Nachruf auf Friedl Hofmann aus Guttenburg

Guttenburg – Friedl Hofmann wurde von seinem Leiden erlöst und schlief in Anwesenheit seiner Kinder friedlich ein.

Trotz der vielen Stationen seines beruflichen Lebens war das Dorf Frauendorf seine Heimat. Er wird stets einen Platz im Herzen der Frauendorfer haben.

Als Gottfried Hofmann wurde er am 27. April 1934 in Guttenburg geboren und wuchs mit seinen drei Brüdern bei der Mutter auf. Der Vater kehrte nicht aus dem Krieg zurück. Oft erzählte Friedl aus der Nachkriegszeit, und was die vier Brüder taten, um zu überleben.

Nach der Volksschule absolvierte er nach einem berufsfindenden Jahr eine Schreinerlehre bei der Firma Schörghuber in Aham. Nach einer kurzen Zeit als Geselle musste er aufgrund der schlechten Arbeitsmarktlage die Heimat verlassen und ging ins Kohlebergwerk nach Bottrop. Ein Jahr später kehrte er zurück und fand eine Anstellung als Milchmesser und Zuchtwart im Gebiet Obing.

Er überlegte, nach Amerika auszuwandern, doch stattdessen lernte er Adol fine kennen und heiratete sie im August 1958 in der Hofwieskirche zu Guttenburg. Das Paar pachtete die dortige Schlosswirtschaft, bis der Verstorbene im Jahr 1961 seinen Dienst als Soldat bei der Bundeswehr in Bruchsal antrat. Er wurde nach Speyer und weiter nach Ingolstadt versetzt, die Familie folgte. Im Jahr 1968 kehrten sie nach Frauendorf zurück und übernahmen die dortige Gastwirtschaft. 1970 wurde Friedl an die Pionierschule nach München versetzt, an der er viele Jahre als Ausbilder tätig war.

Die glückliche Ehe wurde durch sechs Kinder bereichert. Die Trauer über den Tod einer Tochter im Kindesalter konnte Friedl nie verwinden. Die Gastwirtschaft wurde aufgegeben und das neu erbaute Eigenheim bezogen.

Im Jahr 1987 kam die Pensionierung. Von einer Wehrbeschädigung war sein Gehör schwer betroffen. Trotzdem suchte er stets nach Beschäftigung, ob als Hilfskraft in Handwerksbetrieben, bei Holzarbeiten oder beim Hausbau der Kinder.

Friedl Hofmann engagierte sich zeitlebens in Vereinen. So war er in den 70er- Jahren lange Zeit Kinder- und Jugendleiter im Trachtenverein „D’Inntaler Guttenburg“, später führte er als Vorsitzender den Trachtenverein. Beim Schützenverein „Gemütlichkeit Guttenburg“ war er 21 Jahre Kassier und mehrfacher Schützenkönig.

Als seine Frau 1997 in Rente ging, unternahmen sie einige Reisen. Gerne spazierte er durchs Dorf und zeigte seine kämpferische Seite beim Tischtennis, Hufeisenwerfen und Kartenspiel.

Leider nahm die Alzheimer-Krankheit zunehmend Einfluss auf sein bewundernswertes Gedächtnis, weshalb er zunächst auf die Pflege durch seine Frau angewiesen war und seit Herbst 2018 im Pflegeheim Sankt Nikolaus versorgt wurde. Als im September seine Frau verstarb, fehlte ihm bereits die Fähigkeit, dies zu begreifen.

Jetzt fand er seine letzte Ruhestätte neben ihr im Frauendorfer Gottesacker. fim

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