Grundschule Kraiburg: Eine Hecke als grüne Barriere

Eifrig beschäftigt waren die Schulkinder der Kombiklasse 1/2, als die mit ihrer Lehrerin Julia Deser sowie Johanna Vilsmeier, Gerda Benner und Patrizia Weindl von „Treffpunkt Wildland“ die Hecke pflanzten. bachmaier
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Eifrig beschäftigt waren die Schulkinder der Kombiklasse 1/2, als die mit ihrer Lehrerin Julia Deser sowie Johanna Vilsmeier, Gerda Benner und Patrizia Weindl von „Treffpunkt Wildland“ die Hecke pflanzten. bachmaier

Auf einer Länge von 130 Metern haben Schüler der Grundschule Kraiburg eine Hecke mit heimischen Pflanzen angelegt. Als Umweltschule ein wichtiger Beitrag für den Naturschutz. Doch die Hecke hat auch noch einen anderen Zweck.

Kraiburg – Wir sind eine Umwelt-Schule“ – so darf sich die Grundschule Kraiburg schon seit längerer Zeit nennen. Aktiv-Projekte wie eine Kräuterschnecke, das Insektenhotel, ein Hochbeet oder das „Schmetterlings-Beet“ – unterstützt von der Wildland-Stiftung – befinden sich bereits auf dem Schulgelände. Kürzlich wurde eine weitere „naturnahe Maßnahme“ in Angriff genommen.

„Mit dieser sollen zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen werden“ sagte Schulhausmeister Done Brunnhuber. Den Anfang machte eine Hecken-Pflanz-Aktion am Schulgelände, die zum einen ein „Natur-Projekt“ ausmacht und vor allem auch zum Schutz vor freilaufenden Hunden dienen soll. „Zudem werden dadurch auch Bälle abgefangen und die Kinder laufen nicht Richtung Inndamm.“

Schon der Vorgänger ärgerte sich

Schon Brunnhubers Vorgänger Franz Oberpaul ärgerte sich immer wieder über die „Hundehaufen“ auf der Schulwiese. „Die Vierbeiner laufen am Inndamm entlang und rennen herunter auf das freie Schulgelände und verrichten hier ‚ihre Notdurft‘. Manche Hundebesitzer räumen den Dreck weg, aber andere interessiert das nicht“, sagt Brunnhuber.

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So hätte er schon öfter mit Besitzern die Diskussion gehabt, wenn der Hund „seinen Haufen“ etwa direkt neben dem Fußballtor hinterlassen hat. Als Hausmeister habe er sich schon einiges anhören müssen. Dass dies ein Gemeindeplatz sei und die Satzung der Leinenpflicht gelte, interessiere nicht alle. „Wir hatten auch schon den Vorfall, dass ein Hund während der Pause auf das Gelände rannte und auf die Kinder zulief“, erinnert sich Brunnhuber.

Deshalb initiierte er es, dass unterhalb des Inndamms auf rund 130 Metern endlich eine „grüne Barriere“ mit heimischen Heckenpflanzen in Angriff genommen wurde. Die dazu nötigen Absprachen verliefen allesamt positiv. Die Wildland-Stiftung hat die Förderung auf drei bis vier Jahre zugesagt. Für die Hecke mit mehr als 300 Quadratmetern werden rund 210 Pflanzen benötigt, die Kosten dafür belaufen sich auf etwa 1000 Euro. Die Vorarbeiten zur Bepflanzung hat die Gemeinde übernommen.

Damit die Pflanzen gut anwachsen können, wurde auch ein einfacher Zaun in Richtung Damm aufgestellt. Bereits im Frühjahr hatte die UWG bei ihrer Jahreshauptversammlung erklärt, das Projekt zu unterstützen und die Materialkosten für den Zaun zu übernehmen. Mehrere Mitglieder packten fleißig mit an und stellten den Zaun auf.

Schüler für die Natur sensibilisieren

„Für den Naturzaun werden wir auf alle Fälle die ‚gewöhnliche Schlehe‘ mit einpflanzen, die allein 126 verschiedene Sorten Schmetterlinge und deren Raupen ‚beherbergt‘ und für die ganze Vogelwelt nützlich ist, extrem auch für den vom Aussterben bedrohten ‚Neuntöter‘“, erklärte Done Brunnhuber im Vorfeld. Liguster, Weißdorn oder Wildobst-Sorten seien ebenso eingeplant. Bei der Zusammensetzung der Hecken wurden die Blühzeiten oder das Tragen der Früchte berücksichtigt, was für Vögel und Insekten wichtig sei. „Damit kann man auch die Schüler für die Natur sensibilisieren“, sagt Done Brunnhuber.

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Ein großes Schmetterlingsbeet gestaltet

Kürzlich waren die Schulkinder der Kombiklasse 1/2 und der zweiten Klasse eifrig damit beschäftigt, die Sträucher einzupflanzen. Unter Mithilfe von Johanna Vilsmeier, Gerda Benner und Patrizia Weindl von der „Treffpunkt Wildland-Stiftung“ schaufelten sie fleißig und setzten auch Heckenkirsche, Hartriegel oder Pfaffenhütchen mit ein.

Rasenfläche wird zur Blühwiese

Die Hecke entsteht in insgesamt drei Reihen, knapp die Hälfte ist nun bepflanzt worden. In den nächsten ein bis zwei Jahren soll das Projekt – unterrichtsbegleitend – mit den Schulkindern fortgesetzt werden.

Da die Gemeinde auch immer wieder auf der Suche nach Blühflächen ist, schlug der Schulhausmeister diesbezüglich die etwa 900 Quadratmeter große Rasenfläche hinter dem Fußballtor vor. „Die Wiese wird immer gemäht – eine Blühfläche ist viel hochwertiger und wichtiger – auch lehrreich für die Schulkinder“, sagt Brunnhuber. Die Blumenwiese und die Hecke machen somit 1200 Quadratmeter aus, die der Natur und Umwelt zu Gute kommen.

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