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Leuchtturm-Projekt als Regelversorgung?

HospizInsel im Landkreis Mühldorf: Selbstbestimmtes Wohnen für Palliativ-Patienten?

Das Team der HospizInsel, des Anna-Hospizvereins und des Adalbert-Stifter-Seniorenwohnens arbeitet gemeinsam an einer unterstützenden und zukunftsweisenden Versorgung von Palliativpatienten.
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Das Team der HospizInsel, des Anna-Hospizvereins und des Adalbert-Stifter-Seniorenwohnens arbeitet gemeinsam an einer unterstützenden und zukunftsweisenden Versorgung von Palliativpatienten.

Ein selbstbestimmtes Wohnen mit Lebensqualität für Palliativpatienten liegt im Fokus der Verantwortlichen und Mitarbeiter des Anna-Hospizvereins Mühldorf und das Adalbert-Stifter-Seniorenwohnens. Eine Studie soll nun den Weg in eine Regelfinanzierung durch die Krankenkassen vorbereiten.

Mühldorf – Der Anna-Hospizverein Mühldorf und das Adalbert-Stifter-Seniorenwohnen der Heimwerk-Gruppe haben viel Engagement und Kraft, aber auch hohe finanzielle Mittel in die 2018 gegründete HospizInsel in Waldkraiburg investiert. Basis für das Projekt war die Großspende aus der Weihnachtsaktion des Oberbayerischen Volksblatts Weihnachten 2017.

Die Idee hinter dem Projekt war, eine wohnortnahe Versorgung von Palliativpatienten am Lebensende zu etablieren – für Menschen, die nicht die vollumfängliche Versorgung eines stationären Hospizes benötigen, jedoch im häuslichen Umfeld auch mit Unterstützung durch die SAPV (Spezialisierte Ambulante Palliativversorgung) nicht mehr ausreichend versorgt werden können.

Wenn die Versorgung daheim nicht mehr möglich ist

Die Gründe für eine nicht mehr ausreichende Versorgung im häuslichen Umfeld sind vielfältig und betreffen sowohl die Patienten als auch ihr soziales Umfeld. Das Angebot der HospizInsel ist ein wichtiger Beitrag zur Selbstbestimmung von Palliativpatienten und zur Erhaltung der Lebensqualität.

Die HospizInsel-Gäste mieten sich in der Wohngemeinschaft mit vier Plätzen ein. Die Miete inklusive Vollversorgung von aktuell 40 Euro pro Tag beinhaltet ein Einzelzimmer, die Nutzung der Gemeinschaftsflächen, Verpflegung und Reinigung. Als Gemeinschaftsflächen stehen ein Wohnzimmer mit Küche und ein Pflegebad zur Verfügung.

Besonders das Wohnzimmer wird vielseitig genutzt: Hier ist Raum für Gespräche untereinander oder mit einem Mitglied des multiprofessionellen Teams aus ehrenamtlichen Begleitern, Sozialpädagogen, Pflegekräften und Ärzten.

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Die Wohngemeinschaft ist wirtschaftlich und organisatorisch selbstständig und nicht Teil einer stationären Einrichtung. Die Gäste sind in ihrer Tagesgestaltung frei, können alle Räumlichkeiten nutzen und sich in der HospizInsel zu Hause fühlen. Besucher haben Zugang zur Wohngemeinschaft, und es besteht eine Übernachtungsmöglichkeit für Angehörige.

Die ärztliche Betreuung der Gäste erfolgt durch die Haus- oder Fachärzte nach der freien Wahl der Gäste. Soweit verordnet, erfolgt eine ergänzende spezialisierte palliativmedizinische und -pflegerische Versorgung über die SAPV.

Die pflegerische Betreuung der Gäste erfolgt aktuell durch Fachkräfte des ambulanten Pflegedienstes des Adalbert-Stifter-Seniorenwohnens in Zusammenarbeit mit Fachkräften des Anna-Hospizvereins und der „SAPV am Inn gGmbH“. Das Angebot der HospizInsel beinhaltet ebenso eine sozialpsychologische Betreuung der Gäste und ihrer Angehörigen durch die Palliative-Care-Fachkräfte, die ehrenamtlichen Hospizbegleiter und eine beim Anna-Hospizverein angestellte Sozialpädagogin, die bei Bedarf die Gäste auch sozialrechtlich berät.

Auf dem Prüfstand für die Zukunft

Von Anfang an wurde das Bayrischen Staatsministerium für Gesundheit und Pflege mit einbezogen, im Hinblick darauf, ob sich diese Versorgungsform als Regelversorgung eignet. Im Auftrag des Staatsministeriums für Gesundheit und Pflege hat der Anna-Hospizverein im Landkreis Mühldorf im Februar eine Ausschreibung für eine Studie zu Bedarf und Wirksamkeit für eine Regelfinanzierung in Auftrag gegeben.

Am 10. Juni fand im Adalbert-Stifter-Seniorenwohnen die Kick-Off-Veranstaltung zur Evaluation der HospizInsel statt. Projektbeginn der Studie war der 01. Juni. Die prospektive Datenerhebung wird bis spätestens 31. Juli 2023 abgeschlossen sein. Die Ergebnisse der Evaluation werden bis zum 30. Dezember 2023 erwartet.

Beide Kooperationspartner gehen von einer positiven Bilanz aus und hoffen auf eine baldige Übernahme dieser Versorgungsform in eine Regelfinanzierung durch die Krankenkassen. /re/MN

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