Gemeinschaftsprojekt der P-Seminare

Gymnasium Waldkraiburg trotzt Corona: Hörspiel statt Weihnachtskonzert

Zwei Tage lang haben die Abiturienten am Obermeier-Hof in Jettenbach die Texte für das Hörspiel eingesprochen: Jakob Tochtermann (von links), Melanie Kalocik und Sophia Franz.
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Zwei Tage lang haben die Abiturienten am Obermeier-Hof in Jettenbach die Texte für das Hörspiel eingesprochen: Jakob Tochtermann (von links), Melanie Kalocik und Sophia Franz.
  • Raphaela Lohmann
    vonRaphaela Lohmann
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Bigband, Flötenensemble und Vokalensemble – das Weihnachtskonzert gehört zum festen Programm am Waldkraiburger Gymnasium. Dieses Jahr hätte es etwas Besonders werden soll: Ein Gemeinschaftsprojekt der P-Seminare des Abiturjahrgangs. Doch wegen Corona mussten die Pläne überarbeitet werden.

Waldkraiburg – Das Weihnachtskonzert gibt es schon länger am Waldkraiburger Gymnasium, doch heuer hätte es eine Premiere geben sollen: Die sechs P-Seminare des aktuellen Abiturjahrgangs wollten in einem großen Gemeinschaftsprojekt „Scrooge – Eine Weihnachtsgeschichte“ von Charles Dickens ein gemeinsames Musical auf die Bühne bringen. September vergangenen Jahres starteten die ersten Gespräche und Überlegungen zur Umsetzung.

„Es war von langer Hand geplant und mit den Schülern hatten wir uns auf ein gemeinsames Ziel verständigt“, sagt Ruth Mayr, die eines der P-Seminare leitet. Die Vorbereitungen waren schon weit. „Wir hatten die Rechte mit dem Verlag bereits geklärt und hatten sogar schon Sponsoren gewonnen“, erzählt Abiturient Michael Huber. Doch dann kam der Corona-Lockdown. Damit war auch schnell klar: Das Musical wird sich im Dezember wohl nicht umsetzen lassen. „Die Schüler und wir Lehrer hingen erst einmal in der Luft“, sagt Ruth Mayer. Also brauchte es eine Alternative.

Lange nach einer Alternative gesucht

Doch das erste Treffen nach der Absage war nicht einfach. „Es war furchtbar für alle. Wir wussten, dass wir etwas machen müssen, haben aber keine Zukunft gesehen“, sagt Eva-Maria Deinböck, die ebenfalls eines der P-Seminare leitet. Über Wochen hinweg habe man nach einer Alternative gesucht, sei aber zu keinem Konsens gekommen. „Bis dann der Vorschlag kam, ein Hörspiel zu machen.“ Eine Idee, die gut ankam. Die Kurse haben sich schnell neu formiert: Vier arbeiten am Hörspiel in unterschiedlichen Bereichen mit, die verbleibenden zwei P-Seminare realisieren Animationsfilme.

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Grundlage für das Hörspiel ist das Musical von Christian Berg und Michael Schanze „Scrooge – Eine Weihnachtsgeschichte“ nach Charles Dickens. Dazu musste erst einmal alles für ein Hörspiel umgeschrieben werden. „Es braucht auch Töne und Schritte“, erklärt Abiturientin Melanie Kalcik. Nach den Sommerferien hätten die Schüler eigentlich damit beginnen wollen, die Texte einzusprechen. Doch es gab noch so viel Arbeit, dass es erst im November so weit war.

Nach zwei Tagen konzentrierter Arbeit am Obermeier-Hof in Jettenbach sind die Texte fertig eingesprochen, in den vergangenen Tagen wurde das Material von rund zwei Stunden auf etwa 45 Minuten gekürzt und die Übergänge angepasst. „Es war interessant zu sehen, auf was alles geachtet werden muss“, sagt Melanie Kalcik, die eine von 15 Schülern war, die Text eingesprochen haben. Michael Huber war am PC verantwortlich für die Technik und den Schnitt des Hörspiels. Zum Hörspiel gehören auch drei Musikstücke dazu. „Wir hatten sehr gute Sprecher, die den Inhalt authentisch rübergebracht haben“, lobt Michael Huber seine Mitschüler.

Hand in Hand gearbeitet

Nach dem Rückschlag Anfang des Jahres gibt es nun also doch ein Gemeinschaftsprojekt. Wenn auch nicht alle Abiturienten am gleichen Projekt gearbeitet haben wie ursprünglich geplant, die Lehrer sind stolz auf das Ergebnis. „Nach den Ferien hat man gemerkt, dass die Schüler das Hörspiel als deren Projekt betrachten“, sagt Ruth Mayr. Die Schüler hätten sich organisiert, verschiedene Rollen übernommen und Hand in Hand gearbeitet – Ziel eines jeden P-Seminars. „Es ist schön, was die Schüler übergreifend gemeinsam geschafft haben. Auch wenn es schade ist wegen des Musicals“, sagt Deinböck.

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