Iglauer Singkreis lebt von der Erinnerung und hat die Zukunft im Blick

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Der Iglauer Singkreis wurde im Jahr 1940 in Iglau, dem heutigen Jihlava in Tschechien, von Fritz Stolle gegründet.

Den Singkreis, der heute von Stolles Sohn, Dr. Wilfried Stolle, geleitet wird, gibt es immer noch und er kann sich über Nachwuchsmangel nicht beklagen. Iglau mit Umgebung bildete vor 1945 nach dem Schönhengstgau die zweitgrößte deutsche Sprachinsel in Mähren. Der Chor pflegt nach wie vor das Iglauer Liedgut, dessen Sprachwurzeln in der Oberpfalz liegen. Von dort sind überwiegend die Siedler gekommen, die sich in und um Iglau niederließen und die nordbayerische Mundart mitbrachten. Die Freude am Singen, Tanzen und Musizieren hat damals zur Pflege der heimatlichen Volkskunst und darüber hinaus zur Erarbeitung von Chorwerken und Spielstücken alter und zeitgenössischer Meister geführt. Daran änderte auch die Vertreibung der Iglauer nichts. Die Mitglieder, die sich vor allem rund um München, Stuttgart und Aschaffenburg ansiedelten, trafen sich in Deutschland wieder und setzten ihre Arbeit fort. Im Jahr 1954 bildete sich der Singkreis Nord, zwei Jahre später der Singkreis Süd. Zweimal im Jahr treffen sich die Mitglieder des Singkreises Süd zu Singwochen. Zum dritten Mal machten sie nun im Haus Sudetenland Station; und wenn es nach Chorleiter Stolle und Organisator Harald Höfer geht, sicher nicht das letzte Mal. Sie seien ein Laienchor, aber kein Volksliedchor beschreibt er den Iglauer Singkreis. Sie erarbeiten sich anspruchsvolle Chorwerke und auch das Tanzen gehört selbstverständlich dazu. Diese Mischung ist sicher auch ein Schlüssel des Erfolges. Der Singkreis hat zahlreiche junge Sängerinnen und Sänger. Zudem gibt es einen Kindersingkreis mit derzeit 24 Kindern zwischen acht und 16 Jahren. Man erinnert sich natürlich den kulturellen Werten der ehemaligen Iglauer Sprachinsel, ist auch mit tschechischen und deutschen Kulturgruppen in Iglau in Kontakt. Doch man schränkt sich dadurch nicht selbst ein. hsc

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