Eröffnung am 17. Juni um 15 Uhr im Stadtmuseum - Zu sehen bis 12. August

"Hartes Brot - Gutes Leben?"

Diese alte Aufnahme zeigt sogenannte "Kohleschicksen" im Bergwerk Penzberg. Die Frauen waren "nur" ungelernte Hilfskräfte für das Sortieren der Kohle - mit sehr niedrigem Lohn bei oft elf bis 14 Stunden Arbeitszeit. Foto re
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Diese alte Aufnahme zeigt sogenannte "Kohleschicksen" im Bergwerk Penzberg. Die Frauen waren "nur" ungelernte Hilfskräfte für das Sortieren der Kohle - mit sehr niedrigem Lohn bei oft elf bis 14 Stunden Arbeitszeit. Foto re

Waldkraiburg - Im Stadtmuseum wird am Sonntag, 17. Juni, um 15 Uhr die Ausstellung "Hartes Brot - Gutes Leben? Arbeitswelten in Oberbayern von 1830 bis in die Moderne" des Bezirks Oberbayern eröffnet. Die 40 Austellungstafeln, die ergänzt werden durch eine Audio- und eine Videostation, sind bis zum 12. August zu sehen.

Museumsleiterin Elke Keiper gibt der Ausstellung einen regionalen Anstrich und ergänzt sie durch Objekte und Fotografien der Geschichte Waldkraiburgs sowie der Umgebung, etwa den Innkanalbau in den 1920er Jahren. Oder die wirtschaftliche Entwicklungen durch die Vertriebenen nach dem Krieg.

Über fast zwei Jahrhunderte hat sich die Lebenssituation der Menschen grundlegend verändert. Lange Zeit war dieser Prozess geprägt vom Kontrast zwischen der schweren Arbeit und den harten Lebensbedingungen eines großen Teils der Bevölkerung einerseits, und dem Wohlstand der Unternehmer und der vermögenden Bevölkerungsschichten andererseits, wie es in der Pressemitteilung des Bezirks Oberbayern heißt.

Lange standen repräsentative Industriebauten und großbürgerliches Leben im krassen Gegensatz zu den Wohn- und Arbeitsbedingungen der Arbeiter. "Gutes Leben" und "hartes Brot" bildeten den Kontrast bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts und gaben dieser Ausstellung einen Namen.

Die Rohstoffarmut und Revierferne in Oberbayern waren dafür verantwortlich, dass hier die industrielle Entwicklung erst relativ spät einsetzte. Der "Rohstoff-Geist" sei damit umso entscheidender gewesen und habe wesentlich zum Wandel von Oberbayern vom Agrarland zum High-Tech-Standort beigetragen. Technische Innovation war Grundlage für eine wirtschaftliche Entwicklung und sorgte für neue Industriezweige. Grundlegende Veränderungen der Arbeits- und Lebensverhältnisse waren die Folge.

Die Ausstellung zeigt die Entwicklung der sozialen Marktwirtschaft, die die Arbeits- und Industriekultur geprägt hat. Aber erst das Wirtschaftswunder in den 50ern und die Entwicklung in den darauf folgenden Jahrzehnten brachten den "Wohlstand für alle".

Speziell in Waldkraiburg waren es die Vertriebenen, die mit ihren wirtschaftlichen Erfahrungen zur Entstehung und Entwicklung der Industrie im zuvor agrarisch geprägten Landkreis Mühldorf beitrugen.

Die Einführung bei der Ausstellungseröffnung halten Elke Keiper, Leiterin des Stadtmuseums und Professor Jan Murken, Bezirksrat. Die Bilder sind bis 12. August immer dienstags bis freitags von 12 bis 17 Uhr sowie samstags und sonntags von 14 bis 17 Uhr zu sehen. Feiertags hat das Stadtmuseum geschlossen.

Das Begleitprogramm zur Ausstellung: Am 3. Juli um 20 Uhr gibt es im Cinewood einen Dokumentarfilm über die schöne neue Arbeitswelt von Carsten Losmann.

Konrad Kern hält am Samstag, 7. Juli, um 15 Uhr im Vortragssaal im Haus der Kultur den Vortrag "Unter Zwang fürs Reich - Zwangsarbeiter im Werk Kraiburg der Deutschen Sprengchemie". Der Eintritt ist frei. Und mit Ernst Schusser vom Volksmusikarchiv des Bezirkes Oberbayern findet ein kostenloser Singabend zum Arbeitsleben am Donnerstag, 2. August, in der Ausstellung im Haus der Kultur statt. kla

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