«Habgier und Leichtfertigkeit»

Kraiburg - Zum Neujahrsempfang hatte der SPD-Ortsverein gerufen und zahlreiche Vertreter von Parteien, verschiedenen Organisationen, der Wirtschaft und von Vereinen waren der Einladung gefolgt. Mit einem Glas Sekt wurden die Gäste begrüßt.

Ortsvorsitzender und Dritter Bürgermeister Werner Schreiber rief in seinem Referat zu großer Zuversicht auf, «wenn wir etwas bewegen wollen». Für ihn ist das, «was wir heute in der Kommune zu leisten haben, nicht mehr weit weg vom Begriff des Unmöglichen». Seiner Meinung nach ist den Menschen «das Vertrauen in die Politik und in die Wirtschaft abhanden gekommen».

Schreiber nannte als Ursachen für die Finanzkrise «eine Mischung aus hemmungsloser Habgier, fehlendem Verantwortungsbewusstsein sowie die Leichtfertigkeit der Regierungen, die sich auf die Selbstheilungskräfte der Finanzmärkte verlassen haben».

Dazu stellte Werner Schreiber auch klar heraus, dass mit den eingeleiteten finanziellen Hilfsmaßnahmen «vor allem die kommunalen Haushalte der Zukunft» belastet werden. Ferner meinte er: «Es ist schon erstaunlich, wie viele Gelder plötzlich locker gemacht werden können.»

In Zeiten nicht nur der Wirtschaftskrise, sondern auch eines wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Veränderungsprozesses würden den Kommunen neue Vorgehensweisen und Antworten abverlangt. «Die Zukunftsfähigkeit einer Kommune zeigt sich darin, wie die politisch Verantwortlichen mit den anstehenden Aufgaben umgehen», so der Referent und nannte für die Marktgemeinde als konkrete Beispiele den Schulstandort auch in Verbindung mit dem Kindergarten, den Erhalt der Säle im Bischof-Bernhard-Haus oder die Ausstattung der sozialen Einrichtungen sowie von Feuerwehr und Bauhof.

Im zweiten Referat des Abends nannte Kreisrat und SPD-Bundestagskandidat Werner Groß als Themen des neuen Jahres: die Herausforderung, die Finanzkrise zu bewältigen, das Super-Wahljahr und regional die Hoffnung auf den Weiterbau der A 94.

Die Kommunen haben für Groß «die wichtige Aufgabe und Rolle, Investitionen zu tätigen, um die Wirtschaft anzukurbeln und so auch Arbeitsplätze zu sichern und zu schaffen».

Der FDP sprach Werner Groß die Berechtigung ab, «die Lösung unserer wirtschaftlichen und politischen Probleme zu sein.» Daraus folge: «Wir brauchen die SPD dringender denn je. Wir müssen wieder zur Partei der Arbeiter werden, zur führenden Umweltpartei und zur Friedenspartei».

In der ausführlichen und intensiven Diskussion standen neben der Hessen-Wahl vor allem die Säle des Bischof-Bernhard-Hauses und die bessere und frühere Information der Bevölkerung über die Gemeindepolitik. ng

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