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Ausnahmezustand - riesiges Polizeiaufgebot

Mann mit Messer löst Großeinsatz in Waldkraiburg aus: Das ist bislang zu Tat und Täter bekannt

Zahlreiche Polizeikräfte waren im Stadtgebiet unterwegs und suchten den Flüchtigen.
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Zahlreiche Polizeikräfte waren im Stadtgebiet unterwegs und suchten den Flüchtigen.
  • Jörg Eschenfelder
    VonJörg Eschenfelder
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Weil ein 19-Jähriger seine Familie mit einem Küchenmesser bedrohte und anschließend mit dem Messer auf der Flucht war, kam es am Sonntag in Waldkraiburg zu einer groß angelegten Suchaktion. Der Waldkraiburger konnte in den Abendstunden gefasst werden. Staatsanwalt und Polizei äußern sich zu den Hintergründen, zum Täter und was ihm blüht.

Waldkraiburg/Garching – Am Montagmittag erinnerte in der Richard-Wagner-Straße nichts mehr an den filmreifen Großeinsatz der Polizei vom Vortag. Die Sonne schien, die Kinder spielten im Sandkasten. Ein Vater gab seinem Sohn in der Schaukel einen Schubs. Ein Junge kickte im Trikot von Cristiano Ronaldo seinen Fußball gegen eine Garagenwand. Frauen saßen im Schatten auf den Bänken, schauten auf ihre Kleinen und unterhielten sich. Zu den Vorfällen vom Vortag wollten sie nichts sagen.

Familienstreit eskalierte

Keine 24 Stunden vorher hatte es hier an dem regnerischen Sonntagnachmittag anders ausgesehen: Waldkraiburg war in heller Aufregung. Im Süden patrouillierten in der Richard-Wagner-Straße bewaffnete Polizeikräfte mit Helm und in Schussweste. Ein Hubschrauber kreiste über der Stadt.

An der Suche war auch ein Polizeihubschrauber beteiligt.

Zahlreiche Streifenwagen, unter anderem drei der Polizeiinspektion Waldkraiburg, sowie Wagen der Landes- und Bundespolizei fuhren durch die Straßen. Zivile Beamte durchstreiften die Stadt. Spezialeinsatzkräfte waren im Einsatz. Polizisten wurden unter anderem beim Kaufland, bei der Aral-Tankstelle, beim Eisstadion und am Stadtplatz gesehen.

Das alles, weil in einem Hochhaus in der Richard-Wagner-Straße ein Familienstreit eskaliert war, ein 19-jähriger Waldkraiburger seine Familie mit einem Küchenmesser bedroht hatte und anschließend mit dem Messer auf der Flucht war.

Polizei ging auf Nummer sicher

„Wir sind auf Nummer sicher gegangen“, erklärte am Montag Polizeihauptkommissar Dietmar Meißner, stellvertretender Leiter der Polizeiinspektion Waldkraiburg, auf Nachfrage der OVB-Heimatzeitungen. Es galt, den jungen Mann zu finden. Er sei für die Bevölkerung keine Gefahr gewesen, „eher für sich selbst.“

Örtliche Polizeikräfte sowie Beamte der Landes- und Bundespolizei rückten an.

Der Einsatz hatte gegen 13 Uhr seinen Anfang genommen. Die Familie hatte selber die Polizei alarmiert, als der Familienstreit außer Kontrolle geriet. Zu den Ursachen des Streits konnte Oberstaatsanwalt Dr. Rainer Vietze von der Staatsanwaltschaft Traunstein noch nichts sagen.

19-Jähriger ist erheblich vorbestraft

„Da der junge Mann sich offensichtlich in einem psychischen Ausnahmezustand befand und eine erhöhte Eigengefahr bestand, wurde von der örtlichen Polizei Waldkraiburg eine groß angelegte Suche veranlasst“, so die offizielle Pressemitteilung der Polizei. Am Ende war ein Großaufgebot an uniformierten wie auch an zivilen Einsatzkräften im Einsatz und suchte nach dem 19-Jährigen. Zur Gesamtzahl der Einsatzkräfte machte die Polizei keine Angaben.

Großeinsatz der Polizei am 28. August in Waldkraiburg

Großeinsatz der Polizei am 28. August in Waldkraiburg
Großeinsatz der Polizei am 28. August in Waldkraiburg
Großeinsatz der Polizei am 28. August in Waldkraiburg
Großeinsatz der Polizei am 28. August in Waldkraiburg
Großeinsatz der Polizei am 28. August in Waldkraiburg

Nach mehr als acht Stunden konnte der Mann gegen 21.30 Uhr in Garching „unverletzt festgestellt und in Gewahrsam genommen werden“, so die Polizei.

„Er hat sich nichts angetan“, ist Polizeihauptkommissar Meißner erleichtert. „Er ist in einer wackligen seelischen Verfassung und befindet sich jetzt in ärztlicher Behandlung.“

Waldkraiburger sitzt in U-Haft

Am Montagmittag erging gegen den Mann dann Haftbefehl, so Oberstaatsanwalt Vietze. In dem Zimmer des 19-Jährigen wurde Marihuana gefunden. Auch ist er „bereits mehrfach erheblich vorbestraft“. Er sitzt jetzt in Untersuchungshaft, „da der Beschuldigte“, so Vietze, „dringend verdächtig ist, die Straftatbestände der Bedrohung und des unerlaubten Besitzes von Betäubungsmitteln verwirklicht zu haben. Es besteht der Haftgrund der Fluchtgefahr.“

Zivile Einsatzkräfte der Polizei streiften am Sonntag durch Waldkraiburg.

Das weitere Vorgehen liegt nun bei der Staatsanwaltschaft Traunstein. Sie ermittelt noch und wird dann entscheiden, ob gegen den 19-Jährigen Anklage erhoben wird. Später werde dann auch entschieden, wer die Kosten des Einsatzes zu tragen hat.

Für die Waldkraiburger war es an dem regnerischen Sonntag eine besondere Ausnahmesituation, ebenso für die Polizei. „Das kommt Gott sei Dank nicht so oft vor“, ist Meißner am Montag noch hörbar erleichtert und meint damit sowohl die Eskalation des Streites wie auch den Großeinsatz. „Die Situation war angespannt“, räumt er ein. „Der Mann war aber für andere kaum eine Gefahr.“

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