Ihr Herz schlägt für andere: Stadt Waldkraiburg zeichnet verdiente Ehrenamtler aus

Sie setzen sich mit ganzer Kraft für die Kinder und die Menschen in der evangelischen Partnergemeinde Kongwa und im Dekanat Mpwapwa in Tansania ein. Elsbeth und Joachim Grytzyk engagieren sich in der evangelischen Kirche und leben den fairen Handel.
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Sie setzen sich mit ganzer Kraft für die Kinder und die Menschen in der evangelischen Partnergemeinde Kongwa und im Dekanat Mpwapwa in Tansania ein. Elsbeth und Joachim Grytzyk engagieren sich in der evangelischen Kirche und leben den fairen Handel.

Ihr Herz schlägt für die Menschen in Tansania. Das Waldkraiburger Ehepaar Grytzyk setzt sich ehrenamtlich für andere ein. So wie 20 weitere Bürger, deren Verdienste in Kultur, Sport, Politik, Kirchen und Vereinen die Stadt ineiner Feierstunde gewürdigt hat.

Waldkraiburg – 20 Bürger, die sich ehrenamtlich für andere und das Gemeinwesen engagieren, hat die Stadt heuer ausgezeichnet. Darunter auch ein Ehepaar: Elsbeth Grytzyk und ihren Mann Joachim.

Für Fair-Trade-Stadt den Anstoß gegeben

Sie sind seit 1991 in der evangelischen Kirchengemeinde aktiv, betreuen seit 26 Jahren den Eine-Welt-Laden und gaben den Anstoß, dass Waldkraiburg 2017 Fair-Trade-Stadt wurde. Ihr Herzblut jedoch gehört dem afrikanischen Kontinent und im Besonderen der evangelischen Kirchengemeinde Kongwa in Zentral- Tansania.

Seit 1991 pflegt das Dekanat Traunstein Pamita (Partnerschaft mit Tansania) mit dem tansanischen Dekanat Mpwapwa. Seither ist Elsbeth Grytzyk 17-mal zu den Freunden in Tansania gereist, ihr Mann Joachim zehnmal. Dass dabei eine unglaubliche Zahl von Projekten angegangen und großteils verwirklicht wurde, ist weit mehr als „Hilfe zur Selbsthilfe“.

Partnerschaft auf Augenhöhe

„Der Grundgedanke ist eine intensive Zusammenarbeit mit den Tansaniern, eine Partnerschaft auf Augenhöhe. Fundament dabei ist natürlich Bildung im weitesten Sinn“, sagt Elsbeth Grytzyk. „Das beginnt schon bei den Kleinen. So bekommen die 65 Kindergartenkinder täglich eine warme Mahlzeit, die etwa 26 Cent kostet.“

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20 Containerladungen, vollgepackt mit Nähmaschinen, Werkzeug, Rollstühlen, Kleidung und Schulmöbeln gelangten von Waldkraiburg nach Kongwa. Seither besteht auch eine Schulpartnerschaft mit der Graslitzer Schule. Um den Besuch einer weiterführenden Einrichtung zu ermöglichen und einen guten Abschluss zu erlangen, unterstützt das Dekanat Traunstein derzeit etwa 200 Schüler und Studenten mit rund 10 000 gesammelten und gespendeten Euros.

Fast 600 Waisen geholfen

Nicht nur bei der Regen- und Grundwasserversorgung wurde mitgeholfen, so dass auf dem Kirchengrundstück inzwischen Bäume wachsen, auch Kirche und Pfarrhaus entstanden vor über zehn Jahren neu. „Wichtig ist uns vor allem, dass den fast 600 Waisen geholfen wird“, sagt Joachim Grytzyk, „sie leben zwar nicht auf der Straße, finden bei Verwandten oder Nachbarn Unterschlupf. Die haben aber meist zu wenig für die eigenen Kinder.“

Weiterhin wird unermüdlich die Spendendose geschüttelt, denn die Grytzyks haben schon so manchen Fall hautnah miterlebt, dass Menschen, die – von Geburt an oder nach einem Unfall – stark gehbehindert waren, geholfen werden konnte. Manchmal wurde mit einer Operation für ganze 100 Euro samt Nebenkosten Abhilfe geschaffen.

„Dass der Eine-Welt-Laden und seit 2017 die Fair-Trade- Aktion eigentlich nur eine logische Folgeerscheinung unserer Tansania-Hilfe ist, erklärt sich von selbst“, erläutert Elsbeth Grytzyk. Zusammenhalt und Einsatzbereitschaft seien dabei zu beweisen.

Regionaler und fairer Handel müssten Hand in Hand gehen. Immer mehr Mitmenschen sollten bewusster einkaufen und dadurch die afrikanischen Länder unterstützen. Die Waldkraiburger seien dabei auf einem guten Weg.

Doch nun die Hände in den Schoß legen – davon sind die Grytzyks weit entfernt. Neben ihrer Tätigkeit als Lektorin und Prädikant in der Martin-Luther-Kirche, dem Verkauf von Fair-Trade- Produkten im Eine-Welt-Laden und auf dem Wochenmarkt ist eine neue Aufgabe in Planung.

Nächstes Jahr wieder in Tansania

„Ich habe schon einen 40-seitigen Antrag eingereicht, um finanzielle Unterstützung für unser Projekt „Ernährungssicherheit in Tansania“ zu bekommen.“ Damit sollen 50 Bauern und Bäuerinnen ausgebildet werden, die mit angepassten landwirtschaftlichen Praktiken dann anderen zeigen können, wie man mit dem Klimawandel umgehen soll. „Und um das Ganze mit anzukurbeln, müssen wir natürlich wieder nach Afrika, wenn möglich schon im nächsten Jahr!“, kommt es bei den Grytzyks wie aus einem Mund.

Alle Geehrten auf einen Blick:

Immer da, wenn Not am Mann ist: Adam Ledig ist seit 1992 aktives Mitglied im Vorstand der Landsmannschaft der Banater Schwaben. Er ist immer da, wenn Not am Mann ist. Vor allem sein besonderes Engagement in der Pflege der Banater Trachten und des Brauchtums zeichnet ihn aus. Seit 2003 ist er auch im Vorstand seiner Heimatortsgemeinschaft Semlak tätig.
Die Blasmusik hat es ihm angetan: Die böhmische Blasmusik hat es ihm angetan. Selbst an Heiligabend nimmt er sich mit der Egerländer Trachtenkapelle Zeit, um den Menschen eine Freude zu machen. Anton Lenhart ist seit 1967 ununterbrochen in der Blasmusikszene aktiv. Er war Gründungsmitglied der städtischen Jugendkapelle und musikalischer Leiter.
Für friedliches Miteinander: Seit 1995 ist sie Gründungsmitglied und Vorsitzende des Vereins Kaleidoskop, den Inga Sauter-Hartmann zu einer „Oase für ein friedliches Miteinander“ gemacht hat. Die vielen Angebote wie Gesundheitsvorsorge, Regeneration, Treffen in der Natur und mit Kunst oder Philosophie-Stammtische werden gut angenommen und besucht.
Mit 74 noch nicht im Ruhestand: Ihr Einsatz im VfL-Frauenfußball, für den Faschingszug und beim Verein Sterntaler ist legendär. Inge Schnabl (74) hat zwar ihre politische Tätigkeit nach 24 Jahren im Stadtrat mit dem Amt der Dritten Bürgermeisterin beendet. Doch das Wort Ruhestand bleibt für sie ein Fremdwort.
Sie vertritt die Senioren: Im Seniorenbeirat ist sie nicht mehr wegzudenken. Seit 15 Jahren steht Erika Fischer an der Spitze dieser Waldkraiburger Institution, stößt Initiativen und Projekte an, organisiert, begeistert andere für die Arbeit und ist bei jeder Veranstaltung dabei. Auch im VfL-Tennisverein ist sie vor allem für die Öffentlichkeitsarbeit wichtig, und ebenso beim Verein Sterntaler und im Förderverein Stadtmuseum sehr aktiv. Das Amt der Schriftführerin übt sie auch bei JAGUS aus. „Ihr äußerst engagierter Einsatz im sozialen Bereich der Stadt ist für unsere Vereine ein besonderer Gewinn“, so der Bürgermeister
Vereinen Heimat geben: Er bekam sein Engagement für zwei prägende Waldkraiburger Einrichtungen gleichsam in die Wiege gelegt: Karl-Heinz Spiegl trat nicht nur als Vorsitzender der „Egerländer Gmoi“ in die Fußstapfen seines Vaters Walter; der hatte auch zum Gründungsvorstand des Hauses der Vereine gehört und seit 18 Jahren steht nun der Sohn an der Spitze des Trägervereins. Das Haus ist gleichsam seine zweite Heimat, denn auch die Egerländer Trachtenkapelle, in der er mitspielt, hält dort ihre Proben ab. Als „Vüastäiha“ der „Gmoi“ ist es sein Anliegen, das Vermächtnis der Heimat lebendig zu halten.fis
Den Geflüchteten steht sie zur Seite: Beate Moser leitet das „Wir-Cafe“ sowie die Begegnungsstätte für Deutsche und Geflüchtete, für deren Belange sie sich einsetzt, wo sie kann. Sie hilft beim Schriftverkehr mit Behörden und beim Beschaffen einer Lehrstelle. Seit 2006 ist sie Mitglied im evangelischen Kirchenvorstand und seit 2012 dessen Vertrauensfrau und in der Kirchengemeinde in vielen Bereichen aktiv..
Großer Einsatz für chronisch Kranke: Sein Einsatz und Engagement machte den Reha-Sportverein Waldkraiburg erst überregional bekannt. Rudolf Jank ist als Delegierter in vielen Gesundheits- und Reha-Verbänden vertreten und setzt sich für die Belange von chronisch Kranken ein. Unter seinem Vorsitz bringt sich der Reha-Sportverein bei vielen Veranstaltungen wie Gesundheitstagen oder Rama Dama ein.
Viel für die Schulen getan: Die Schulen haben von ihrem Engagement als Vorsitzende des Fördervereins und des Elternbeirats des Gymnasiums Waldkraiburg und der Goetheschule profitiert. Margit Roller hat sich zudem 24 Jahre lang als Stadträtin eingebracht, war Verkehrsreferentin und Kulturreferentin.
Profunder Kenner der Stadtgeschichte: Wer in Sachen Stadtgeschichte etwas wissen möchte, ist bei Konrad an der richtigen Stelle. Seine Tätigkeit als Stadtarchivar ist ihm nicht nur Beruf, sondern Berufung. Und deshalb ist er auch im Ehrenamt aktiv: als 2. Vorsitzender und Motor des Fördervereins Stadtmuseum.. Aktiv ist er auch als Organist und Chorleiter der Kuratie St. Martin in Ebing.
Für andere da Zusammen mit ihrem Mann Leonhard ist Gabi Schleich, die heute am Chiemsee wohnt, in Waldkraiburg beinahe jedem bekannt. Ihre eigenen Anliegen stellt sie oft in den Hintergrund, um für andere da zu sein. Sieben Jahre lang setzte sie sich mit großem Engagement als kommunale Beauftragte für Menschen mit Behinderung ein. Außerdem ist sie Leiterin der Familien-Gruppe mit Kindern mit Downsyndrom. Dazu war sie stellvertretende Vorsitzende des Kinderschutzbundes und auch im Förderverein Stadtmuseum aktiv, seit 2012 als dessen Geschäftsführerin.fis
Voller Einsatz für den Sport: 30 Jahre war Annemarie Deschler im Stadtrat aktiv und als Sozialreferentin und Betreuungsrätin aktiv. Der VfL Waldkraiburg ist ihre zweite große Familie. Als Vorstandsmitglied und engagierte Vorsitzende hat sie ihr großes Netzwerk für die Sportstadt Waldkraiburg eingesetzt und Sparten wie . Boxen oder Schwimmen ermöglicht.
In Kirche und Vereinen aktiv: 18 Jahre war er im Stadtrat aktiv. Als Verkehrsreferent. hat er seine Berufserfahrung als Polizeibeamter einringen können. Rainer Zwislsperger hat sich zudem bei der Feuerwehr, beim Schützenverein oder im Pfarrgemeinderat engagiert. Bei den Eisschützen in Pürten ist er bis heute Zweiter Vorsitzender.
Alter Hase in der Kommunalpolitik: Er ist ein „alter Hase“ in der Kommunalpolitik: Harald Jungbauer gehört seit 1984 dem Stadtrat an. Im Kreistag sitzt er seit 26 Jahren. Jungbauer war Umweltreferent und Zweiter Bürgermeister und ist seit Mai Verkehrsreferent. Einige Jahre führte er den Förderverein Eishockey, war zwölf Jahre Ortsvorsitzender der JU und 14 Jahre CSU-Ortsvorsitzender.
Großer Einsatz für die Piranhas: Zwölf Jahre war Alexandra Reisegast Mitglied im Stadtrat. Davor und daneben hat sie sich vor allem in der VfL-Schwimmabteilung Piranhas engagiert und viele Jahre auch als Elternbeirätin. Dass Robert Pötzsch 2014 als Bürgermeister kandidierte, daran ist sie nicht ganz unschuldig.
Kämpferin mit Herzblut: Als Stadt- und Kreisrätin hat Susanne Engelmann sich mit viel Herzblut für Waldkraiburg eingesetzt. Projekte wie die Städtepartnerschaft mit Sartrouville hat sie angeschoben, Vereine wie Frauen helfen Frauen unterstützt. Der Tierschutz ist ihr Herzensanliegen. Bei Standortsuche und Planung fürs neue Tierheim hat sie entscheidend mitgewirkt.
Die Geschichte vermitteln: Sie engagiert sich für das neue Tierheim, hat sich für Museumsarbeit und Geschichtsvermittlung in Stadt und Landkreis eingesetzt und zählt zu den Initiatoren des Industriemuseums „Bunker 29“. 30 Jahre war Eva Köhr Stadträtin, außerdem Kreistagsmitglied und stellvertretende Landrätin.
18 Jahre im Stadtrat; Von 2002 bis 2020 war Andreas Knoll im Stadtrat und in mehreren Ausschüssen sowie im Aufsichtsrat der Stadtwerke vertreten. Während seiner Amtszeit gab es nicht weniger als 313 Sitzungen: Das heißt er war 18 Jahre lang alle zwei Wochen an mindestens einen Abend im Rathaus.
Der Herr über die Zahlen: Als Kassenwart und Vorstandsmitglied ist Kurt Lohmüller immer zur Stelle. Seit 1982 gehört er dem Vorstand der Landsmannschaft der Banater Schwaben an, Der Herr der Zahlen gilt als sehr pflichtbewusst, zuverlässig und engagiert. Auch beim Bund der Vertriebenen Kreisverband Mühldorf führt er die Kasse, auch das schon seit 25 Jahren.

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