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Plantage in Gars

Im Christbaum steckt jede Menge Arbeit: Suche startet aus Sorge vor Corona-Lockdown früher

Die Mussners in ihrer Christbaum-Plantage (von links): Tochter Hanna, Georg junior und Ehefrau Stefanie, Sohn Matthias sowie die Eheleute Marianne und Georg senior.
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Die Mussners in ihrer Christbaum-Plantage (von links): Tochter Hanna, Georg junior und Ehefrau Stefanie, Sohn Matthias sowie die Eheleute Marianne und Georg senior.

Jetzt geht die Suche wieder los nach dem richtigen Christbaum. Dieses Jahr sogar noch etwas früher als sonst aus Sorge vor einem erneuten Corona-Lockdown. Bis ein Christbaum bereit ist für die gute Stube und die Weihnachtskugeln, braucht es viel Geduld.

Mühldorf/Gars – In Baumärkten stehen sie schon etwas länger bereit. Und auch für die regionalen Erzeuger von frisch geschnittenen, bayerischen Christbäumen, beginnt die Saison heuer etwas früher. Denn, so merkt Veit Hartsperger, Geschäftsführer des BBV Altötting-Mühldorf, an: „Wegen Corona hat sich die Nachfrage ein paar Tage vorverlegt.“ Vielleicht ist es die Angst vor einem umfassenden Lockdown, die viele Menschen schon jetzt dazu bringt, sich ihren Christbaum fürs Fest zu sichern.

Ganze Familie hegt und pflegt die Bäume

Die Mussners aus Gars am Inn sind eine der Familien, die das ganze Jahr über Christbäume hegen und pflegen und das seit 35 Jahren. Georg Mussner senior hat seinen Betrieb vor vier Jahren an die Jungen übergeben: „Mein Sohn Georg kümmert sich um die Landwirtschaft, die wir schon vor 30 Jahren auf Bio umgestellt haben. Seine Ehefrau Stefanie ist für die Christbäume zuständig.“ Die rund 20 Hektar Bäume würden allerdings konventionell bewirtschaftet, denn ohne Dünger würden sie nicht so prächtig gedeihen und hätten keine so schöne Farbe.

Auf dem Hof der Mussners und speziell bei den Christbäumen hilft die ganze Familie mit. Auch die Kinder Hanna und Matthias packen mit an, wenn es das Jahr über zum Beispiel um das Ausputzen der tausende Bäume geht. Ohne weitere zusätzliche Helfer geht es aber nicht mehr, wenn es ans „Ernten“ der Christbäume für die Lieferungen an die Händler geht.

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Seit etwa sieben Jahren kann man sich seinen Baum bei den Mussners auch selbst schneiden. Obwohl – richtig selbst schneiden muss auch keiner, dafür stehen Helfer parat. Es soll ja kein Malheur passieren. Heuer gehts am 11. Dezember los und dann neun Tage am Stück.

„Wir haben das ausgedehnt, denn wegen Corona können nicht so viele Leute auf einmal hier herumspazieren, es müssen Abstände eingehalten werden.“ Die Kunden kommen von überall her. 2019 konnte der Senior Autos aus zehn verschiedenen Landkreisen zählen.

Vor dem 1. Dezember wird nicht „geerntet“

Ihre Nordmanntannen lassen die Mussners immer möglichst spät schneiden. Denn: „Je frischer, um so länger hält ein Baum“, weiß der Fachmann. Ein Münchner Händler wollte schon zum 20. November beliefert werden. Aber vor dem 1. Dezember geht da nichts.

„Wir schneiden nach Mondphasen. Der letzte Vollmond war sehr spät, da waren wir mit acht Leuten am Werk, um das Pensum zu schaffen.“ Dafür habe ein solcher Mond-Baum aber die volle Energie in sich und seinen Zweigen. Das spüre man, wenn man den Baum in Netze verpackt. Gut für die Haltbarkeit ist auch ein gescheiter Frost vorm Schneiden.

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Bis zum Aufstellen in der guten Stube sollte der Baum geschützt aber luftig im Freien stehen. Auf keinen Fall in der Garage, denn der Baum braucht die Luftfeuchtigkeit. Unbedingt muss man den Christbaum sofort nach dem Kauf ins Wasser stellen, damit er lange frisch bleibt. Mit Fußbodenheizung kann leider kein Naturbaum seine Nadeln allzu lange bei sich behalten.

Für den Familienbaum legt Mussner senior Wert auf: „Einen Premiumbaum, so hoch, wie er ins Haus passt. Das gebietet der Stolz“.

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