8 Hektar großes Gewerbegebiet: So will sich Aschau weiterentwickeln

In anderen Kommunen wird es eng, Aschau will nun nachlegen: Im Ortsteil Thann will die Gemeinde ein neues Gewerbegebiet ausweisen. Details sind noch nicht ausgearbeitet, aber für die zukünftige Zufahrt sollen unterschiedliche Varianten geprüft werden.

Aschau – Noch gibt es in Aschau-Werk freie Gewerbeflächen. Doch die sollen emittierenden Betrieben vorbehalten werden. Für Thann soll es ein „klassisches Gewerbegebiet“ werden. Wie sich die Fläche langfristig entwickeln kann, dazu stellte Planer Fritz Bauer in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats einen Entwurf vor.

Die Voraussetzungen in Thann sind günstig: eine Anbindung an bestehendes Gewerbe, eine leistungsfähige Verkehrserschließung und die Wohnbebauung werde möglichst wenig tangiert. Eine vernünftige und verträgliche Entwicklung erhofft sich Bauer in Thann. Am Ortsausgang Richtung Waldkraiburg sollen südlich und nördlich der Staatsstraße Flächen für Gewerbebetriebe ausgewiesen werden – drei Hektar im Norden, fünf Hektar im Süden. Noch Zukunftsmusik ist eine mögliche Erweiterung in zwei Schritten um vier beziehungsweise drei Hektar.

Unterschiedliche Grundstücksgrößen, um flexibel zu reagieren

Genaue Details für einen Bebauungsplan gibt es noch nicht, aber erste Anregungen sollte der Entwurf des Planungsbüros liefern: Unterschiedliche Grundstücksgrößen, um flexibel auf den Bedarf zu reagieren, eine gestufte Bebauung, sodass erst im hinteren Bereich größerer Gebäude möglich ist, und begleitender Schallschutz. „In den Zielsetzungen der Bauleitplanung soll verankert werden, welches Gewerbe man will“, schlug Bauer vor.

Ob im Gewerbegebiet auch Betriebsleiterwohnungen zugelassen werden sollen, darüber müsse man sich in der Gemeinde Gedanken machen. „Machbar wäre es, würde es aber nur im hinteren Bereich empfehlen“, sagte Bauer. Ob es Einschränkungen gebe würde, sei vorher nicht absehbar, weil unklar sei, wo und wie viele Wohnungen entstehen. Entsprechende Nachfragen hatten Thomas Wintersteiger (CSU) und Hans Baumgartner (SPD).

Doch wie verträglich ist das Gewerbegebiet tatsächlich? Die Frage stellte Daniela Reingruber (CSU) in den Raum. Denn das Verhältnis zwischen Ort und Gewerbegebiet würde sich wandeln. Bauer stritt nicht ab, dass sich die Dorfstruktur durch das Gewerbe verändere. Aber mit einer Entwicklung vom Ort weg, würde die Ortsstruktur unverändert bleiben.

Andere Alternativen für Verkehrsanbindung berücksichtigen

Erschlossen werden soll das Gewerbegebiet über eine beidseitige Linksabbiegerspur auf der Staatsstraße. Die richtige Lösung? Zumindest sollte man andere Möglichkeiten in Betracht ziehen, war die Meinung im Gremium. Daniela Reingruber war es wichtig, den Verkehrsknotenpunkt im Ort zu entzerren. Ihr Vorschlag: Das nördliche Gewerbegebiet über die Kreisstraße MÜ 25 erschließen, das südliche Gebiet über die Gemeindestraße. Dem steht aber entgegen, dass es an der Kreisstraße eine Unterführung für Fußgänger und Radfahrer gibt, wie Bürgermeister Alois Salzeder erklärte. Außerdem müsse geklärt werden, wie der Landkreis dazu stehe. „Ob eine Anbindung auf der Kreisstraße besser ist als die beidseitige Linksabbiegerspur? Der Landkreis wird wohl erst um Alternativen bitten“, sagte Fritz Bauer.

Auch Christian Mayerhofer (AWG) war es ein Anliegen, die Anbindung vom Ort fernzuhalten: „Damit Thann Thann bleiben kann.“ Für Manfred Römer (SPD) hätte dies einen weiteren Vorteil: Ein damit geplanter Fuß- und Radweg könnte damit durchgehend von Thann bis zum Kreisverkehr führen – ein Lückenschluss in Richtung Waldkraiburg. „Das wäre der größte Gewinn.“

Noch kein passender Name gefunden

Planer Fritz Bauer war offen für die Vorschläge. In den weiteren Schritten will er die Alternativen berücksichtigen und dazu Stellungnahmen einholen. Einstimmig beschloss der Gemeinderat die Änderung des Flächennutzungsplans und den Aufstellungsbeschluss für das Gewerbegebiet südlich und nördlich der Staatsstraße.

Eine Namensgebung gegenüber den Behörden ist noch nicht gefunden. Den Vorschlag der Verwaltung „Thann Nord“ und „Thann Süd“ fand Christian Mayerhofer „einfallslos“. Bis zum nächsten Mal hat nun der Gemeinderat Zeit, sich Gedanken über einen passenden Namen zu machen, wie Salzeder zum Schluss vorschlug.

Die Gemeinde Aschau will sich weiterentwickeln: Am Ortsausgang von Thann in Richtung Waldkraiburg soll südlich und nördlich der Staatsstraße ein insgesamt acht Hektar großes Gewerbegebiet entstehen. Wie dieses an den Verkehr angeschlossen werden soll, dazu sollen noch verschiedene Alternativen geprüft werden. Lohmann

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