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Kleiner Schädling im Wald

Im Staatsforst bei Waldkraiburg sterben Kiefern ab - das sind die Ursachen

Stellvertretender Forstbetriebsleiter Sebastian Klinghardt und Revierförsterin Monika Löffelmann sind für die Staatsforste um Waldkraiburg verantwortlich.
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Stellvertretender Forstbetriebsleiter Sebastian Klinghardt und Revierförsterin Monika Löffelmann sind für die Staatsforste um Waldkraiburg verantwortlich.
  • Raphaela Lohmann
    VonRaphaela Lohmann
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Am Innkanal bei Waldkraiburg sterben vermehrt Kiefern ab. Um weitere Bäume zu schützen, müssen die befallenen Bäume gefällt werden.

Waldkraiburg – Die Bayerische Staatsforste müssen handeln: Damit nicht noch mehr Kiefern absterben, muss ein Großteil entlang des Innkanals gefällt werden. Dass sich hier der Pilz Diplodia so rasant ausbreiten konnte, dazu brauchte es wohl eine Initialzündung.

Im Sonnenlicht stechen die rotgefärbten Nadelbäume am Innkanal bei Pürten regelrecht heraus. Doch mit dem Beginn des Herbstes hat das nichts zu tun. Seit Anfang August breitet sich die herbstliche Färbung immer weiter aus und es sind auch keine Lärchen, die jedes Jahr ihre Nadeln abwerfen. Stattdessen macht der Diplodia Pilz den Kiefern hier zu schaffen. Um eine weitere Ausbreitung – auch jenseits der Staatsstraße – zu verhindern, hilft nur eins: Fällen.

Ein Großteil der Kiefern in den Staatsforsten am Innkanal sind vom Diplodia-Pilz befallen, die Nadeln schon rot verfärbt. Um eine Ausbreitung zu verhindern, müssen die Bäume gefällt werden.

Mehrere Faktoren verantwortlich

Der Diplodia Pilz ist kein unbekannter Schädling im Wald, doch der Befall ist enorm. „Das ist eine neue Dimension“, sagt Sebastian Klinghardt, stellvertretender Forstbetriebsleiter der Bayerischen Staatsforsten in Wasserburg. Etwa 30 bis 35 Prozent macht die Kiefer im Areal „Kippe“ am Innkanal aus, ein Großteil davon ist längst durch den Diplodia-Pilz schwer geschädigt.

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Dass die Ausbreitung so rasant fortschreiten konnte, dafür sind für Klinghardt mehrere Faktoren verantwortlich. Der kühle nass-feuchte Sommer habe dem Pilz ein optimales Klima geboten. Begünstigt wurde die Ausbreitung auch, weil die Kiefern an der „Kippe“ sehr dicht stehen. Eine Initialzündung machen Klinghardt und Revierförsterin Monika Löffelmann aber mit dem starken Hagel im Juni fest. „Das hat die Bäume geschädigt und der Pilz konnte eindringen“, sagt Löffelmann.

Ursache nicht einfach zu finden

Diplodia als Ursache für das Sterben der Kiefern ausfindig zu machen, war nicht ganz einfach. Die trockenen, heißen Sommer der vergangenen Jahre hatten den Nadelbäumen zugesetzt, die Hitzschäden sorgten 2019 zum Beispiel bei Nürnberg für ein größeres Kiefernsterben. Erst eine mikroskopische Untersuchung brachte schließlich das Ergebnis. „Um Diplodia weiter einzugrenzen und andere Bäume zu schützen, müssen die Kiefern raus. Den Wald zu erhalten, ist unser oberstes Ziel“, sagt Klinghardt. Die abgestorbenen Kiefern im Bestand stehen lassen, ist ohnehin keine Option.

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Zwar achten die Bayerische Staatsforsten darauf, den Totholzvorrat in den Wäldern anzureichern, aber: „Eine abgestorbne Kiefer kann unvermittelt umfallen. Nur wo nichts passieren kann, dürfen einzelne Bäume verrotten.“ Mit den aktuell hohen Preisen auf dem Holzmarkt hat der geplante Eingriff nichts zu tun.

An der „Kippe“, wo normalerweise kein Eingriff erfolgt, sollen bis Oktober, November die Baumfällarbeiten beginnen. Auch wenn maschinell mit einem Harvester gefällt wird, ganz einfach werden die Arbeiten nicht. „Das Terrain ist sehr steil“, erklärt Löffelmann.

Bunte Mischung vorhanden

Dass so viele Kiefern gefällt werden müssen, schmerzt, ist aber „forstwirtschaftlich verkraftbar“. Denn zwischen den vielen Kiefern wachsen längst Akazien, Kirsche, Ahorn oder Tanne. „Es ist schon eine bunte Mischung von Bäumen vorhanden, die auch klimatolerant sind“, sagt Klingenhardt. Ob trotzdem vereinzelt aufgeforstet werden muss, das wird man erst nach den Fällarbeiten entscheiden können.

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