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Ein Jahrzehnt darauf hingearbeitet

„Historischer Tag“ für Tierschutzverein Waldkraiburg: Startschuss für neues Tierheim

Wenn es mit so viel Schwung weitergeht, dann kann das neue Tierheim im nächsten Sommer sicher den Betrieb aufnehmen: Projektbeauftragter Harry Lutsch (von links), Bürgermeister Robert Pötzsch, Manuela Gyimes, Vorsitzende des Tierschutzvereins, Stellvertretender Landrat Richard Fischer und Tierheimleiterin Gaby Irber beim Spatenstich.
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Wenn es mit so viel Schwung weitergeht, dann kann das neue Tierheim im nächsten Sommer sicher den Betrieb aufnehmen: Projektbeauftragter Harry Lutsch (von links), Bürgermeister Robert Pötzsch, Manuela Gyimes, Vorsitzende des Tierschutzvereins, Stellvertretender Landrat Richard Fischer und Tierheimleiterin Gaby Irber beim Spatenstich.
  • Hans Grundner
    VonHans Grundner
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Über ein Jahrzehnt hat der Tierschutzverein Waldkraiburg und Umgebung auf diesen Tag hingearbeitet, hat Hürden und Hindernisse überwunden. Umso größer war die Freude, mit dem symbolischen Spatenstich den Startschuss für den Bau des neuen Tierheims zu geben.

Waldkraiburg – Von einem „historischen Tag“ für den Verein sprach stellvertretender Landrat Richard Fischer beim symbolischen Spatenstich für das neue Tierheim. Wie Bürgermeister Robert Pötzsch erinnerte er an die großen Herausforderungen, die die Vorsitzende Manuela Gyimes und ihre Mitstreiterinnen bestehen mussten.

2,6 Hektar im Außenbereich

Da war zunächst die schwierige Grundstückssuche, die erst 2017 mit dem Kauf einer 2,6 Hektar großen Wiese in der Nähe des Weilers Innthal erfolgreich abgeschlossen werden konnte, dann ein aufwendiges Genehmigungsverfahren, das in dem sehr sensiblen Bereich erforderlich war. „Es ist und bleibt das ideale Grundstück“, findet Manuela Gyimes. „Wo sollte ein Tierheim sonst stehen, wenn nicht im Außenbereich.“

Erhebliche Widerstände

Zudem gab es erhebliche Widerstände gegen das Projekt. „Für mich ist das heute ein Freudentag“, sagt Josef Langrieger, der das Grundstück an den Verein verkaufte. Er sei persönlich, zum Teil auch anonym, deshalb von „Scharfmachern“ sehr hart angegangen worden, so der Pürtner. Er sei „glücklich“, dass sich diese Leute nicht durchgesetzt hätten.

Corona erschwert Spendenakquise

Als die Weichen gestellt waren, erschwerte zuletzt Corona dem Verein die Spendenakquise.

Alte Tierherberge: Betreuerhaus schon vor Jahren wegen Einsturzgefahr gesperrt

Dabei stand das Projekt unter großem Zeitdruck. Die alte Tierherberge am Fuße des Pürtner Berges genügt schon seit Jahren nicht mehr den Anforderungen. Schon 2015 wurde das Betreuerhaus wegen Einsturzgefahr geschlossen. Die Behörden mussten etliche Augen zudrücken, damit der Betrieb der Tierherberge überhaupt noch weiter gehen konnte.

Viele Unterstützer und Förderer

Die engagierten Ehrenamtlichen beim Tierschutzverein ließen sich von den vielen Schwierigkeiten nicht aufhalten und konnten dabei laut Manuela Gyimes auf die gute Zusammenarbeit mit der Stadt, den Behörden sowie auf die Unterstützung vieler Gönner und Förderer bauen. Vor allem drei Stadträtinnen taten sich dabei hervor: Eva Köhr, Susanne Engelmann und Charlotte Konrad.

Im Sommer 2022 soll Tierheim Betrieb aufnehmen

Wenn alles gut läuft, könnte das neue Tierheim schon im Sommer 2022 den Betrieb aufnehmen. Das ist das erklärte Ziel des Vereins. Bis Ende des Jahres soll der Rohbau des dreigliedrigen Gebäudes stehen, in dem 30 Hunde, bis zu 70 Katzen sowie Kleintiere aufgenommen werden können. In enger Abstimmung mit dem Veterinäramt erfolgten die Planungen für eine Einrichtung, die alle Erfordernisse einer tiergerechten Haltung erfüllt.

Das Tierheim will sich künftig mehr nach außen öffnen, Angebote für Menschen aus den Seniorenheimen und Schulklassen machen. Auch die Ausgleichsflächen mit Blumenwiese, Obstbäumen und Bienenstöcken werden dabei genutzt werden.

Bürgermeister: Wollen alle Landkreis-Gemeinden mit ins Boot holen

Nur 13 von 31 Gemeinden im Landkreis kooperieren derzeit mit der Tierherberge und haben Fundtier-Verträge mit dem Tierschutzverein. Das werde sich unter den neuen Bedingungen sicherlich ändern, ist Bürgermeister Robert Pötzsch zuversichtlich. „Die meisten Gemeinden bekommen wir mit ins Boot.“

Gesamtkosten wohl zwei Millionen Euro

Auf 1,4 bis 1,5 Millionen Euro sind die Kosten für das Projekt veranschlagt. Das Betreuerhaus, das erst im nächsten Jahr gebaut werden soll, ist darin nicht enthalten.

Da werde „noch einiges oben drauf kommen“, meinte der Projektbeauftragte Harry Lutsch, der von Gesamtkosten von rund zwei Millionen Euro ausgeht. Diese Summe hat der Verein noch nicht zusammen, Spenden werden deshalb weiter dringend gebraucht.

Die Stadt hat noch was draufgelegt

Mit 50.000 Euro hat die Stadt Waldkraiburg den Kauf des Grundstücks für das neue Tierheim bezuschusst und einen Investitionszuschuss zu den Kosten der Erschließung in Höhe von bis zu 300.000 Euro gewährt.

Jetzt legt sie noch einmal 45.000 Euro drauf und übernimmt damit das Honorar für einen Fachmann, der mit der Bauleitung und -überwachung des Projektes beauftragt wird. Einstimmig hat dies der Ferienausschuss des Stadtrates beschlossen. Dieser Posten war bislang nicht Gegenstand des Kosten- und Finanzierungsplanes.

Es brauche diesen Fachplaner, damit das Tierheim alle Vorgaben erfüllt, meinte Bürgermeister Robert Pötzsch (UWG) im Ferienausschuss. Auch UWG-Fraktionssprecher Frieder Vielsack und SPD-Sprecher Richard Fischer halten das für richtig und notwendig. Sie lobten das große ehrenamtliche Engagement im Tierschutzverein. Die fachliche Aufsicht liege im Interesse der Stadt, so CSU-Sprecher Anton Sterr. „Wir wollen ein funktionierendes Tierheim.“

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