Grünes Licht für Vereinssport: Stadt Waldkraiburg gibt Hallen unter Auflagen wieder frei

Die VfL-Handballer, im Vordergrund Markus Winkler beim Wurf, dürfen wieder zum Trainieren in die Dreifachturnhalle der Liszt-Mittelschule, in der sie auch ihre Punktspiele austragen. Duschen und Umkleiden bleiben vorläufig zu. Und Zuschauer werden auch nicht eingelassen.
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Die VfL-Handballer, im Vordergrund Markus Winkler beim Wurf, dürfen wieder zum Trainieren in die Dreifachturnhalle der Liszt-Mittelschule, in der sie auch ihre Punktspiele austragen. Duschen und Umkleiden bleiben vorläufig zu. Und Zuschauer werden auch nicht eingelassen.

Viele Vereine haben schon schwarz gesehen. Doch jetzt können die Sportler in Waldkraiburg aufatmen. Mit Beginn des neuen Schuljahres öffnet die Stadt Turn- und Sporthallen wieder für den Vereinssport, wenn auch unter strengen Hygiene- und Schutzauflagen.

Waldkraiburg – „Können die Handballer den Trainings- und Spielbetrieb in der neuen Saison abschreiben?“ Diese Frage warf etwa Stadtrat Norbert Fischer (CSU) schon im Sommer bei einer Debatte über die Sportstättennutzung auf. Damals war nicht in Sicht, dass die Hallen wieder für den Vereinssport geöffnet werden. Auch nach dem Lockdown blieb die Frage lange ungeklärt, ob die Lüftungssysteme in den Hallen die Hygiene- und Schutzauflagen erfüllen können.

Ent- und Belüftung umgestellt

Das Thema ist geklärt. „Wir haben die Ent- und Belüftung von Umluft auf Frischluftzufuhr umgestellt“, sagt Fred Schelp auf Anfrage. In das Ressort des neuen Abteilungsleiters für Kultur- und Generationenangebote fallen die Bereiche Bildung und Sport. Wie er mitteilt, werden die Nutzungseinheiten auf 60 Minuten festgeschrieben, danach ist eine halbe Stunde Lüftungspause.

Ohne Duschen, Umkleiden und Zuschauer

Die Vollreinigung der Anlagen übernimmt eine Fremdfirma jeden Morgen. Zwischen Schulsport, der ebenfalls unter Auflagen startet, und Vereinssport ist eine Zwischenreinigung vorgesehen. Während der Nutzung müssen die Vereine die Lüftungszeiten einhalten und weitere Zugangs- und Verhaltensregeln erfüllen. Dazu zählt, dass sie die Geräte nach jeder Einheit mit Mitteln, die die Stadt stellt, desinfizieren. Die Sportler können in der Halle weder duschen noch sich umkleiden. Sie müssen also verschwitzt heimfahren. „Wir können die Öffnung nur unter dieser Voraussetzung ermöglichen“, sagt Schelp. Alle städtischen Hallen stehen wieder zur Verfügung. Für jede Halle ist eine Personenzahl vorgegeben, die nicht überschritten werden darf.

Stadt kündigt Kontrollen an

Die Einschränkungen betreffen ebenso den Spielbetrieb. Auch die Gastmannschaften, die oft weite Wege haben, können nicht duschen. Nur Funktionspersonen, Trainer, Betreuer, dürfen sich neben den Sportlern in den Hallen aufhalten. „Zuschauer sind nicht zugelassen. Das können wir nicht kontrollieren“, so Schelp. Die Stadt werde eine Fremdfirma mit stichprobenartigen Kontrollen beauftragen, ob die Sportler die Halle mit Masken betreten und alle anderen Auflagen einhalten.

„Wir sind froh, dass die Hallen wieder aufgemacht werden“, sagt Hubert Kamrad, Geschäftsführer des VfL, der für die Stadt die Hallenbelegung organisiert und auch in Corona-Zeiten entsprechend gefordert ist.

Bislang noch kein starker Mitgliederschwund beim VfL erkennbar

Noch zeichne sich kein starker Mitgliederschwund ab, so Kamrad. Weil der VfL einen Jahresbeitrag erhebt, der im Januar und Februar eingezogen wird, wären die Folgen einer fortgesetzten Hallenschließung wohl erst zum neuen Jahr deutlich geworden.

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Kamrad glaubt, dass die Vereine mit den Einschränkungen klar kommen werden. „Ich finde es zumutbar, so lange wir nicht auch noch den Boden wischen müssen. Auflagen zur Desinfektion in den Toiletten etwa sollten unter Sportskameraden selbstverständlich sein.“ Auch das Fehlen von Duschen und Umkleiden sieht er nicht als unüberwindbares Hindernis an.

Beim Heimfahren warm einpacken

Er baut auf die Erfahrungen im Sommer, als neben den Fußballern und Leichtathleten auch Handballer, Basketballer und andere im Freien trainierten und keine Möglichkeiten zum Duschen oder Umziehen in den Hallen hatten. „Das hat geklappt und wurde angenommen.“

Im Herbst und Winter müsse man sich beim Heimfahren halt warm einpacken. „Viele Kinder und Jugendliche duschen ja eh nicht in der Halle, sondern daheim.“

Einige Trainingszeiten werden kürzer

Die Trainingszeiten werden sich allerdings in einigen Sparten verkürzen. Die Einheiten sind ja auf 60 Minuten beschränkt. Und manche Sportarten wie Handball oder Tischtennis schaffen ihr Punktspiel nicht in 60 Minuten. Der VfL-Geschäftsführer ist überzeugt, dass sich in diesen Einzelfällen Lösungen finden werden.

Landkreishallen ab 21. September

Vereine, die in Hallen des Landkreises trainieren, müssen noch ein paar Tage warten. Die landkreiseigenen Sporthallen in Mühldorf, Haag, Gars und Waldkraiburg stehen voraussichtlich ab 21. September wieder zur Nutzung nach dem Schulsport zur Verfügung. Das teilt das Landratsamt mit. Bis dahin werde die Entwicklung des Infektionsgeschehens beobachtet und die für jede Halle erforderlichen Regelungen vorbereitet. Unter den Voraussetzungen des aktuellen Hygienekonzepts des Freistaats ist eine Nutzung möglich, sofern es das Infektionsgeschehen zulässt. Die Vereine werden über die Regelungen unterrichtet.

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