Ich liebe es!

Chaos kurz vor acht. Stau in der Liszt-Straße.

Helikopter-Mamas, die mit ihren SUVs das ganze Viertel verstopfen. Abgaswolken über Waldkraiburg-Süd. Ich liebe es! Und ich wusste nicht, wie ich es vermisst hatte. Endlich wieder ein Gefühl von Leben im Schulzentrum, laute, laufende Kinder und Jugendliche, wo Corona so lange für lähmende Ruhe gesorgt hatte.

Gut möglich, dass dieses euphorische Gefühl im Oktober schon wieder kippt. Der Mensch ist ein Gewohnheitsgrantler. Aber für den Moment gibt es nur eins: in vollen Zügen genießen! Der Süden lebt.

Nicht weit davon, auf dem Trampolin am Minigolfplatz, rührt sich nix mehr. Die Hüpfburg steht da, verloren und verlassen wie eine alte Ruine, die ihre guten Zeiten hinter sich hat. Große Sprünge macht da seit vielen Wochen keiner mehr. Und wenn nicht alles täuscht, wird das Trampolin, Attraktion für die einen, Lärmschleuder für die anderen, nicht mehr aus dem Dornröschenschlaf hinter der Paragrafenhecke aufwachen. Schade ist das. Vor allem für die jungen Leute, die sich hier austoben und bewegen konnten.

Das ist jetzt endlich wieder in den städtischen Turnhallen möglich. Hunderte von Breitensportlern, junge und alte, werden sich drüber freuen. Lästige Corona-Auflagen hin oder her. Dass es so lange mit der Öffnung der Hallen gedauert hat, dafür hat die Stadt im Sommer viel Kritik einstecken müssen. Mittlerweile wissen auch die Waldkraiburger Sportler und Vereine zu schätzen, dass die Verwaltung keinen schlechten Job in dieser Sache gemacht hat.

Sogar die Kreisstadt hat bei ihrer Hallenöffnung von der Waldkraiburger Vorarbeit profitiert. Dass das auch öffentlich von einer leitenden Mitarbeiterin aus dem Mühldorfer Rathaus so kommuniziert wird, ist nicht selbstverständlich. Die Waldkraiburger sollten sich drüber freuen. Vor allem jene, die gar nicht glauben wollen, dass aus der Kreisstadt Gutes kommen kann. Ach ja, was bei Turnhallen geht, sollte auch auf anderen Feldern möglich sein. In einem Oberzentrum, das nicht nur auf dem Papier steht.

Es wächst zusammen, was zusammengehört: Die Landjugend drunten in Pürten und die Streetworker, die droben die Stadtjugend ansprechen wollen, wollen künftig enger kooperieren. Interessant, was der neue Leiter des Hauses der Jugend vom Land mitgenommen hat. Die engagierte Jugendgruppe ist auch deshalb so gut aufgestellt, weil Eltern, Erwachsene, die Kirchengemeinde Freiheiten, einen Vertrauensvorschuss geben, die Jugend einfach mal machen lassen. Das wäre auch droben in der Stadt ein Rezept für einen vielversprechenden Re-Start der offenen Jugendarbeit. Dafür braucht es allerdings Mut bei der Kommunalpolitik, nicht gleich bei der ersten Kritik einzuknicken.

Zum Abschluss noch zwei Männer, die der Woche ihren Stempel aufdrücken: Der Pechvogel der Woche ist ein Radler, genauer, der ehemalige Besitzer eines Zweirads Marke Kettler, silberfarben mit Fahrradkorb und Kindersitzhalterung, das er in der Lindenthalstraße auf Höhe eines Stromkastens abstellte. Dummerweise übersah der Mann die Bücher auf dem Kasten und einen Zettel mit der Aufschrift „Zu verschenken“. Vermutlich liegen die Bücher noch immer da...

Der Sprücheklopfer der Woche: ein Kraiburger. Gerhard Wastlhuber, Dauergast bei Gemeinderatssitzungen. Als er neulich mit dem Radl vor dem Tagungslokal anrollte, begrüßte er eine Mitbürgerin, die fast ebenso oft wie er die Sitzungen auf den Zuschauerplätzen verfolgt, mit den Worten. „Mei, ohne Maskn hätt i di jetzt fast ned kennt.“

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