Investitionen vorgestellt

Hochbehälter, Kläranlage und Strom: Die größten Baustellen der Stadtwerke Waldkraiburg

Die Stadtwerke investieren in die Kläranlage. Die Faultürme werden saniert, die Gebläse der Belebungsbecken (im Vordergrund) werden erneuert.
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Die Stadtwerke investieren in die Kläranlage. Die Faultürme werden saniert, die Gebläse der Belebungsbecken (im Vordergrund) werden erneuert.
  • Raphaela Lohmann
    vonRaphaela Lohmann
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Die Stadtwerke Waldkraiburg investieren in die Versorgung ihrer Kunden. Hochbehälter am Glatzberg, Kläranlage, ein neues Schalthaus und der Ausbau der Fernwärme sind die größten Baustellen der Stadtwerke, die Geschäftsführer Herbert Lechner bei der Bürgerversammlung im Haus der Kultur vorstellte.

von Raphaela Lohmann

Waldkraiburg – 2,2 Milliarden Liter Wasser verbrauchen die Kunden der Stadtwerke jährlich. Acht Millionen Liter speichert der Hochbehälter am Glatzberg. „So viel wird etwa an einem Hochsommertag verbraucht“, erklärte Herbert Lechner. Am Glatzberg, Gemeinde Heldenstein, haben die Stadtwerke aktuell auch ihre größte Baustelle: Der Hochbehälter wird außen saniert. 2,75 Millionen Euro netto nimmt die Stadtwerke GmbH dafür in die Hand. Längst ist der Hochbehälter komplett freigelegt, der normalerweise unter einer Erdschicht liegt. „Damit ist der Hochbehälter unabhängig von Temperaturschwankungen“, sagte Lechner.

Vier Trinkwasserbrunnen betreiben die Stadtwerke. „Die Qualität ist in Ordnung“, sagte Lechner. Die gute Zusammenarbeit mit den Landwirten, deren Felder im Schutzgebiet der Trinkwasserbrunnen liegen, helfe, die Nitrateinträge ins Wasser zu reduzieren.

1000 Euro für ein Meter Leitungsnetz

Kontinuierlich weiter geht es beim Ausbau der Fernwärme. Vor zehn Jahren erfolgte der Spatenstich zur Geothermie, seitdem wurden 15 Millionen Euro in das Netz investiert. Ein Meter Leitungsnetz koste etwa 1000 Euro. „Es braucht ungefähr eine Generation, bis das ganze Stadtgebiet angeschlossen ist.“ Erst während der Sommerferien war die Franz-Liszt-Straße teilweise gesperrt, weil dort die Leitung neu dimensioniert wurde.

Auch direkt neben der Geothermie investieren die Stadtwerke. Die Belebungsbecken der Stadtwerke bekommen für rund 400 000 Euro neue Gebläse, die deutlich weniger Strom verbrauchen als bislang. Erheblich mehr investiert das Unternehmen in die Faultürme der Kläranlage. 1,4 Millionen Euro werden nötig für die Faultürme mit einem Fassungsvermögen von 2800 Kubikmetern. „Die müssen im laufenden Betrieb saniert werden“, erklärte Lechner. Für diese Arbeit werden Industrietaucher benötigt.

Viertes Schalthaus iin der Stadt

Auch in Sachen Strom investieren die Stadtwerke. Drei Schalthäuser gibt es bislang im Stadtgebiet, ein viertes entsteht gerade im Industriegebiet nördlich der Daimlerstraße. 2,165 Millionen Euro fallen dafür an. Nötig mache dies der Leistungszuwachs im Industriebereich, aber auch die Zunahme bei der E-Mobilität.

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Die Stadtwerke Waldkraiburg bleiben laut Lechner weiter in der Gewinnzone. Bei einer Bilanzsumme von knapp 59 Millionen Euro und Umsatzerlösen von rund 34 Millionen Euro bleibt am Ende aber nur ein Jahresergebnis gesamt von 76 000 Euro. Während die Versorgungssparten Gewinne erzielen, machen die Sport- und Freizeitanlagen (Eissporthalle, Waldbad, Schulschwimmhalle und Jahnstadion) große Defizite. Das größte Minus macht mit 874 549 Euro das Waldbad, die Eishalle kommt auf ein Defizit von 588 804 Euro.

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