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ERSTER INDIENAUSTAUSCH AM GYMNASIUM GARS

Ein Hauch von Exotik

Erster Austausch mit Schülern aus Indien am Garser Gymnasium. re

Nach zwölf Jahren Chinaaustausch ist dieser am Gymnasium Gars schon fast zur Routine geworden, erfreut sich aber nach wie vor großer Beliebtheit, was der Besuch der Chinesen im Juli mit 33 Schülern belegt. So könnte man meinen, dass der Aufenthalt einer indischen Austauschgruppe aus Neu Delhi dem Wunsch der Schule entsprungen wäre, endlich mal wieder etwas Neues zu wagen. Ganz so war es aber nicht.

Gars – Die Idee wurde vielmehr in Indien an der Father Agnel School im Neu Delhier Stadtteil Noida geboren, wo Archana Shrivastava Deutsch unterrichtet. Als Deutschlehrerin war sie im Rahmen des Pädagogischen Austauschdienstes 2016 einige Wochen zu Gast bei der Garser Lehrerfamilie Sternischa und damit auch am Gymnasium Gars. Aus dieser Verbindung entsprang die Idee, ihren Schülern einen Austausch mit dem Land zu ermöglichen, dessen Sprache sie lernen.

Anfang 2018 nahm man Kontakt auf und begann mit den Planungen für einen „Testaustausch“, die jetzt zum gut zweiwöchigen Besuch einer 13-köpfigen indischen Schülergruppe führten. Begleitet wurden die Schüler nicht nur von Frau Shrivastava und Kollegin Uma Joshi, die in Indien Französisch unterrichtet, sondern auch von Schulleiter John Dinakaran und seiner Frau Princy. So konnte man gleich von Schulleitung zu Schulleitung Dinge besprechen und planen, wobei sich bestätigte, dass die indische Schule als private katholische Highschool mit Deutschunterricht ein gut geeigneter Partner für das Garser Gymnasium ist.

Für die indischen Gäste gab es während der 17 Tage in Bayern ein reichhaltiges Programm: Künstlerische und musikalische Projekte und Unterrichtsstunden mit Konversation auf Deutsch und Englisch wechselten sich ab mit zahlreichen Ausflügen in die nähere und weitere Umgebung nach München, zum Chiemsee, auf den Wendelstein (das erste Stück allerdings mit Hilfe der Zahnradbahn) und mit dem Zug ein Wochenende nach Nürnberg, wo man neben der Altstadt auch das Dokumentationszentrum zur NS-Zeit auf dem Zeppelinfeld besuchte.

Interessantes Detail in diesem Zusammenhang: In Indien hatte das dortige Goetheinstitut die Austauschschüler gezielt auf den Deutschlandbesuch vorbereitet und ihnen dabei nahe gelegt, in den deutschen Gastfamilien Hitler und die NS-Zeit tunlichst nicht anzusprechen. Daher war man überrascht, dass es überhaupt kein Problem war, offen über diese Phase der deutschen Geschichte zu sprechen. Es wurde bewusst, dass diese Zeiten überwunden sind, und man nahm vom heutigen Deutschland und speziell von Bayern einen ganz anderen Eindruck mit, wofür die herzliche Aufnahme in den Gastfamilien und auch die für die Gäste außergewöhnliche Natur sorgten: Man hatte es sich einfach nicht vorstellen können, dass alles so grün, gepflegt und idyllisch sein könnte, wie man es auf Fotos gesehen hatte. Und ein Besuch in der BMW-Welt, wo man sich in die neuesten Modelle des Automobilherstellers setzen und eifrig Fotos im schicken Cabrio machen konnte, verdeutlichte auch noch die andere Seite Bayerns als Technologiestandort. Nur eines war offenbar gewöhnungsbedürftig für die indischen Gäste: Morgens fuhr nur ein Schulbus nach Gars und nicht in drei Minuten der nächste, um einigermaßen pünktlich zur Schule zu kommen.

Die exotisch anmutende indische Kultur wurde den deutschen Gastgebern beim Abschiedsabend auf ganz besondere Weise nahe gebracht, als alle indischen Gäste in traditionellen Gewändern aus den verschiedenen indischen Provinzen erschienen und manche in weitere farbenfrohe Kostüme schlüpften, um typische indische Tänze vorzuführen oder Lieder zu singen, was die Zuschauer sehr beeindruckte.

Im August folgt der Gegenbesuch in Indien

So wuchs bei den deutschen Austauschpartnern die Vorfreude auf den Gegenbesuch in Indien im August, wenn eine Delegation des Gymnasiums Gars, begleitet von 13 Schülerinnen und Schülern, nach Neu Delhi reisen wird.

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