Hochleistungsladestation in Waldkraiburg: E-Autos in weniger als einer Stunde fahrbereit

Mit der Möglichkeit, E-Autos besonders schnell aufladen zu können, hofft die Stadt, Besitzer von E-Fahrzeugen ins Zentrumlocken zu können.
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Mit der Möglichkeit, E-Autos besonders schnell aufladen zu können, hofft die Stadt, Besitzer von E-Fahrzeugen ins Zentrumlocken zu können.

Die Stadt bleibt dabei: In der Friedländer Straße im Zentrum sollen die ersten Schnellladesäulen für Elektrofahrzeuge im Landkreis Mühldorf errichtet werden. 24 Stadträte sprachen sich für die zentrale Ladeeinrichtung mit bis zu 350 kw Ladeleistung mit drei Ladesäulen und jeweils bis zu zwei Ladestationen aus, vier waren dagegen. Auch diesmal gab es eine kontroverse Diskussion.

Waldkraiburg– Die geplante Einrichtung sei gut für das Image der Stadt und bringe Haltern von E-Fahrzeugen Nutzen, so Bürgermeister Robert Pötzsch. Im Zeitraum von einer halben bis einer Stunde könnten hier Autofahrer ihr Fahrzeug aufladen. In dieser Zeit können sie in der Innenstadt einkaufen oder zum Essen gehen. Davon erwartet sich die Stadt eine Belebung für Gastronomie und Handel.

Stadt hofft noch auf Kooperationspartner

Die Kosten für die Schnellladesäulen liegen bei rund 520 000 Euro. Die voraussichtliche Projektförderung beträgt gut 44 000 Euro.

Die hohen Kosten könnten im Zuge der Ausschreibung noch reduzieren, sagt Carsten Schwunck, der Leiter der Stadtentwicklungsabteilung. Er hat die Hoffnung noch nicht aufgegeben, dass sich ein Kooperationspartner für das Projekt findet.

Für und Wider diskutiert

Auf die Frage von Harald Jungbauer, welche Fahrzeuge diese Hochleistungssäulen nutzen könnten, erklärte Schwunck: Abgesehen von älteren E-Fahrzeugen könnten alle Autos, nicht nur Schnellade-Fahrzeuge hier die Batterie aufladen.

Gegen die Hochleistungssäulen sprach sich Wolfgang Hintereder (UWG) aus. Die Station sei nicht dringend notwendig. In Anbetracht der schwierigen Haushaltssituation und der anstehenden Pflichtaufgaben der Stadt sind ihm die Kosten zu hoch.

So wie SPD-Fraktionssprecher Richard Fischer begrüßte Christoph Arz (Grüne) das Vorhaben, bemängelte aber, dass die dezentralen Ladesäulen am Kino derzeit nicht weiter verfolgt werden.

AfD erntet Kritik für ihre Anti-Haltung

„Wir tragen das nicht mit“, wandte sich Tatjana Zapp, Sprecherin der AfD, gegen die Station. Die E-Mobilität sei „nicht die Zukunft“, weder ökonomisch noch ökologisch.

Dazu Valentin Clemente (FDP): Zapp solle „nicht immer das Bundesprogramm dere AfD runterbeten und statt dessen die lokalen Gegebenheiten berücksichtigen“.

Zapp: „Das ist unsere Überzeugung.“

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Karl Heinz Stocker (CSU) hält diese Position für falsch. E-Mobilität sei „ein Teil der Zukunft“. Bei der Haltung der AfD hätte es in der Vergangenheit keine Verkehrsentwicklung gege- ben. hg

Markt Kraiburg setzt auf 22 kw-Stationen

Ist diese hohe Summe zu rechtfertigen? Verkehrsreferent Harald Jungbauer berichtete von einer Nachbargemeinde, die eine solche Anlage zusammen mit einem Kooperationspartner für einen Bruchteil der KOsten realisiere.

Nach Recherchen der Heimatzeitung handelt es sich dabei um den Markt Kraiburg. Die Gemeinde bezahlt dort tatsächlich nur einen Baukostenzuschuss, falls sie sich mit dem Partner über den Standort einig wird. Allerdings handelt es sich dabei nach Auskunft von Bürgermeisterin Petra Jackl nicht um Hochleistungssäulen, sondern um 22 kw-Stationen. Die Ladezeit beträgt je nach Akku zwei bis vier Stunden. In Kraiburg habe man sich bewusst dafür entschieden, die Leuten könntne in dieser Zeit einkaufen oder Essen gehen. Hochleistungsladesäulen könnten „nur von wenigen E-Mobilen wirklich ausgenutzt werden, der technische Aufwand ist uns zu hoch“.

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