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Im Dingi mitten im Atlantik

  • Hans Grundner
    VonHans Grundner
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Vor Gericht und auf hoher See ist man in Gottes Hand, heißt es.

Manchmal müssen sich selbst Richter und Staatsanwälte so vorkommen wie auf einem Dingi mitten im Atlantik. Neulich zum Beispiel. Als in Mühldorf – schon in zweiter Runde – ein Fall von äußerst unorthodoxer Vereinskassenführung verhandelt wurde, der in Waldkraiburg spielt. Wie durch Zauber hatten sich zwischen 2016 und 2017 fast 40000 Euro gewissermaßen in Luft aufgelöst.

Eine ehemalige Schatzmeisterin hatte ihr Amt so unübersichtlich ausgeübt, dass sich nach den Rechnungsprüfern des Vereins und einem Polizeibeamten nun auch die Juristen die Zähne daran ausbissen. Ob Untreue oder Schlamperei im Spiel war, oder beides? Niemand kann irgendwas beweisen. Geschweige denn aufzeigen, wohin und an wen das Geld geflossen ist. wer davon getankt und seine Zigaretten bezahlt hat.

Und was lernen die Vereine Waldkraiburgs und dieser Welt daraus? Es stimmt: Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser.

Ein bisserl kurios könnte einem auch der Streit um die Stellplätze in Waldkraiburg vorkommen. Die CSU hatte mit einem Antrag einen Vorstoß für deren Vermehrung, beziehungsweise gegen – aus ihrer Sicht überzogene – Nachverdichtungsprojekte unternommen und damit die Kollegen im Stadtrat überrascht.

Jetzt hat das Gremium den Antrag behandelt. Herausgekommen ist, was meistens herauskommt, wenn die Zeit noch nicht reif ist für eine Entscheidung: Eine Arbeitsgruppe soll es richten und fraktionsübergreifend einen Vorschlag der Verwaltung für eine neue Stellplatzsatzung vorbereiten. Frei nach dem Motto: Wenn man nicht mehr weiter weiß, gründet man `nen Arbeitskreis.

Oder für die Altphilologen unter unseren Lesern und Leserinnen: Es kreißte der Berg und gebar eine Maus. Das hätte die CSU auch einfacher haben können. Denn darauf, die Stellplatzsatzung gemeinsam zu überarbeiten, hatte man sich in den Klausurgesprächen im Stadtrat eigentlich schon vorher verständigt.

Es war wie zu den besten Zeiten: Das Waldbad hatte sich ordentlich aufgetakelt. Und die Leute kamen am Wochenende in Scharen, um mitzufeiern beim 50-jährigen Jubiläum der legendären Freizeiteinrichtung und tolle Vorführungen wie die Splash Diving Show um Arschbomben-Weltmeister Rainhard Riede mitzuerleben.

Doch kaum war das Fest vorbei, fiel schon wieder ein Wermutstropfen – diesmal ins Wellenbecken. Das Bad wurde von der Vergangenheit eingeholt. Weil Fliesen abfielen, musste das Bassin gesperrt werden, nicht zum ersten Mal in dieser Saison. Es wird Zeit für die geplante Erneuerung, damit das Waldbad auch den 55. Geburtstag noch erlebt.

Noch ein stolzer 50er. Wieder ein Sportler. Marcus Dickow, langjähriger Spartenleiter der Fußballer im Verein für Leibesübungen, wurde ausgezeichnet. Mit der Verdienstmedaille des Clubs. Und für 50-jährige Mitgliedschaft. Wie Dickow in der jüngsten Jahreshauptversammlung verriet, darf er für sich ein Alleinstellungsmerkmal reklamieren. Der Spross einer sportaffinen Familie war schon vor seiner Geburt Mitglied im VfL. Auf einen 1. April datiert sein Beitritt. Erst zwei Wochen später kam er zur Welt.

Sportvereine konnten sich in den langen Lockdown-Monaten manchmal so vorkommen, als säßen sie auf einem Dingi auf dem Atlantik. Auch der VfL Waldkraiburg machte sich Sorgen um seine Zukunft. Doch wer solche Mitglieder hat, dem muss nicht bange sein.

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