Von Heldinnen und eitlen Nilpferden: Märchen aus Afrika in der Waldkraiburger Bunkerkirche

Dorothea Hartenstein(links) und Anneliese Brandstätter-Arnold entführten das Publikum von der Bunkerkirche nach Afrika. ahn

Märchen und ein Harfenspiel wollten sich rund 70 Gäste in der evangelischen Bunkerkirche nicht entgehen lassen. Märchenerzählerin Dorothea Hartenstein und Anneliese Brandstätter- Arnold entführten nach Afrika. Ihre Zuhörer waren hauptsächlich Frauen.

Waldkraiburg – Als hätte es Hartenstein gewusst, handeln auch viele ihrer Geschichten von Heldinnen: Sie retten den in eine Schlange verwandelten Mann, gelten für die Katze als das Beste aller Geschöpfe und werden nicht aufgrund von Äußerlichkeiten geliebt. Auch andere Tiere kommen in den Märchen immer wieder vor: Die Schlange wollte einst nicht auf die anderen Tiere hören und blieb trotz Trockenheit und Hitze auf dem Land. So sank sie immer wieder im Sand ein, wurde dünner und dünner und verlor schließlich ihre Beine.

Das Nilpferd lebte auch einmal an Land. Es war jedoch so eitel, dass sich der Hase darüber ärgerte und ihm das Fell verbrannte. Seitdem schämt sich das Flusspferd seines Aussehens, sitzt im Wasser und nur Ohren, Augen sowie Nasenlöcher schauen heraus.

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Die Geschichtenerzählerin ist erst vor kurzem aus Südafrika und Namibia zurückgekehrt und berichtete von ihren Erlebnissen: Ein Garten in Namibia bestehe zum größten Teil aus Sand, Kinder spielen in einem trockenen Flussbett und Zitrusfrüchte stehen vereinzelt. Ihre Märchen stammen aus verschiedenen Ländern und Regionen des riesigen Kontinents.

Hartenstein ist Mitglied der europäischen Märchengesellschaft und erzählt ihre Märchen stets auswendig. Dadurch kann sie ihre Erzählungen viel Gestik beimessen. Ihre Mischung aus kurzen und langen Märchen sind gut aufeinander abgestimmt. Acht Märchen und zehn Musikstücke haben die beiden Künstlerinnen vorbereitet. Im Hintergrund des Veranstaltungsraumes hängen gefärbte Tücher in bunten Farben, Kerzen stehen rings herum und geben dem Saal Gemütlichkeit.

Die Musik lädt zu Nachsinnen und Interpretation der Geschichten ein. Die Harfenstücke von Brandstätter-Arnold sind nicht durchgehend afrikanischen Ursprungs. Zur Einstimmung spielt die Musikerin die südafrikanische Nationalhymne, als Zugabe ein afrikanisches Wiegenlied. ahn

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