nicht so sehr über den Lärm auf. Doch, dass die Feierwütigen ihren Unrat hier zurücklassen, das „ist dumm. Sie machen sich die schönen Plätze selber kaputt. Deren verhalten ist mit dem Naturschutz nicht vereinbar“. Er weist auf die Glasscherben hin, die von den Bierflaschen im Sand zurückbleiben. Für jeden Barfußgeher, aber vor allem für Kinder und Hunde sehr gefährlich.

Der 66-Jährige appelliert an die Verursacher: „Geht‘s noch? Muss das sein? Die Natur ist ohnehin insgesamt in keiner so guten Situation!“

Mehrfach sei er in Kontakt mit dem Wasserwirtschaftsamt und dem Landratsamt getreten. Beide reagierten und meldeten sich bei Graser. „Das Landratsamt bemüht sich aufzuräumen, doch der Dreck ist schnell wieder da“, so Graser.

Er regt an, die Polizei möge zu neuralgischen Zeiten im Sommer konsequent dort hinfahren und die Leute rigoros vertreiben. Auch die Sicherheitswacht könnte hier mit den Leuten reden und ihnen ins Gewissen reden, da sich der Platz an der Grenze zu Waldkraiburger Gebiet befindet.

Mit dem Wasserwirtschaftsamt habe er andiskutiert, am Innufer eigens einige feste Plätze auszuweisen, an denen man Grillen darf. Ausgestattet mit Müllkörben und regelmäßiger Sauberkeitskontrolle. „Dafür muss ich mich ans Landratsamt wenden, weiß ich inzwischen“, so Graser. Freilich sei ihm bewusst, dass es immer wieder Menschen gebe, die sich nicht an diese ausgewiesenen Standorte halten. „Aber wenn die Sache dadurch nur um 20 Prozent besser wird, ist schon was gewonnen“, ist er überzeugt.

„Wir werden die Situation dort unten im Auge behalten und immer, wenn Lagerfeuerwetter ist mit einer Streife hinfahren“, versprach Georg Deibl, Leiter der Polizeiinspektion. Den Dienstgruppenleitern sei das Problem bekannt.

Er befürchte, dass fest installierte Abfallkörbe zu „Müll-Tourismus“ führen, weil die Leute dann ihren Dreck dorthin karren.

Eine Nachfrage beim Landratsamt ergab, dass sich der Flussmeister des Wasserwirtschaftsamtes Rosenheim um die Müllablagerungen am Inn kümmere. „Darüber hinaus unterstützen wir den Flussmeister, indem wir die Umweltgruppe von JAGUS regelmäßig zum Aufräumen ans Innufer schicken“, erklärt Sandra Schließlberger, die Sprecherin des Landkreises auf Nachfrage. Die Entscheidung, ob Abfallbehälter aufgestellt werden, müsse das Wasserwirtschaftsamt treffen.

Sie kündigte zudem an, das Landratsamt werde Ordnungswidrigkeiten ahnden.

Die Verbotsschilder stehen schließlich nicht umsonst unter der Brücke.

Auf Grasers Vorschlag, die Gemeinde könnte öffentliche Grillplätze ausweisen, erklärt Markus Schmidinger von der Verwaltung, die Innufer – auch bei Kraiburg – liegen alle auf Waldkraiburger Stadtgebiet. „Kraiburg hat kein eigenes Ufer. Uns gehört noch der Dammweg an der Schule beispielsweise. Aber auf dem Grün dahinter beginnt Waldkraiburger Gebiet.“ Grasers Idee wird nun an die Stadt herangetragen.

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